Lesetipps für angehende oder gestandene FeministInnen – oder einfach nur für Lesehungrige

Wer sind die Störenfriedas? Kann mit einer Graphic Novel durch die Geschichte des Feminismus geführt werden? Wie können wir uns gegen sexistische Stammtischweisheiten wehren?

An dieser Stelle haben wir für Sie eine bunte Auswahl an Buchempfehlungen hinterlegt: Bücher, die wertvolle Hintergrundinformationen zu unseren Arbeitsschwerpunkten liefern, Bücher, die sich mit feministischen Aspekten auseinandersetzen, Bücher von und über bemerkenswerte Frauen; Bücher für LeserInnen jeden Alters.

 

Maryse Condé: Mein Lachen und Weinen

Wahre Geschichten aus meiner Kindheit

Litradukt, Trier 2020, 149 Seiten2020 Conde

 

In ihren Erzählungen nimmt uns die Trägerin des alternativen Nobelpreises mit auf die französischen Antillen, nach Guadaloupe. 1937 wird sie in Pointe-à-Pitre als jüngste von acht Geschwistern in eine Familie der schwarzen Oberschicht hineingeboren. Zunächst sind ihre Erinnerungen die eines Nachzüglerkindes: alternde Eltern, kaum Kontakt zu den viel älteren Geschwistern. Nur ihr Bruder Sandrino befasst sich mit ihr und erklärt ihr die Welt aus seiner Sicht. Für ihn sind seine Eltern ,,Entfremdete“.

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Dr. Farsana Soleimankehl-Hanke: Killing the Good Girl

Cover 'Killing the good girl'mit Illustrationen von Rania Azoury

Engelsdorferverlag, 229 Seiten

Lieber den Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach? In dem Buch „Killing the Good Girl” berichten elf Frauen authentisch in ausdrucksstark illustrierten Geschichten von ihrem Leben. Sie kommen aus Afghanistan, Amerika, der ehemaligen DDR, dem Libanon, Venezuela, Indien, England, China, Jordanien, dem Iran und wuchsen oftmals mit Migrationshintergrund auf. So unterschiedlich ihre Herkunft, ihre Religion und ihre Sozialisierung ist, gleichen sich ihre Schicksale doch auf erschreckende Art und Weise. Diskriminierung, Ehrenmord, Zwangsehe, Gewalt, Unterdrückung und Missbrauch sind der Alltag, in dem diese Frauen groß wurden. Autobiographisch erzählen sie von ihrem Weg in die Freiheit. Diesen Weg, mag er nun Feminismus, Emanzipation oder Me too Bewegung genannt werden, ging jede von ihnen allein. Das Schicksal hat sie nun zusammengeführt, damit sie ihre Stimmen gemeinsam in diesem Buch erheben können. Der Umstand, ihre Erlebnisse nicht unter ihrem echten Namen, sondern mit Pseudonymen veröffentlichen zu müssen, zeugt davon, welche Gefahren diese Frauen auf sich genommen haben, um ihre Worte in die Welt hinauszutragen.

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Antonia Schönbach: Azima geht ihren Weg

Books on Demand, 2019. 119 Seiten, 12,00 € 2019 Cover Azima

Die Deutschlehrerin Antonia Schönbach lernt im Jahr 2015 Azima Maghol kennen, die aus ihrer Heimat Pakistan nach Deutschland geflüchtet ist. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und Antonia Schönbach ist so beeindruckt von Azimas Lebensgeschichte, dass sie beschließt sie aufzuschreiben, um ihr und den vielen Frauen, die Ähnliches erleben, eine Stimme zu geben.

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Cinzia Sciuto: Die Fallen des Mulitkulturalismus

Laizität und Menschenrechte in einer vielfältigen Gesellschaft2020 sciuto multikulturalismus

Rotpunktverlag, Zürich 2020, 208 Seiten 

In Europa sind seit jeher die unterschiedlichsten Nationen, mit unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Traditionen vertreten.
Dass diese Mischung nicht nur die Chance von kultureller Vielfalt birgt, sondern auch zu großen Konflikten für die Demokratie, das Individuum und die Gesellschaft führen kann, das deckt die Journalistin Cinzia Sciuto auf treffende Weise in ihrem nun ins Deutsche übersetzte Buch ,,Die Fallen des Multikulturalismus“ auf.

