29.01.2008: Kampagne 'Saubere' Kleidung erhebt schwere Vorwürfe gegen Discounter Lidl und KiK

in ihrer Broschüre "Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK? Arbeitskraft zum Discountpreis - Schnäppchen für alle?"

Titelblatt der Broschüre 'Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK?'Die Broschüre untersucht die Auswirkungen der Einkaufspraktiken der Discounter auf die Arbeitsbedingungen der NäherInnen in Bangladesch. Im Detail werden die Arbeitsrechtsverletzungen dokumentiert. NäherInnen berichten über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten von Deutschlands Discountern. Hierzu gehören zahlreiche unbezahlte Überstunden bis spät in die Nacht, Arbeitsverträge zu Niedrigstlöhnen und Verhinderung jeglicher gewerkschaftlicher Organisierung.

Gisela Burckhardt, Mitautorin und Redakteurin der Broschüre, wirft den Discountern vor: "Lidl und KiK kommen ihrer Unternehmensverantwortung nicht nach. Es ist ein Skandal, dass deutsche Unternehmen auf dem Rücken der NäherInnen und ohne Rücksicht auf die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten ihre Gewinne machen". Burckhardt betont weiter: "Die massiven Arbeitsrechtsverletzungen bei den untersuchten Lieferanten von Lidl und KiK in Bangladesch stellen keine Einzelfälle dar. Mit dieser Untersuchung will die CCC vielmehr darauf hinweisen, dass systematisch Arbeits- und Menschenrechte bei den Lieferanten der Discounter verletzt werden." Mit ihrer Broschüre möchte die Kampagne in den kommenden Monaten möglichst viele KonsumentInnen über die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Billig-Kleidung informieren.

Aber nicht nur die NäherInnen in Bangladesch, auch die VerkäuferInnen in Deutschland spüren tagtäglich die Folgen der Discountierung. Nicht nur die Waren und ihre Präsentation sollen billig sein, auch die VerkäuferInnen. Arm trotz Arbeit ist die Folge, Stellen für Vollzeitbeschäftigte sinken - seit 2003 gingen 180.000 Stellen im Einzelhandel verloren - Teilzeitbeschäftigte mit Niedrigstlöhnen machen die Arbeit. Und dies trifft vor allem Frauen - 70 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel sind weiblich.

Durch den Konzentrationsprozess im Einkauf haben die Discounter eine gewaltige Macht entwickelt und gehören heute zu den Top10 der deutschen Textileinzelhändler. Durch diese Marktposition sind sie imstande, Preise zu drücken, Lieferfristen zu kürzen und immer mehr Verantwortung auf ihre Lieferanten abzuschieben. Die Strategie ist: Billiger, schneller, flexibler, das Risiko sollen die Lieferanten tragen. Die Produzenten in Bangladesch stehen den großen Konzernen oft machtlos gegenüber, allerdings tragen sie selber auch große Verantwortung. Sie geben den Druck weiter an die NäherInnen, auf deren Rücken letztlich der Kampf um die niedrigen Preise ausgetragen wird.

 

  • Bestellung der Broschüre bei INKOTA-netzwerk: Tel. 030-4289111, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Weitere Informationen:
Gisela Burckhardt, Vertreterin von NETZ Bangladesch in der Kampagne für Saubere Kleidung, Tel. 0228-94499682,  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Evelyn Bahn, Koordinatorin der CCC-Eilaktionen: Tel. 0177-3243408; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Kampagne für Saubere Kleidung / Clean Clothes Campaign ist ein internationales Netzwerk aus Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen wie TERRE DES FEMMES, das sich für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der ArbeiterInnen in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie einsetzt.

 

Submit to FacebookSubmit to Google BookmarksSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

logo-transparenzinitiative

Stromwechsel hilft - gegen Frauenhandel

Verleihen und Gutes tun!