Filmprojekt „Moolaadé“ sensibilisiert erfolgreich gegen weibliche Genitalverstümmelung in Burkina Faso
Ein Film mit der Kraft, etwas zu verändern
Weibliche Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation bzw. FGM) ist trotz eines gesetzlichen Verbots seit 30 Jahren immer noch bittere Realität für 56 Prozent aller Mädchen und Frauen in Burkina Faso zwischen 15 und 49 Jahren. Um das Schweigen über diese schwere Menschenrechtsverletzung zu brechen und den gesellschaftlichen Dialog anzustoßen, griff Association Bangr Nooma (ABN), die burkinische Partnerorganisation von TERRE DES FEMMES, 2024 und 2025 auf ein besonderes, wirksames Medium zurück: den preisgekrönten Film „Moolaadé“ des senegalesischen Regisseurs Ousmane Sembène. Mit finanzieller Unterstützung eines großzügigen Unterstützers konnte „Moolaadé“ an diversen Orten vor großem Publikum gezeigt werden.
Der Film erzählt die Geschichte einer Frau, die sich FGM mutig entgegenstellt: vier junge Mädchen flüchten aus Angst vor FGM zu Collé, die bereits ihre eigene Tochter vor FGM bewahrt hat. Collé spannt daraufhin ein Seil über ihre Schwelle und verkündet "moolaadé", das traditionelle Schutzrecht. Niemand darf den Mädchen etwas antun, solange dieser Schutz besteht. Die anderen Frauen des Dorfes solidarisieren sich nach und nach. Doch die Ältesten wollen das nicht hinnehmen. In der Dorfgemeinschaft entwickelt sich ein Machtkampf um die Wiederherstellung der tradierten Ordnung.
20 Filmvorführungen – über 1.600 Menschen erreicht
Im Rahmen des Projekts organisierte ABN insgesamt 20 Filmvorführungen mit anschließenden Diskussionsrunden an Schulen, in Ausbildungszentren, Dörfern sowie in Einrichtungen für Binnenvertriebene und besonders schutzbedürftige Frauen. 1.648 Menschen - Frauen, Männer und Kinder - wurden so direkt erreicht.
Die anschließenden Gespräche zeigten deutlich, wie groß der Bedarf an Aufklärung unverändert ist. Viele Teilnehmende bekundeten, ihre Familien und ihr persönliches Umfeld künftig selbst über die Folgen von FGM informieren zu wollen. Besonders Jugendliche erklärten sich bereit, gegen eine Fortsetzung von FGM aktiv zu werden.
Gemeinsam für eine Zukunft ohne FGM
Filme und offener Austausch können wichtige Impulse für gesellschaftlichen Wandel geben. Trotz einer vergleichsweise fortschrittlichen Gesetzeslage bezüglich FGM in Burkina Faso, ist die Praktik unverändert in sozialen und kulturellen Strukturen verankert. Umso wichtiger ist es, die Sensibilisierungsarbeit beharrlich fortzuführen.
Die Nachfrage weiterer Schulen und Gemeinden nach zusätzlichen Filmvorführungen bestätigt den Erfolg des Projekts. Gemeinsam mit ABN wird TDF auch zukünftig entschlossen gegen FGM vorgehen.
Wenn Sie die wichtige Arbeit von ABN gegen weibliche Genitalverstümmelung in Burkina Faso unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über Ihre Spende! Herzlichen Dank!