Förderprojekte

TERRE DES FEMMES betreibt keine eigenen Projekte in Form von Entwicklungshilfe vor Ort, sondern unterstützt Projekte, die von Selbsthilfegruppen in den jeweiligen Ländern selbst initiiert wurden und sich als zuverlässig und erfolgreich erwiesen haben. Wir sind davon überzeugt, dass Initiativen aus den „eigenen“ Reihen viel nachhaltiger und wirkungsvoller sind und den Bedürfnissen der Frauen entsprechen.

Vom Referat Frauenhandel und prostitution und der AG Frauenhandel und Prostitution werden zur Zeit folgende Projekte unterstützt:

FLORIKA, Bulgarien – Prävention von Frauenhandel

Mädchen im Projekt FLORIKA in Kleidern, die sie selbst im Nähunterricht hergestellt haben. Foto: © TERRE DES FEMMESMädchen im Projekt FLORIKA in Kleidern, die sie selbst im Nähunterricht hergestellt haben. Foto: © TERRE DES FEMMESInterventionsgebiete:
Bulgarien, Stadt Burgas am Schwarzen Meer

Wird von TDF unterstützt seit: 2012

Zielgruppe: Benachteiligte Mädchen aus einem Roma-Viertel der Stadt Burgas

Projektaktivitäten:

  • Pädagogische Förderung der Mädchen und Sensibilisierung der Eltern
  • Ermutigung der Mädchen die Schule abzuschließen und eine Ausbildung zu machen (Unterstützung bei Hausaufgaben, Ausbildungsplatzsuche etc.)
  • Kampagne gegen Frauenhandel, Informieren von Eltern und Töchtern
  • Aufklärung der Mädchen über ihre Rechte
  • Breit gefächertes pädagogisches Kursangebot: Tanzen, Kochen, Malen, Basteln, Fotografieren und Nähen
  • Organisation von Ausflügen und Vorführungen, um gegen die Ausgrenzung der Roma-Mädchen vorzugehen

Projektgründerin/Leiterin: NRO "ROMA-Union" Burgas
Kontakt TDF: Ehrenamtliche Projektkoordinatorin Juliane von Krause (bulgarien@frauenrechte.de) oder Referat Internationale Zusammenarbeit (iz@frauenrechte.de)
Projektflyer: Informationsflyer FLORIKA (PDF-Datei)

 

  • Hintergrund

  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

  • Unterstützung

  • Weitere Informationen

Hintergründe und Projektbeschreibung

Frauenhandel und Kinderheirat in Burgas/BulgarienEine Mädchengruppe mit den MitarbeiterInnen des Projektes: ganz links: Sozialarbeiterin, 2.v.l.: Nählehrerin, in der Mitte: Projektleiter, 3.v.r.: Tanzlehrer, 2.v.r.: Sozialarbeiterin Foto: © Juliane v. KrauseEine Mädchengruppe mit den MitarbeiterInnen des Projektes. V.l.n.r. Sozialarbeiterin, Nählehrerin, Projektleiter, Tanzlehrer, Sozialarbeiterin. Foto: © Juliane v. Krause

In den letzten Jahren kommt ein hoher Anteil der Frauen, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden aus Bulgarien. Die Mädchen und jungen Frauen in der Region Burgas sind sehr gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden. In Burgas leben in großer Armut circa 8000 romani oder türkisch sprechende Einwohner, von denen 50 bis 70% arbeitslos sind. Die Mädchen werden oft bereits mit 13 Jahren verheiratet und besuchen nach der Eheschließung auch die Schule nicht mehr. Vielfach lassen die arbeitslosen Eltern ihre Kinder in Bulgarien mit den Großeltern oder Verwandten zurück und versuchen in Deutschland Arbeit zu finden.

 

Das FLORIKA-Projekt

FLORIKA fördert benachteiligte Roma-Mädchen aus einem Elendsviertel in der bulgarischen Stadt Burgas am Schwarzen Meer. Die Mädchen sind zwischen neun und 15 Jahren alt. In der Tagesstätte des Projektes werden die Mädchen von zwei Sozialpädagoginnen unterstützt, die selbst Roma sind und es für sie ein Herzensanliegen ist, Verbesserungen für Mädchen und Frauen in ihrer Gesellschaft zu erreichen. Außerdem helfen sie den Mädchen bei den Hausaufgaben, geben Näh- und Kochunterricht, tanzen und spielen mit ihnen und geben ihnen somit eine individuelle pädagogische Förderung.

Ihre Unterstützung für die erfolgreiche Hilfe für ein aufgeklärtes Leben!

