13.11.2008:TDF fordert von der Bundesregierung einen Aktionsplan zum Schutz vor Genitalverstümmelung

Nach Berechnungen von TERRE DES FEMMES leben in Deutschland über 4.000 Mädchen, die der Gefahr ausgesetzt sind, heimlich in Deutschland oder in den Ferien im Heimatland der Eltern an ihren Genitalien verstümmelt zu werden. Bislang fehlen in Deutschland Maßnahmen, um sie wirksam zu schützen.

"Alle Mädchen in Deutschland haben das Recht darauf, unversehrt aufzuwachsen. Genitalverstümmelung verletzt die körperliche und seelische Integrität von Mädchen massiv. Es ist unsere Pflicht, sie davor zu bewahren", so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. Deshalb fordert TERRE DES FEMMES von der Bundesregierung in einem Nationalen Aktionsplan:

  • Mehr Beratungsstellen für betroffene Frauen und ihre Familien.
  • Schulung von ÄrztInnen, Hebammen, ErzieherInnen und LehrerInnen zum Thema.
  • Teilnahme aller Kinder  - unabhängig von Geschlecht und Herkunft - an den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. So können nicht nur Fälle weiblicher Genitalverstümmelung, sondern auch von sexuellem Missbrauch öfter als bisher aufgedeckt werden.
  • ÄrztInnen müssen dem Jugendamt melden, wenn ein Mädchen bereits an den Genitalien verstümmelt worden ist. Denn dann muss davon ausgegangen werden, dass jüngere Schwestern extrem gefährdet sind und zu deren Schutz wirksame Maßnahmen ergriffen werden müssen.
  • Genitalverstümmelung muss in Deutschland ein eigener Straftatbestand werden. Dieser ist Voraussetzung dafür, dass Genitalverstümmelungen, die außerhalb Deutschlands durchgeführt werden, strafverfolgt werden können.

Am 25. November stellen TERRE DES FEMMES und Forward Germany e.V. im Bundestag ihre Vorschläge für einen Nationalen Aktionsplan gegen Genitalverstümmelung vor. Zeitgleich finden in 15 weiteren europäischen Staaten Veranstaltungen zu Nationalen Aktionsplänen statt.

Mehr dazu unter: http://www.frauenrechte.de/aktionsplan

Am Vorabend startet TERRE DES FEMMES die bundesweite Kampagne KEIN SCHNITT INS LEBEN! im Berliner Abgeordnetenhaus. Dabei liest die Schauspielerin Nina Hoss aus Büchern betroffener Frauen.
Mehr dazu unter: http://www.frauenrechte.de/kein-schnitt

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