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Antje Joel: Prügel

Eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt

Rowohlt Hamburg, 2020. 336 Seiten.2020 Joel Prugel

„Wenn du dir so was auch bieten lässt“, muss sich die 16-Jährige von ihrer Mutter vorhalten lassen. Damit kommentiert diese lapidar die Schläge, die ihre Tochter von ihrem 10 Jahre älteren Partner regelmäßig bezieht. Selber schuld also. Mit dieser Einstellung, steht die Mutter nicht allein da. Die Gesellschaft sieht in erster Linie das Opfer in der Pflicht für die erlittenen Schmerzen, der Täter* wird aus der Verantwortung entlassen.

Antje Joel hat zwei gewalttätige Beziehungen hinter sich. Dennoch will sie mit „Prügel“ kein „Opferbuch“ schreiben. Ihr Buch ist auch nicht die einmalige Geschichte einer von häuslicher Gewalt geprägten Biografie. Es ist die ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt, die sich ähnlich unendlich oft überall auf der Welt abgespielt haben könnte.

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Nicole Andries; Felix Broede (Fotografie): Wir wollen es nochmal wissen!

Frauen, die kein Alter kennen.

Elisabeth Sandmann Verlag, München 2019. 135 Seiten, 29,95 €2020 Andries Broede

Übers „Altern“ wird in unserer Gesellschaft nicht so gern gesprochen. Besonders Frauen im höheren Lebensalter werden eher selten als aktive, voll im Leben stehende Personen wahrgenommen. Oft werden sie gar übersehen. Dem setzt die Literaturwissenschaftlerin und freie Autorin Nicole Andries ein Bildband mit Portraits von 15 Frauen entgegen. 15 Biographien, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Sie alle eint das Motto: „Wir wollen es nochmal wissen!“ Fortschreitendes Alter oder der Rentenbeginn konnten diese Frauen nicht vom Schritt ins Neue abhalten.

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Alma M. Karlin: Einsame Weltreise

AvivA Verlag, Berlin 2019. 400 Seiten.2019 einsame weltreise cover

Eigenwillig ist Alma Karlin von Kind auf. Mit 18 verlässt sie ihren Geburtsort Cilli, damals zu Österreich-Ungarn gehörend, gen London. Bevor der Ausbruch des Ersten Weltkriegs sie von dort nach Skandinavien vertreibt, legt sie erfolgreich die Prüfung in acht Sprachen ab. In Cilli wartet sie das Ende des Krieges ab, um am 24. November 1919 ihrem inneren „Drängen“ folgend einen Ozeandampfer zu besteigen, der sie nach Lateinamerika bringen wird. Acht Jahre wird sie unterwegs sein: von Lateinamerika weiter über Kalifornien und Hawaii nach Japan, ihr ursprüngliches Reiseziel, und dann weiter nach China.

Im Gepäck hat die alleinstehende und alleinreisende Dreißigjährige ihre Schreibmaschine „Erika“ und ihr selbstgeschriebenes Wörterbuch in zehn Sprachen dabei.

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Necla Kelek: Die unheilige Familie

Eine die islamische Tradition Frauen und Kinder entrechet2019 Kelek Die unheilige Familie

Droemer Verlag, München 2019. 330 Seiten, 19,99 € 

Die bekannte Soziologin, Frauenrechtlerin und Bestseller-Autorin Necla Kelek warnt in ihrem neuen Debattenbuch: Muslimische Frauen erleiden Unrecht inmitten unserer modernen Gesellschaft. Gefangen in der islamischen Familien-Tradition, können sie ihre Grundrechte nicht wahrnehmen, ihre Kinder sind dem Patriarchat ausgeliefert. Kelek fordert einen politischen Neuansatz, um echte Integration zu fördern und eine Parallelgesellschaft in Deutschland zu vermeiden.

 

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Kristina Hänel: Das Politische ist persönlich

Kristina Hänel: Das Politische ist persönlichTagebuch einer „Abtreibungsärztin“

Argument Verlag, Hamburg 2019, 240 Seiten.

