Aktuelles zum Thema Frauenrechte allgemein

Wenn die Geburt einer Tochter ein Unglück ist

 

Cover Hvistendahl2007 machte eine 29-Jährige Chinesin international Schlagzeilen: Ihr sollten 26 Nadeln aus dem Körper entfernt werden. Die Nadeln wurden ihr, so vermutet die Patientin, von ihren Großeltern gleich nach ihrer Geburt eingeführt, um sie zu töten, da sich die Eltern einen Jungen gewünscht hatten.

„Mit einem Sohn hast du einen Nachkommen, mit zehn Mädchen hast du nichts“, heißt es einem chinesischen Sprichwort. Das von konfuzianistischen Werten geprägte Land ist streng patrilineal: Es ist der Sohn, der das Erbe und den Namen der Familie weitertragen wird, nur er wird die Bestattungsrituale vornehmen dürfen.

Während rund um den Globus in vielen Regionen die Geburt eines Sohnes mit Freude begrüßt wird, wird die Geburt einer Tochter oft kaum als Anlass zum Feiern empfunden. Meistens sind es patriarchal geprägte Gesellschaften, die in der Tochter eine Bürde sehen. Sie wird nach der Heirat der Familie ihres Mannes dienen, während ein Stammhalter ein höheres Ansehen für die Familie bedeutet und die Eltern bis zum Tod finanziell absichern wird.

Weiterlesen ...

Abtreibung – ein Selbstbestimmungsrecht der Frauen?

Als das Abtreibungsschiff der niederländischen Organisation Women on Waves am 22. Februar vor der Küste Guatemalas anlegen wollte, um auf die harschen Abtreibungsgesetzte de Landes aufmerksam zu machen, wurde es von der Marine festgesetzt.

Das Schiff nimmt schwangere Frauen an Bord und bietet Ihnen – auf internationalen Gewässern bis zur zehnten Schwangerschaftswoche kostenlose Abtreibungen an.
Die AktivistInnen um die Gründerin Rebecca Gomberts haben schon vor Irland, Polen, Portugal, Spanien geankert. Zuletzt 2012 vor Marokko, auch hier wurden sie von der Marine gestoppt.

Weiterlesen ...

Ein Sieg für die Teilhabe von Mädchen - TERRE DES FEMMES begrüßt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die Teilnahme muslimischer Mädchen am Schwimmunterricht.

Die muslimischen Eltern aus Basel verweigerten ihren Mädchen die Teilnahme am gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht. Sie beriefen sich auf das Recht der Religionsfreiheit. Gegen sie wurde daraufhin ein Bußgeldbescheid in Höhe von 1300 Euro verhängt, gegen den sie klagten. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Schulpflicht und die Integration der Kinder Vorrang habe gegenüber dem religiös begründeten Wunsch der Eltern nach einer Befreiung vom Schwimmunterricht.

Auch in Deutschland klagen immer wieder muslimische Eltern gegen die verpflichtende Teilnahme ihrer Kinder am Schwimmunterricht. Richtungsweisend war hierzulande das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches 2013 die Klage einer Frankfurter Schülerin ablehnte. Das Gericht entschied, dass der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag Vorrang hat.

Stand: 01/2017

Hass gegen Frauen im Netz

Hass im Internet- BuchtitelDie Kommunikationswissenschaftlerin Anita Sarkeesian wollte in einer mehrteiligen Youtube-Serie der stereotypen Darstellung von Frauen in Computerspielen nachgehen und sammelte 2012 über Crowdfunding Geld für ihr Vorhaben. Ihre Finanzierungskampagne verlief sehr erfolgreich, zog aber auch die Aufmerksamkeit der GamerInnen auf sich, die sie alsbald ihren Zorn fühlen ließen: Sie versuchten ihre Videos auf Youtube zu sperren, „Beat Up Anita Sarkeesian“, ein interaktives Spiel tauchte im Web auf, in dem man Sarkeesians Gesicht per Mausklick zunehmend verunstalten konnte. Blutrünstige Vergewaltigungsdrohungen und die Ankündigung, ihre Eltern zu töten, veranlassten Sarkeesian 2014 ihre Wohnung zu verlassen. Aber aufgegeben hat sie nicht.

Kaum besser erging es der Journalistin Carolin Criado-Perez. Als die Bank of England ankündigte, Elisabeth Frey, die einzige Frau auf einer britischen Pfundnote, durch Winston Churchill zu ersetzen, startete sie 2013 eine Initiative zum Erhalt von Frauen auf Geldscheinen. Criado-Perez wurde prompt mit Hassmails im Minutentakt überschüttet.

Weiterlesen ...

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft gegen „Marsch für das Leben“ auf

Mitarbeiterinnen und Mitfrauen der TDF-SG Berlin bei der Demo für sexuelle Selbstbestimmung (Gegendemo der „Lebensschützer“) vor dem Brandenburger Tor am 20.09.2014. Foto: © Theresa Pfaff Mitarbeiterinnen und Mitfrauen der TDF-SG Berlin bei der Demo für sexuelle Selbstbestimmung (Gegendemo der „Lebensschützer“) vor dem Brandenburger Tor am 20.09.2014.
Foto: © Theresa Pfaff
Wie jedes Jahr rufen „LebensschützerInnen“ in Berlin zum „Marsch für das Leben“ auf. Am 17. September 2016 gehen christliche FundamentalistInnen für konservative Familienkonzepte auf die Straße. Sie fordern ein totales Abtreibungsverbot in Europa und Frauen, die ihre Schwangerschaft abbrechen, und ÄrztInnen, die den Eingriff vornehmen zu bestrafen. Aufgrund dieses massiven Eingriffs des „Bundesverband Lebensrecht“, dem Veranstalter des Marschs, in die Rechte von Frauen und Männern, ruft das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung zur Gegendemonstration am gleichen Tag auf. Wir von TERRE DES FEMMES unterstützen diese Aktion und wollen viele Menschen dazu ermutigen, um 13:30 Uhr zum Brandenburger Tor für eine Kundgebung zu kommen und anschließend Richtung Alexanderplatz aufzubrechen, um unserem gemeinsamen Anliegen Gehör zu verleihen.

Weiterlesen ...

Logo Transparenzinitiative   

Feed-Einträge