Rundreise: Verhinderung der Organisierung der Arbeiter/innen in Bangladesch und Deutschland

Eine Gewerkschaftsführerin und eine Näherin aus Bangladesch klagen an: Lidl und KiK müssen ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden

Vom 14. November – 9. Dezember 2008 (Plan der Rundreisestationen, PDF-Datei) werden Shahida Sarker und Suma Sarker durch Städte in Deutschland, Österreich, Belgien und England reisen, um über Arbeitsbedingungen in Bekleidungsfabriken in Bangladesch zu berichten, in denen deutsche Discounter produzieren lassen. Shahida Sarker hat bis 1996 als Textilarbeiterin gearbeitet und ist seit 1995 Gewerkschaftsmitglied. Seit Februar 2005 ist sie Vorsitzende der Gewerkschaft National Garments Workers Federation (NGWF). Suma Sarker, die Witwe ist und Mutter eines Sohnes und ihren alten Vater versorgen muss, arbeitet seit ihrem 13. Lebensjahr in den Bekleidungsfabriken Bangladeschs. In einigen Städten Deutschlands werden auch Beschäftigte von Lidl und KiK von ihren Arbeitsbedingungen und ihrer sozialen Lage erzählen.

Ziel der Reise ist es, die Öffentlichkeit und auch Politiker/innen darauf aufmerksam zu machen, dass die Arbeitsbedingungen sich weltweit auf niedrigem Niveau angleichen: In Bangladesch sind sie menschenunwürdig und in Deutschland werden sie immer schlechter. In Bangladesch drücken die Discounter Lidl und KiK mit ihrer Einkaufsmacht die Preise bei ihren Lieferanten, so dass diese Löhne unter dem Existenzminimum an ihre Arbeiterinnen zahlen. Eine Interessenvertretung der Beschäftigten ist unmöglich: Wer aufmuckt, fliegt raus. Die Discounter zahlen in Deutschland ihren Beschäftigten teilweise sittenwidrige niedrige Löhne (so das Urteil des Dortmunder Arbeitsgerichts gegen KiK vom Mai 2008). Vollzeitstellen werden abgebaut, Teilzeitbeschäftigte machen die Arbeit zu Niedrigstlöhnen. Arm trotz Arbeit ist die Folge. Die Discounter verhindern, dass die Beschäftigten sich für ihre eigenen Interessen organisieren. All dies trifft vor allem Frauen – 80-90 Prozent der Näherinnen in Bangladesch sind Frauen, und 70 Prozent der Beschäftigten im deutschen Einzelhandel sind weiblich.

Die „Kampagne für ‚saubere’ Kleidung“ (Clean Clothes Campaign = CCC) hatte eine Untersuchung bei sechs Lieferanten von Lidl und KiK in Bangladesch durchführen lassen. Bei den Lieferanten wurden massive Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen festgestellt (siehe Broschüre „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK? Arbeitskraft zum Discountpreis-Schnäppchen für alle?“) .

Was muss getan werden? Gisela Burckhardt von der CCC stellt fest: „Die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Handelskonzerne haben bisher zu keinen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen geführt – sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Denn: Sie werden nicht umgesetzt.“

Sie sehen gut aus und dienen den Unternehmen als Schutzschild vor Kritik. Deshalb müssen der Staat oder die Staatengemeinschaften verbindliche grenzüberschreitende Regeln für Unternehmensverantwortung einführen und endlich transnationale Unternehmen zu einer Rechenschaft über ihr Tun verpflichten.

Weitere Informationen:
Gisela Burckhardt, Vertreterin von NETZ Bangladesch in der Kampagne für Saubere Kleidung,
Tel. 0228-94499682, gisela.burckhardt@web.de

Die Kampagne für Saubere Kleidung / Clean Clothes Campaign ist ein internationales Netzwerk aus Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen, das sich für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der ArbeiterInnen in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie einsetzt.

Submit to FacebookSubmit to Google BookmarksSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

logo-transparenzinitiative

Stromwechsel hilft - gegen Frauenhandel

Verleihen und Gutes tun!