Situation weltweit: Braut mit 9, Mutter mit 13?

In vielen Ländern der Erde, vor allem in Afrika und Asien, ist es üblich, Mädchen schon sehr früh, oft noch als Kind, zumindest jedoch vor dem 18. Geburtstag zu verheiraten. Für dieses Phänomen haben sich international die Begriffe early bzw. child marriage (Früh-/Kinderehe) durchgesetzt. Diese Frühehen sind eine Form der Zwangsverheiratung, denn Kinder können sich noch nicht angemessen wehren, bzw. können die Folgen einer Verheiratung nicht abschätzen. Für junge Mädchen kann eine große Feier im schönen Kleid mit vielen Geschenken verlockend sein, so dass sie einer Heirat zustimmen. Was eine Ehe dann aber tatsächlich für sie bedeutet, die Arbeit im Haushalt, sexuelle Gewalt, frühe Schwangerschaft, das Ende der Kindheit, erahnen sie häufig nicht einmal ansatzweise. Daher spricht TERRE DES FEMMES im Folgenden stets von Frühehen/Zwangsverheiratung Minderjähriger.

Die 10 Länder mit den höchsten Raten an Frühehen

Weltweit leben aktuell mehr als 700 Millionen (700.000.000) Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Davon waren ca. 250 Millionen noch nicht einmal 15 Jahre alt. Diese Zahlen veröffentlichte UNICEF (PDF-Datei) anlässlich eines „Mädchengipfels“ im Juli 2014, den das Kinderhilfswerk zusammen mit der britischen Regierung zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung und Kinder-, Früh- und Zwangsehen veranstaltete.

In Südasien und in Subsahara-Afrika finden prozentual gesehen die meisten Frühehen statt.

Folgende Länder bilden die „Top 10“:


Quelle: UNICEF State of the World’s Children, 2015 Quelle: UNICEF State of the World’s Children, 2015

Einzelne Länder porträtieren wir im Hinblick auf die Situation zur Frühehe in unseren Länderprofilen.

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