Drei Mädchen von FLORIKA beim Nähunterricht. Foto: © Juliane v. Krause.Drei Mädchen von FLORIKA beim Nähunterricht. Foto: © Juliane v. Krause.Aufgrund der großen Armut fehlt es in den Familien an dem Nötigsten, selbst am Essen für die Kinder. Das Projekt FLORIKA bietet neben der pädagogischen Unterstützung auch die Möglichkeit mit den anderen Mädchen zusammen zu kochen und gemeinsam eine warme Mahlzeit zu essen.

Die Mitarbeiterinnen des Projektes arbeiten derzeit mit 45 Mädchen, die regelmäßig in die Tagesstätte neben der Schule kommen. Viele haben den Grundschulabschluss geschafft und gehen auf eine weiterführende Schule. Da viele der Mütter, meist selbst erst Ende Zwanzig, Analphabetinnen sind, ist das sehr erfreulich. Die Eltern werden als Ehrenamtliche in das Projekt mit eingebunden.

Das Projekt FLORIKA setzt sich mit gezielter Bildungs- und Präventionsarbeit dafür ein, dass die benachteiligten Mädchen eine Chance auf ein besseres Leben erhalten. Dabei werden die praktischen und sozialen Kompetenzen der Mädchen ausgebaut und so ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

TERRE DES FEMMES unterstützt FLORIKA in Zusammenarbeit mit „STOP dem Frauenhandel“ in München

Projektaktivitäten von FLORIKA

Pädagogische Arbeit mit den Mädchen

 Die Mädchen bei einem Ausflug ans Meer. Foto ©: Juliane von KrauseDie Mädchen bei einem Ausflug ans Meer.
Foto ©: Juliane von Krause
Im 2014 und 2015 haben 61 Mädchen und 12 Eltern an den Programmen teilgenommen. Die Mädchen waren zwischen 9 und 15 Jahren alt und stammten aus einem der Roma-Viertel in Burgas.

  • Jeweils 2x wöchentlich, immer vor- und nachmittags haben 21 Teilnehmerinnen durch eine Fachkraft Nähunterricht erhalten. 
  • Ebenfalls 2x in der Woche haben 22 Mädchen zusammen mit der Pädagogin gekocht und zu Mittag gegessen. Im Kochunterricht lernen die Mädchen gesunde und vollwertige Mahlzeiten mit örtlich verfügbaren Zutaten zu kochen.
  • Es gab eine Gruppe, in der gebastelt wurde und auch gesellschaftliche Themen diskutiert wurden (31TN).
  • Die Sozialpädagoginnen motivieren die Mädchen zu regelmäßigem Schulbesuch, sie kontrollieren ihre schulischen Leistungen, helfen den Mädchen bei den Hausaufgaben, vorwiegend in den Fächern Bulgarisch, Geschichte, Mathe. Eine Anzahl von 16 Mädchen hat Nachhilfe bekommen. Es finden oft Kontakt/Treffen zwischen den Lehrkräften und Eltern statt.
  • 2x  in der Woche gab es das Angebot Tanzunterricht und Bewegung mit 31 Teilnehmerinnen. Die Choreographien zur Musik zu lernen, macht den Mädchen sehr viel Freude und hilft ihnen, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Wichtig sind auch die öffentlichen Auftritte.
  • Die Tanzgruppe hat Choreografien für vier Tanzveranstaltungen im Juni, August und Dezember 2014 und Juni 2015 einstudiert und vorgeführt. 
  • Die Mädchen haben zusammen Ostern und Weihnachten gefeiert.
  • Es wurden fünf Ausflüge in der Stadt organisiert

Elternarbeit

FLORIKA-Mädchen vor einem Tanzauftritt vor FreundInnen und Familie. Foto ©: Juliane von KrauseFLORIKA-Mädchen vor einem Tanzauftritt vor FreundInnen und Familie.
Foto ©: Juliane von Krause
Das Team der Roma-Union hat viel Streetwork im Viertel geleistet, sie haben Kontakt zu den Eltern gezielt gesucht und aufgenommen. Durch Hausbesuche und regelmäßige Elterntreffen wurden ihnen die Ziele des Projektes erklärt. In den Elterngesprächen wurden die Themen Ausbildung, Arbeit, Beruf, Armut, Erziehung, Lebensperspektiven, Sexualität, Früh- und Zwangsehen und Menschenhandel thematisiert. 

