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Referat Flucht und Frauenrechte

Weltweit sind mehr als 65 Mio. Menschen auf der Flucht. Etwa die Hälfte sind Mädchen und Frauen. Der Großteil von Ihnen flieht innerhalb ihres Landes oder in benachbarte Länder. Vergleichsweise wenige erreichen Europa.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden im Jahr 2015 über 400.000 Asylanträge in Deutschland gestellt. Rund 30% der Geflüchteten in Deutschland sind Frauen. Im Jahr 2016 wurde das Asylrecht deutlich verschärft. Durch das Asylpaket II wurde das Recht auf Familiennachzug für subsidiär geschützte Menschen für zwei Jahre ausgesetzt. Gleichzeitig hat sich die Entscheidungspraxis des BAMF verändert. Immer mehr Menschen, die aus Syrien stammen werden als subsidiär zu schützende Menschen eingestuft. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich künftig mehr Frauen und Kinder gezwungen sehen, sich eigenständig auf den gefährlichen Fluchtweg nach Deutschland zu begeben.

Frauen wie Männer fliehen aus Kriegs- und Krisengebieten, vor Gewalt, Terror, Armut, Diskriminierung oder aufgrund religiös sowie politisch motivierter Verfolgung. Mädchen und Frauen fliehen aber auch, weil sie in ihren Herkunftsländern von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind, die ausschließlich Mädchen und Frauen betreffen. Zu diesen frauenspezifischen Fluchtgründen gehören u.a. Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung und Frühehen.

Weibliche Geflüchtete, insbesondere aber alleinfliehende Frauen (mit und ohne Kinder), sind in allen Phasen ihrer Flucht einem besonderen Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. TERRE DES FEMMES fordert, dass der besonderen Schutzbedürftigkeit von Frauen und Minderjährigen auf allen Etappen der Flucht Rechnung getragen wird.

 

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