10.03.2006: Tchibo bemüht sich um Kurswechsel. Aktionen der "CCC-Kampagne" zeigen Wirkung

Wiedereinstellung bzw. Kompensationszahlungen für die entlassenen ArbeiterInnen bei Basic Apparels in Bangladesch

Produktonsraum bei Basic Apparels, Bangladesh

Produktonsraum bei Basic Apparels, Bangladesh

Foto: (c) Dr. G. Burckhardt

Seit September 2004 hat die "Kampagne für ‚Saubere' Kleidung" (Clean Clothes Campaign=CCC) die Öffentlichkeit über schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen bei Zulieferern von Tchibo in Bangladesch aufmerksam gemacht. Recherchen der CCC hatten u.a. ergeben, dass in der Fabrik Basic Apparels 230 Arbeiter/innen entlassen worden waren, nur weil sie einer Gewerkschaft angehört hatten. Rina Begum, eine der entlassenen Arbeiterinnen, war auf Einladung der CCC im Oktober 2005 durch zahlreiche Städte Deutschlands gereist und hatte über die Arbeitsbedingungen in der Fabrik berichtet.

Die massiven Proteste von Verbraucher/innen und die Berichterstattung in der Presse führten dazu, dass der achtgrößte Textillieferant Deutschlands endlich beginnt, seine Sozialverantwortung wahrzunehmen. Im Fall Basic Apparels verpflichtete Tchibo seinen Lieferanten, sich mit der Gewerkschaft NGWF an einen Tisch zu setzen. Ergebnis: Die unrechtmäßig entlassenen Arbeiter/innen konnten zwischen Wiedereinstellung oder Entschädigungszahlungen wählen. Die meisten entschieden sich für Entschädigungszahlungen in Form von sechs Monatslöhnen, die ihnen am 27.2.2006 ausgezahlt wurden. Zehn Arbeiter/innen wurden am 5. März wieder bei Basic Apparels eingestellt.

Zusätzlich verfasste die Fabrik eine neue Management Politik, in der das Recht auf Organisation und Information/Training der Arbeiter/innen über ihre Rechte enthalten ist. Tchibo erklärte sich bereit, seinen Lieferanten bei der Umsetzung der neuen Managementpolitik zu unterstützen. Die CCC begrüßt diesen Schritt, kritisiert aber, dass Basic weiterhin nur Mindestlöhne zahlt, die nicht zur Existenzsicherung ausreichen. Während es bei Basic Fortschritte gibt, bestehen bei anderen Zulieferern von Tchibo in Bangladesch weiterhin große Probleme.

Allgemein hat sich die Situation in den Bekleidungsfabriken in Bangladesch gerade in den letzten Tagen dramatisch verschlechtert. Es gab erst kürzlich Feuerbrände in  fünf Fabriken und Zusammenstürze von zwei Fabriken mit Hunderten von Toten und Verletzten (Näheres siehe: http://www.cleanclothes.org/news/06-02-bangladesh.htm)

Bilanz: Die Aktionen der "Kampagne für ‚Saubere' Kleidung" (CCC), die Proteste der Verbraucherinnen haben sich gelohnt! Es zeigt sich erneut: Die Verbraucherinnen müssen verstärkt ihre Macht nutzen!

Tübingen, 10.3.2006

Nachfragen richten Sie bitte an:
Dr. Gisela Burckhardt
Tel. 02 28 - 94 49 96 82

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