• 27.04.2026

„Meine Zukunft gehört mir! Frei und selbstbestimmt“

„Meine Zukunft gehört mir! Frei und selbstbestimmt“ ist ein Präventions- und Theaterprojekt zur Auseinandersetzung mit den Themen Gleichberechtigung, Zwangsheirat, Frühehen und geschlechtsspezifischen Rollenbildern. Das Theaterstück richtet sich insbesondere an Jugendliche mit Flucht- und Migrationsgeschichte im Alter von 12 bis 21 Jahren. 

Das Projekt knüpft an das frühere Theaterprojekt „Mein Herz gehört mir“ an und entwickelt dessen Ansatz weiter.

Erarbeitung des Stücks

Mehrere Workshops unter Beteiligung junger Geflüchtete – die den sog. Beirat bildeten - wurden durchgeführt. Die Workshops haben maßgeblich zur inhaltlichen Ausarbeitung des Theaterstücks durch Feedback, Perspektivwechsel und konkrete Vorschläge der Jugendlichen beigetragen.

Die Workshops schaffen einen geschützten Raum, in dem junge Menschen über Gleichberechtigung, Rollenerwartungen und ihre eigenen Wünsche ins Gespräch kommen, und gemeinsam neue Handlungsmöglichkeiten entdecken. Gemeinsam wurde der Titel des Theaterstücks gefunden: „Meine Zukunft gehört mir! Frei und selbstbestimmt“

Erste Probeaufführung im Beirat

Ein Meilenstein ist bereits erreicht! Am 26. März 2026 fand die erste Probenaufführung im Beirat statt, und sie hat gezeigt, welche Kraft in diesem Format steckt.

Das Theaterstück wurde zum ersten Mal auf der Bühne lebendig. Im Forumtheaterformat konnten die Jugendlichen nicht nur zuschauen, sie konnten eingreifen. Szenen unterbrechen. Andere Entscheidungen treffen. Neue Wege ausprobieren. Das ist kein gewöhnliches Theater. Das ist Theater, das verändert.

Die Diskussionen nach der Aufführung machten spürbar, wie tief Vorstellungen von Geschlechterrollen im Alltag junger Menschen verwurzelt sind und wie dringend Räume gebraucht werden, in denen sie hinterfragt werden dürfen.

Während der Forum-Diskussion nach einer Szene berichtete ein Mädchen, ihr Bruder wolle Pfleger werden. Sie fügte hinzu, das sei „keine Männerarbeit“, weil Männer weniger einfühlsam seien.

Darüber hinaus hat ein Junge sagte: „Die Worte von Frauen und Männer haben nicht die gleiche Bedeutung:

Genau deshalb braucht es dieses Projekt. Stereotype werden nicht durch Verbote verschwinden, sondern indem wir sie sichtbar machen, gemeinsam benennen und mutig hinterfragen. Das Forumtheater gibt Jugendlichen genau diesen Raum.

Logo

Für das Projekt wurde ein neues Logo entwickelt. Die dynamische Darstellung unterstreicht die aktive Rolle der Jugendlichen als GestalterInnen ihrer eigenen Zukunft. Auch greift die Farbgestaltung bewusst symbolische Bedeutungen auf: Grün steht für Hoffnung und Zukunft, während Pink Empowerment und Sichtbarkeit im Kontext von Gleichberechtigung betont.

Begleitmaterial, Schulung und Kurzcomic als Informationsmaterial

Zur Unterstützung des Projekts wurden umfassende Begleitmaterialien entwickelt, die eine nachhaltige Auseinandersetzung und Begleitung des Theaterformats ermöglichen.

Ergänzend dazu werden Schulungen für Fachkräfte angeboten, die sie gezielt auf die Begleitung des Formats vorbereitet. Der Fokus liegt dabei auf konkreten Warnzeichen und Hilfestellungen im Kontext patriarchaler Gewalt.

Ein besonderes Element wird das entwickelte Comic im handlichen Leporelloformat sein, das zentrale Inhalte veranschaulich wird. Es enthält unterschiedliche Perspektiven zum Thema Gleichberechtigung, die deutlich machen: Zwang, geschlechtsspezifische Erwartungen und gesellschaftlicher Druck betreffen alle Geschlechter, und Gleichberechtigung geht uns alle an.

Durch die-nonverbale, rein visuelle Darstellung ist das Material besonders niedrigschwellig zugänglich, auch für Jugendliche mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen.

Sensibilisierung der Eltern

Um die Zielgruppe der Eltern, insbesondere der Mütter, zu erreichen, arbeitet TERRE DES FEMMES mit dem Projekt der „Stadtteilmütter“ zusammen. Diese wurden im Rahmen des Projektes in mehreren Workshops zu „Fachfrauen zum Thema Zwangsheirat und Frühehen“ ausgebildet und geben insgesamt bis zu 30 Workshops in verschiedenen Sprachen u. a. in Müttercafés. Ziel ist es, niedrigschwellig und sensibel Themen wie Gleichberechtigung, traditionelle Rollenbilder und Früh- und Zwangsheirat anzusprechen und Hilfen aufzuzeigen.

Theaterteam

Das Theaterstück wird von drei erfahrenen TheaterpädagogInnen sowie einer Beraterin begleitet, die einen vertraulichen Raum schaffen. Sie unterstützen die Jugendlichen dabei, eigene Erfahrungen einzubringen und neue Handlungsmöglichkeiten zu erproben. Im Mittelpunkt steht nicht das richtige Ergebnis, sondern der gemeinsame Prozess, in dem Jugendliche ihre Stimme stärken und Zukunftsperspektiven entwickeln – frei und selbstbestimmt. Mehr über Theaterteam erfahren Sie hier.

Die erste Aufführung findet Ende Mai statt. Die Anmeldung für die Aufführungen ist kostenlos und ab sofort möglich.

Das Projekt wird gefördert von Aktion Mensch.

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