"Wir haben ganz viele, die nach den Ferien nicht zurückkommen." - Zitate aus den Workshops der "Weißen Woche" zur Prävention von Zwangsheirat
Die Zitate von SchülerInnen, Lehrkräften und SchulsozialarbeiterInnen, die TDF anonymisiert gesammelt hat, zeigen ganz klar: In den Schulklassen ist Zwangsheirat schon längst Thema – oft verbunden mit einem starken Gefühl von Ausweglosigkeit. Genau dort setzen die Workshops an – damit Mädchen und junge Frauen, aber auch Jungen und junge Männer, sich frühzeitig Hilfe und Beratung holen können – und damit diese auch wirkt.
Zitate der SchülerInnen:
„Ich persönlich kenne mehrere, die unter 18 Jahren nicht-standesamtlich geheiratet haben.“ (Schülerin)
„In meinem Heimatland betrifft das so viele Mädchen, aber auch hier... meine Freundin hat mit 16/17 geheiratet, sie dachte, ihr geht es danach besser, aber das ist nicht so.“
„Wenn meine Mutter mich zwangsverheiraten möchte, kann ich nichts dagegen machen.“ (Schüler)
„Ich kannte mal ein Mädchen, die ist dann verheiratet worden, ich habe nichts mehr von ihr gehört, sie war auch auf Social Media nicht mehr zu erreichen“. (Schüler)
„Ich würde sofort einen Anwalt einschalten, wenn ich betroffen wäre, nicht, dass die Ältesten in der Familie mir erzählen, es wäre rechtlich möglich, mich gegen meinen Willen zu verheiraten“ (Schülerin)
„Meine Großeltern wurden zwangsverheiratet. Meine Mutter auch. Also sie wusste, dass sie ja sagen muss. (…) Meine Eltern sind jetzt geschieden und meine Mutter sagt, mein Vater war schon ok, aber sie hätte lieber jemand anderen genommen.“
„Woran erkennt man denn, ob ein Mann zu Gewalt neigt?“ (Schülerin an Polizist)
Zitate einer Schulsozialarbeiterin:
„Wir haben ganz viele, die nach den Ferien nicht zurückkommen.“
„Wir hatten jetzt eine Schülerin, die wurde mit 16 an ihren 60jährigen Cousin verheiratet.“
Zitat einer Lehrkraft:
„Ich war früher an einer Schule, da ist das Mädchen aus den Ferien nicht mehr wiedergekommen, wahrscheinlich wurde sie zwangsverheiratet. Ich hätte aber gar nicht gewusst, was ich machen kann oder was die Warnsignale sind.“