LehrerInnenfortbildungen in Berlin zum Thema Zwangsverheiratung

Foto: © auremar - fotolia.comTERRE DES FEMMES bietet in diesem Jahr in Berlin von April bis Oktober zehn Fortbildungen zum Thema Zwangsverheiratung an und geht in die Berliner Schulen, um aufzuklären und zu beraten. Weiterhin bieten wir spezielle Beratung für Lehrkräfte und SchulsozialarbeiterInnen an und führen Supervision/Fallberatung für Fachkräfte durch.

 

 

 

Stimmen aus der Fortbildung

Viele der LehrerInnen äußerten zu Beginn der Fortbildung, dass Sie sich bisher alleine gefühlt haben mit dem Problem Zwangsheirat: "In meiner Klasse gibt es viele Mädchen, die potentiell gefährdet sind und schon angedeutet haben, dass sie gegen ihren Willen heiraten müssen. Was mache ich denn, wenn eine mich ganz konkret nach Hilfe fragt? Bin ich dann nicht auch selbst gefährdet? Oder wie gehe ich vor, wenn sie aus den Ferien nicht zurückkommt, weil sie im Herkunftsland zwangsverheiratet wurde?", so eine der FortbildungsteilnehmerInnen.

Am Ende der Fortbildung geben viele der TeilnehmerInnen die Rückmeldung, dass sie nun nicht mehr unsicher sind im Umgang mit (potentiell) Betroffenen. "Den 10-Punkte-Plan von Euch werde ich mir direkt über meinen Schreibtisch hängen, um im Notfall zu wissen, wie ich vorgehen kann - danke für die konkrete Hilfsstellung", gab eine der Teilnehmerin Rückmeldung.

Hintergrund des Projektes

Fortbildung in Frankfurt/Main am 11.10.2012. Foto ©: TERRE DES FEMMESFortbildung in Frankfurt/Main am 11.10.2012.
Foto ©: TERRE DES FEMMES
Zwangsverheiratungen sind eine Form von gravierender Gewalt und stellen eine schwere Menschenrechtsverletzung dar. Sie sind oft eingebettet in einen Kontext massiver familiärer Gewalt. Häufig geht eine Zwangsverheiratung mit Schul- und Ausbildungsabbrüchen einher. Betroffene sind davon bedroht, für die Ehe ins Ausland verschleppt zu werden und dort leben zu müssen.

Nach der aktuellen Studie zum Thema Zwangsverheiratung in Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend waren 2008 über 3.440 Personen von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen, die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher.

Gerade LehrerInnen sind bei den zumeist 16-21-jährigen Betroffenen erste (und häufig auch einzige) Ansprech- und Vertrauenspersonen, da die Schule oft der einzige Ort ist, wo sie nicht von der Familie kontrolliert werden. Häufig jedoch haben LehrerInnen zu wenig Erfahrung im Umgang mit Betroffenen, sie sind verunsichert und wissen nicht, wie sie im Notfall helfen können. Umso wichtiger ist es, dass Lehrkräfte adäquat geschult werden, um präventiv aktiv zu werden und auch im Notfall adäquat handeln zu können.

LehrerInnenfortbildungen zu Zwangsheirat

Arbeit in den Schulen in Berlin zum Thema Zwangsheirat:

  • TERRE DES FEMMES bietet Schulungen für das Lehrerkollegium zum Thema Zwangsverheiratung an
  • Wir führen auf Nachfrage Beratung von Lehrkräften sowie SchülerInnen in der Schule durch
  • Wir bieten Informationsveranstaltungen in der Schule an

Beratung/Supervision

  • Lehrkräfte/SchulsozialarbeiterInnen können sich bei TERRE DES FEMMES in der allgemeinen Sprechstunde beraten lassen (telefonisch, per E-Mail oder nach Absprache persönlich in unserer Beratungsstelle).
  • Einmal monatlich bieten wir zum Thema Zwangsheirat Supervision bzw. Fallberatung für Fachkräfte aus dem Bildungswesen nach vorheriger Anmeldung an. Jetzt anmelden..
  • Speziell für Lehrkräfte und SchulsozialarbeiterInnen findet Dienstags von 9.00-10.00 Uhr eine telefonische Sprechstunde statt. (Tel. 030/40 50 46 99-30)


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Projektleiterin:
Myria Böhmecke, E-Mail: ehrverbrechen-berlin@frauenrechte.de, Tel. 030/40 50 46 99-0

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds kofinanziert.

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