Bilanz des Deutschen Werberates 2014: 14 Unternehmen gerügt – alle wegen frauenfeindlicher Werbung

Die Jahresbilanz des Deutschen Werberates zeigt, dass Werbungen nach wie vor viel zu häufig frauendiskriminierende Inhalte enthalten. Immer wieder versuchen Unternehmen Produkte und Dienstleistungen mit Frauenkörpern als Hingucker zu bewerben - ganz nach dem Motto SEXism SELLS! TERRE DES FEMMES fordert deshalb ein stärkeres Vorgehen gegen die jeweiligen Unternehmen und kämpft weiterhin für einen Bewusstseinswandel, sodass Frauen in Zukunft nicht mehr zu Werbezwecken instrumentalisiert und degradiert werden.

Zorniger KaktusLaut Bilanz 2014 des Deutschen Werberates wurden letztes Jahr 566 Werbemotive und -spots geprüft. Über ein Drittel nämlich 198 Werbemaßnahmen wurden 2014 wegen des Vorwurfs des frauenherabwürdigender (sexistischer) oder frauendiskriminierender Werbung analysiert. 2013 waren es noch 154 Fälle. Das schärfste Mittel, die öffentliche Rüge, wurde im letzten Jahr gegen 14 Firmen ausgesprochen. Der Werberat betont, dass öffentliche Rügen gegenüber uneinsichtigen Unternehmen nur selten genutzt werden müssten. In den meisten Fällen würden sich die Unternehmen kooperativ verhalten, die jeweilige Werbung einstellen, oder abändern. Die Bilanz von 2014 verdeutlicht jedoch, dass die Sachlage bei frauendiskriminierender Werbung anders aussieht: Alle Rügen wurden wegen frauenfeindlicher Werbung ausgesprochen!

Gerügt wurden: TV-Service Manfred Krysiak, Möbel Mitnahmemarkt GmbH, Schuh Mayr e.K., Fahrschule light, Bauteam Zeuch, Magdetour e.K., Zeitzer Gerüstbau GmbH, Altenburger Bauerei GmbH, Joker GmbH, Patzsch GmbH, Tischlerei Janssen GmbH, Call a Pizza Marketing GmbH, TEPGO Shop und Co. Warenvertriebs GmbH, Städtewerbung Schnelle "Ein echter Hingucker!"

Die gestiegene Zahl der Beschwerden deutet auch auf eine erhöhte Sensibilisierung der KonsumentInnen hin. Die erhöhte Beschwerdebereitschaft ist ein Erfolg von TERRE DES FEMMES und den zahlreichen MitstreiterInnen gegen frauenfeindliche Werbung. Es zeigt, dass sich die KonsumentInnen emanzipieren und es sich nicht mehr gefallen lassen, dass Frauenkörper ohne Zusammenhang zum Produkt und in herabwürdigender Weise dargestellt werden.

Bildunterschrift: 2014 erhielt der handballvereine Füchse Berlin den Negativ-Preis. Foto: © TERRE DES FEMMES

 

Der Kampf geht weiter – 2015 werden wir wieder unseren Negativ-Preis „Der Zornige Kaktus“ zu frauenfeindlicher Werbung erneut vergeben

TERRE DES FEMMES setzt sich seit 2006 aktiv gegen frauenfeindliche Werbung ein. 2014 wurde im Rahmen des Internationalen Tages „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November zum ersten Mal der Negativ-Preis „Der Zornige Kaktus“ für besonders frauenfeindliche Werbung verliehen und stieß auf enorm positive Resonanz.

TERRE DES FEMMES wird auch in Zukunft gegen frauenfeindliche Werbung vorgehen. Im Sommer 2015 werden wir unseren Negativ-Preis „Der „Zornige Kaktus“ für besonders frauenfeindliche Werbung erneut vergeben. Unser Ziel: Die Bandbreite von frauenfeindlicher Werbung aufzeigen. KonsumentInnen sollten sensibilisiert und Möglichkeiten des Protestes aufgezeigt werden. Die werbenden Unternehmen sollen zum Umdenken bewegt werden!

Die Kriterien für die Nominierung für die Nominierung umfassen unter anderem die abwertende Darstellung von Mädchen und Frauen, die Inszenierung von Mädchen und Frauen als (allzeit verfügbare) Sex-Objekte, Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen und einen fehlenden Zusammenhang zwischen Produkt und Model. TERRE DES FEMMES gibt außerdem Hinweise, wie die Bevölkerung selbst gegen frauenfeindliche Werbung aktiv werden kann.

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