| Was ist Häusliche Gewalt? |
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Je nach Region sind zwischen 20 und 59 Prozent der weiblichen Weltbevölkerung Häuslicher Gewalt ausgesetzt. Auch in Deutschland gehören Misshandlungen durch den Ehemann oder Lebenspartner zum Alltag vieler Frauen. Laut einer 2002 von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie haben bereits 25% der Frauen in Deutschland Formen körperlicher oder sexueller Gewalt oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt. Mehr über die Ursachen Häuslicher Gewalt Häusliche Gewalt hat mehrere Dimensionen
Gewalt in einer Beziehung ist nie ein einmaliges Ereignis. In den meisten Misshandlungsbeziehungen wird die Gewalt von der gewaltausübenden Person systematisch eingesetzt, um das Gegenüber ständig in einer unterlegenen Position zu halten. Betroffene leiden oftmals unter Selbstzweifeln und übernehmen die Verantwortung für die erlebte Gewalt. Mehr über die Formen und Ausmaße Häuslicher Gewalt Häusliche Gewalt ist mehr als nur ein privates Problem
Jährlich flüchten rund 40 000 Frauen in eines der 360 Frauenhäuser bundesweit. Trotzdem ist es noch immer nicht gelungen, eine flächendeckende, angemessene und sichere Finanzierung durchzusetzen, die den betroffenen Frauen nicht auch noch die Kosten für die Finanzierung des Frauenhausaufenthaltes aufbürdet. Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit. Allein die Tatsache, dass ein Viertel der weiblichen Bevölkerung Deutschlands von ihr betroffen ist, sollte genügen, um Häusliche Gewalt als gesamtgesellschaftliches Problem zu begreifen. Doch ein weiterer Blick auf nüchterne Zahlen untermauert diese Tatsache: Polizeieinsätze und Gerichtsverfahren, aber auch Arbeitsausfälle, ärztliche Behandlungen und psychologische Betreuungen, die durch Männergewalt gegen Frauen und Mädchen notwendig werden, sowie die verminderte Lebensqualität von Betroffenen kosten Staat und Wirtschaft jährlich mehrere Milliarden Euro. Mehr über die Folgen Häuslicher Gewalt Zurück... |


Es existiert keine einheitliche Definition von Häuslicher Gewalt, doch meistens ist damit die Gewalt gemeint, die von einem (ehemaligen) Beziehungspartner an seiner oder ihrer PartnerIn ausgeübt wird. In 90% der Fälle sind Männer die Täter und Frauen die Opfer - zusammen mit ihren Kindern. Die Kinder sind mehr als nur Zeugen der Gewalt: Studien zeigen eine Korrelation zwischen Häuslicher Gewalt gegen Frauen und einer Misshandlung der Kinder durch die Täter.
Ausgeübt wird die Gewalt in physischer, sexueller und psychischer Form. Sie reicht von Drohungen, Einschüchterungen und Demütigungen über Schläge, Tritte und Vergewaltigungen bis hin zu Mord. Auch soziale Isolierung und ökonomische Gewalt sind Merkmale der Misshandlung. Häusliche Gewalt bedeutet, Macht und Kontrolle über den Partner auszuüben.
Beziehungskonflikte, auch gewalttätige, werden von eventuellen ZeugInnen - NachbarInnen oder FreundInnen - als Teil der Privatsphäre verstanden, in die sich einzumischen als aufdringlich empfunden wird. Die vom Partner ausgeübte Kontrolle erschwert zusätzlich den Kontakt zu Außenstehenden. Darüber hinaus gibt es ganz konkrete Schwierigkeiten wie die finanzielle Abhängigkeit vom Täter. Das Beenden einer gewalttätigen Beziehung beendet noch nicht die Gefährdung. Im Gegenteil: Das Risiko, Opfer von Gewalttaten durch den (Ex-) Partner zu werden, steigt besonders nach einer Trennung.





