Rückblick, Wertschätzung und Zuversicht – ein feministischer Abend bei TERRE DES FEMMES
Am 13. Juni lud TERRE DES FEMMES in die neue Geschäftsstelle am Nordbahnhof ein, um Christa Stolle für 35 Jahre als Bundesgeschäftsführerin zu würdigen, auf gemeinsame Erfolge und Erfahrungen zu blicken – und um zu zeigen: TDF wird auch weiterhin gebraucht, und wir lassen nicht nach, sondern werden uns weiterhin einsetzen – für ein gleichberechtigtes, freies, selbstbestimmtes Leben für ALLE Mädchen und Frauen.
MitstreiterInnen, ehemalige Mitarbeiterinnen, KooperationspartnerInnen, Vorständinnen und WeggefährtInnen aus drei Jahrzehnten TDF waren gekommen, ebenso wie das aktuelle Team, der neugewählte Aufsichtsrat, zwei Vorständinnen und zwei der drei neuen Geschäftsführerinnen.
Auch Gäste aus Politik und Gesellschaft folgten der Einladung. Fünf von ihnen erzählten in einem Podiumsgespräch von ihrer Verbundenheit mit TERRE DE FEMMES, sowohl auf der Ebene von Themen und Positionen, als auch persönlich: Serap Altinişik, ehemalige Referentin bei TDF und frühere Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Seyran Ateş, Imamin und Frauenrechtlerin, Renate Bähr, Vorständin bei UN WOMEN Deutschland und langjährige Leiterin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Leni Breymaier, von 2017 bis 2025 Bundestagsabgeordnete der SPD und Verfechterin des Nordischen Modells für Deutschland, und Ekin Deligöz, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/GRÜNE von 1998 bis 2025 und ehemalige parlamentarische Staatssekretärin.
Nach einem Sektempfang führte Ute Koczy – selbst fast genauso lange bei TERRE DES FEMMES aktiv wie Christa Stolle – durch den Abend. Die Mädchen-Tanzgruppe des Centre Talma begeisterte mit einer Performance zum Thema Zwangsheirat, und die Solistin Josephine Beneke begeisterte mit einem Lied.
Inspiration und Ausblick
Ulrike Mann, bisher Vorstandsvorsitzende und ab sofort im Aufsichtsrat, sprach im Namen des Vorstands, in dem Christa Stolle bis Ende 2025 als geschäftsführende Vorständin vertreten war, und dankte ihr herzlich für die gute Zusammenarbeit.
Die Key Note hielt die Rednerin, Coach und Autorin Sabine Asgodom, die mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus Kampfgeist und Optimismus die Gäste motivierte.
Christa Stolle selbst zieht Bilanz und appelliert an die Solidarität:
„Mädchen und Frauen sind nach wie vor furchtbaren Menschenrechtsverletzungen und vielen Zwängen ausgesetzt, ob durch Partnerschaftsgewalt, Femizide, Vergewaltigungen, Weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung – all dies geschieht tagtäglich, auf der ganzen Welt, und auch in Deutschland.
Vieles muss sich noch zum Besseren ändern – deshalb bleibt die Arbeit von TERRE DES FEMMES für ein freies, selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben für alle Mädchen und Frauen so wichtig. Ein starker Zusammenhalt der Zivilgesellschaft kann auch politisch viel bewirken – und dafür ist die Verbundenheit von Frauen, die mutig und konsequent füreinander einstehen, eine unverzichtbare Grundlage.“
„Zuversicht treibt uns an“ – Nastassja Wachsmuth, Geschäftsführerin Kommunikation und Stiftung, warf mit Ute Oesterle und in Vertretung von Gesa Birkmann einen Ausblick auf aktuelle Herausforderungen: „Gerade wenn das Umfeld, indem wir zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten, schwieriger wird – zusätzlich auch bedingt durch Rechtsruck mit verstärkten populistischen Kräften und wachsendem Antifeminismus, ist es umso wichtiger, auch das Positive im Blick zu behalten.
Und die vorhandene Unterstützung ist das, was uns positiv stimmt, dass uns Zuversicht gibt (…). Denn es gibt sie – die vielen Menschen, die uns und unsere Arbeit unterstützen, ob als SpenderInnen, Mitfrauen, StifterInnen, ehrenamtliche oder hauptamtliche MitarbeiterInnen, PolitkerInnen, die uns zuhören und unsere Themen weiter vorantreiben oder als Interessierte, die unsere Inhalte weitertragen - und alle diese Menschen geben uns Zuversicht!“
„Würdigung – Wandel – Weitermachen“ – das Motto des Abends
Der Abend stand nicht nur im Zeichen der Würdigung, sondern auch im Zeichen des Wandels. TERRE DES FEMMES blickt mit neuen Verantwortlichen und frischem Elan in die Zukunft – bereit, die frauenrechtliche Arbeit mit derselben Entschlossenheit weiterzuführen, die Christa Stolle über Jahrzehnte geprägt hat. Ein Abend, der Würdigung und Aufbruchstimmung vereinte.