Die wichtigste Arbeit haben die Sozialpädagoginnen geleistet. Sie haben die Eltern überzeugt, dass der Schulunterricht gut für die Zukunft der Mädchen ist. Sie haben das Vertrauen der Eltern und ihrer Töchter gewonnen.  Die Mädchen besuchen gerne das Projekt, da die Sozialpädagoginnen ihre engsten Vertrauten geworden sind. In Gruppen und in individuellen Gesprächen wurden viele Themen angesprochen und diskutiert, wie zum Beispiel Früh- und Zwangsehen, die Rolle der Frau in der Familie, die Rechte des Kindes, Frau und Beruf, die Frau und die Schule, die verschiedene Berufe und was man lernen muss, um einen Beruf zu erlernen. Weitere Themen sind: Tradition, Kultur, Prostitution,  Menschenhandel, Freundschaft, Liebe, Träume und Wege die Träume zu verwirklichen.

Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit

Es finden regelmäßige Treffen mit  der Leitung und den Lehrkräften von zwei Grundschulen in den Roma -Vierteln, von  zwei Berufsschulen( für Gastronomie und Automechaniker) in Burgas, und von verschiedenen  Waisenhäuser finden statt. Das Team des Projektes arbeitet eng zusammen mit der Stadt Burgas, besonders mit der stellvertretenden Bürgermeisterin, die für die Bildung und die Minderheiten zuständig ist.

Gemeinsame  Projekte (öffentliche Auftritte, Filmbesuche) wurden mit der örtlichen Kommission zur Bekämpfung des Menschenhandels in Burgas, mit der Nicht-Regierungs-Organisation Demetra und mit der Caritas organisiert.

Erfolge des Projekts

Mädchen im Projekt FLORIKA beim gemeinsamen Austausch. Foto ©: TERRE DES FEMMESMädchen im Projekt FLORIKA beim gemeinsamen Austausch. Foto ©: TERRE DES FEMMES

In der pädagogischen Arbeit mit den jungen Mädchen achten die Pädagoginnen darauf, den jungen Frauen auch Kompetenzen zu vermitteln, die sie in den Familien nicht lernen: Sich die eigenen Wünsche und Bedürfnisse bewusst zu machen und eigene Lebensziele zu reflektieren und zu verfolgen. Die Mädchen werden in ihrem Selbstvertrauen gestärkt. Diese Kompetenzen sind im Hinblick auf mögliche Arbeitssuche und ihre weitere Entwicklung wichtig. Die Mädchen haben gerne und regelmäßig an den Aktivitäten teilgenommen. Die Arbeit wird sorgfältig dokumentiert.

Positiv zu vermerken ist, dass es auch 2014 und 2015 keine Schulabrecherinnen unter den Teilnehmerinnen des Projekts gab. 8 Mädchen haben den Schulbesuch auch nach der Grundschule (8. Klasse) in einer Schule fortgesetzt, in die nicht nur Roma Kinder gehen. Ein anderer Erfolg ist die Tatsache, dass kein Mädchen in diesem Jahr zwangsweise verheiratet wurde. Es ist auch kein Mädchen nach Westeuropa in die Prostitution gehandelt worden.

Von März 2015 bis April 2015 lief das Projekt „Prävention von Schwangerschaften und Frühehen“, das vom deutschen Auswärtigen Amt finanziert wurde. Zielsetzung war, die Mädchen und Jungen, aber auch Eltern darüber zu informieren, dass Teenager-Schwangerschaften für Mütter wie ihre Kinder viele Probleme aufwerfen. Dieser tolle Erfolg ist TERRE DES FEMMES, und speziell Renate Staudenmeyer zu verdanken. TERRE DES FEMMES hat es geschafft, dass die Mitarbeiterinnen von Florika im September in die deutsche Botschaft eingeladen wurden, um eine Delegation des Menschenrechtsausschusses aus dem deutschen Bundestag zu sprechen.

Aktiv werden & Spenden

Auch in Zukunft benötigt FLORIKA finanzielle Unterstützung für:

  • die Beschaffung der Materialien für die Gruppen
  • die Finanzierung des Betreuungspersonals der Mädchen und von Tanzpädagogen und Schneiderin.
  • die Lebensmittelversorgung der Mädchen
  • Kampagnen und Aufklärung zum Thema Frauenhandel und Kinderheirat
  • das Ermöglichen von Ausflügen

 

Unterstützen Sie FLORIKA mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

Sie können auch mit dem Stichwort „Bulgarien“ auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
Konto 103 116 000
BLZ 830 944 95
BIC GENODEF1ETK
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00

 

Weitere Informationen

Flyer

FLORIKA-Projektflyer (PDF-Datei)

 

Jahresbericht

Reiseberichte

Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

oder bei der

TERRE DES FEMMES Projektkoordinatorin:
Städtegruppe München, Juliane von Krause
E-Mail: bulgarien@frauenrechte.de 

 

 

 

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