2018 startet das Digitale Deutsche Frauenarchiv. Mit dabei: TERRE DES FEMMES

Seit November 2016 arbeitet die Dokumentationsstelle von TERRE DES FEMMES (TDF) als eine der ersten von acht Einrichtungen des i.d.a.-Dachverbandes daran, einen Gutteil ihrer frauenrechtspolitisch bewegten Archiv- und Dokumentationsbestände für das neue Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) aufzubereiten.TDF DDF 86

Für die rund 40 Lesben- und Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen, die in i.d.a. vernetzt sind, findet im DDF eine über Jahre hinweg beständig vorangetriebene Vision Gestalt. Jetzt kann das ambitionierte Projekt aufgrund der großzügigen Finanzierung durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) umgesetzt werden. Das DDF soll ein Wissensportal werden: Die Bestände der unterschiedlich spezialisierten i.d.a.-Einrichtungen sollen langfristig einer breiten als auch einer fachlich interessierten Öffentlichkeit online zugänglich gemacht werden. Die Vielfalt an Positionen innerhalb der Alten und Neuen Frauenbewegung sollen nachvollziehbar gemacht werden, regionale Aspekte aufgegriffen und – nicht nur – prominente Feministinnen ins Licht gerückt werden.

TDF will die Meilensteine der eigenen Frauenrechtsarbeit sichtbar machen und steigt mit der Digitalisierung eigener Publikationen zur Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit ein. Damit wird zugleich die notwendige Langzeit-Archivierung der bisher vorwiegend in Papierform vorliegenden Dokumentationsbestände gesichert.

Bis zu dem für Ende 2018 geplanten Online-Auftritt des DDF-Portals, arbeitet die TDF-Dokumentationsstelle in mehreren Phasen daran, ihre eigenen Bestände zu digitalisieren. Für das Portal und dessen Recherchemöglichkeiten werden sie dafür in einem neuen Katalogsystem erschlossen und aufbereitet.

Für das Projekt wurde eigens eine aus DDF-Mitteln finanzierte Teilzeitstelle eingerichtet, um die Projektkoordinatorin der Dokumentationsstelle zu unterstützen. Die Digitalisate der TDF-Publikationen sollen sukzessive in META, dem Online-Recherchekatalog der i.d.a.-Einrichtungen, eingespeist und schließlich in das mit META verknüpfte DDF-Portal integriert werden. Ergänzend werden noch eigene thematische Essays zu ausgesuchten Schwerpunkten aus dem langjährigen Engagement von TERRE DES FEMMES erstellt.

Zum feierlichen Abschluss des Projekts ist am 7. Dezember eine „Lange Nacht der Dokumentationsstelle“ bei TERRE DES FEMMES geplant.

Seit der Gründung 1981 hat TDF die eigene frauenpolitische Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit zur Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte für Frauen umfassend dokumentiert. In den mittlerweile fast vier Jahrzehnten ist ein umfangreicher Bestand von aktuell rund 2.000 publizierten wie unveröffentlichten Materialien unterschiedlichster Art zusammen gekommen: Protestschreiben und Eilaktionen, TDF-Rundbriefe, -Zeitschriften und -Artikel, Pressemitteilungen, Newsletter, Handreichungen, Aufklärungs- und Informationsbroschüren, Plakate, Flyer und vieles mehr.

Im DDF-Portal können NutzerInnen alle Daten und Dokumente der mehr als 40 beteiligten Archive, Dokumentationsstellen und Bibliotheken zentral recherchieren und selbst digital abrufen. So können historische wie auch aktuelle Publikationen ressourcenschonend und kostenlos eingesehen werden.

Durch das Digitale Deutsche Frauenarchiv erschließt sich auch für die kleineren Archiveinrichtungen, wie der Dokumentationsstelle von TERRE DES FEMMES, die einzigartige und neue Chance, Teil eines einmaligen Projektes zu werden. Die eigene Arbeit kann so in einem größeren Zusammenhang neu beleuchtet werden.

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Trägerin des DDF ist der Dachverband deutschsprachiger Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und –dokumentationsstellen (i.d.a.), dem TDF seit 2002 angehört. I.d.a. vernetzt insgesamt rund 40 entsprechende Einrichtungen – neben bundesdeutschen auch aus Österreich, Italien, der Schweiz und Luxemburg – miteinander. Vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird das DDF, über alle teilnehmenden Einrichtungen hinweg, mit insgesamt rund vier Millionen Euro gefördert.

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