14.03.2008: TDF fordert: Bundesregierung muss bei Genitalverstümmelung endlich handeln!

TERRE DES FEMMES fordert von der Bundesregierung endlich konkrete Schritte im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland. Der Familienausschuss des Bundestages  hatte sich am Mittwochnachmittag erneut mit dem Thema befasst. Eine Einigung unter den Fraktionen kam nicht zustande. Die drei von den Oppositionsparteien eingereichten Anträge zur Verbesserung der Situation betroffener Frauen und zum Schutz gefährdeter Mädchen wurden abgelehnt.

"Wir sind sehr enttäuscht, dass die große Koalition immer noch keinen Handlungsbedarf sieht. Leidtragende sind die 20.000 bereits von Genitalverstümmelung betroffenen Frauen und mindestens 4.000 gefährdeten Mädchen in Deutschland", so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

"Es ist ein Skandal, dass diese Menschenrechtsverletzung in Deutschland schon so lange ignoriert wird! Auch wenn dieses Thema kaum Wählerstimmen bringt, hat jedes Mädchen - egal welcher Herkunft - das Recht, unversehrt aufzuwachsen. Nach über zehn Jahren Debatten ist ein bundesweiter Aktionsplan längst überfällig", empört sich Christa Stolle.

Daher fordert TERRE DES FEMMES:

  • mehr Beratungsangebote für Betroffene,
  • Schulungen für ÄrztInnen, ErzieherInnen, LehrerInnen, MitarbeiterInnen von Jugendämtern, Polizei und Justiz
  • die Aufnahme von Genitalverstümmelung als eigenen Tatbestand ins Strafgesetzbuch,
  • Aufklärungskampagnen für MigrantInnen
  • verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen für alle Kinder,
  • Einrichtung eines bundesweiten Referenzzentrums mit Datenbank

1997 fand die erste Bundestagsdebatte zu Genitalverstümmelung statt. Zehn Jahre später, im September 2007 lud der Familienausschuss im Bundestag TERRE DES FEMMES  zu einer Expertinnenanhörung.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung.
Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Franziska Gruber (Referentin), Tel. 07071/7973-0
oder per Mail an genitalverstuemmelung@frauenrechte.de

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