Abtreibungsärztin“ – so wird Kristina Hänel oft von AbtreibungsgegnerInnen genannt, aber auch die Medien scheuen den Begriff nicht. Die Gießenerin fühlt sich durch das Wort „reduziert“ – so erklärt sie sich in ihrem Buch. Sie ist eine Ärztin, die unter anderem auch Abtreibungen durchführt.

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Isabel Rohner, Rebecca Beerheide: 100 Jahre Frauenwahlrecht

Ziel erreicht... und weiter?

Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Taunus 2017. 199 Seiten. 18,00 €Rohner Beerheide Frauenwahlrecht

Heute ist das aktive und passive Wahlrecht in Deutschland für viele Frauen eine Selbstverständlichkeit. Vor allem der jüngeren Generation scheint es, obwohl die Einführung erst relativ kurz zurückliegt, fundamental und unangreifbar. Zum hundertjährigen Jubiläum fragen Isabel Rohner und Rebecca Beerheide, welche Bedeutung das Frauenwahlrecht heute trägt und untersuchen dabei die gegenwärtige Situation und Perspektiven der Frauenrechte.

In einer Sammlung aus Beiträgen berichten 24 führende Frauen, unter anderem aus der Wirtschaft, der Politik, dem Journalismus und der Künste, über die Bedeutung des hundertjährigen Jubiläums für sie. Sie stellen Kämpferinnen des Feminismus in Deutschland und Europa vor und setzen sich mit Herausforderungen, die die Gleichstellungspolitik heute erfährt, auseinander.

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Julia Alvarez: Die Zeit der Schmetterlinge

Julia Alvarez: Die Zeit der SchmetterlingePiper Verlag, München 2017, 428 Seiten.

„Es ist eine Quelle des Glücks, alles für unser gepeinigtes Land, zu tun, was in unseren Kräften liegt.“ Diese Haltung brachte die Mirabalschwestern Minerva, Patria, Maria Teresa und Dedé in das Visier des Diktators Rafael Trujillo. Ihr aktiver Widerstand gegen dessen Willkürregime in der Dominikanischen Republik büßten sie mit Haft und schließlich mit ihrem Leben. 1960 wurden sie nach dem Besuch ihrer inhaftierten Männer hinterrücks von den Schergen Trujillos ermordet. Nur Dedé überlebte, da sie nicht mitgefahren war.

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Sorority (Hrsg.): No More Bullshit

Das Handbuch gegen sexistische Stammtischweisheiten

Verlag Kremayr & Scheriau GmbH & Co. KG, Wien 2018. 176 S. 19,90 €2018 NoMoreBullshit

Frauen wollen ja gar nicht in Führungspositionen!“
„Qualität statt Quote!“
„Verstehst du keinen Spaß?“

Die VerfasserInnen des vorliegenden Ratgebers verstehen tatsächlich sehr viel Spaß. Und genau deswegen ist die Lektüre darüber, wie man sexistischen Halbwahrheiten mit knallharten Fakten begegnen kann, so unterhaltsam.

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Simone Schmollack: Und er wird es wieder tun

Gewalt in der Partnerschaft

Westend Verlag GmbH, Frankfurt/ Main 2017. 239 Seiten. 18,00 €.2017 Schmollack

„Mir passiert so etwas nicht.“ Jede vierte Frau erlebt häusliche Gewalt oder Partnerschaftsgewalt, darüber geredet wird jedoch kaum. Mit ihrem Buch versucht Simone Schmollack dieses Schweigen zu brechen und mögliche Auswege aus der Gewaltspirale aufzuzeigen.

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Mira Siegel, Manuela Schon, Arian Panther, Caroline Werner, Huschke Mau (Hrsg.): Störenfriedas

Feminismus radikal gedacht

Books on Demand, 2018. 556 Seiten. 2018 Storenfriedas

Bisher sind die „Störenfriedas“ dem Patriarchat mit ihren Beiträgen im gemeinsamen „radikal-feministischen“ Blog in die Quere gekommen. Mit ihm wollen sie „stören, aufrütteln und manches Mal auch verstören und vielleicht mit jedem Mal die Welt ein kleines bisschen besser machen“. Mit ihrem neuen, analogen Medium, dem vorliegenden Buch, dürften sie Ähnliches erreichen.

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Patu; Antje Schrupp: Kleine Geschichte des Feminismus im euro-amerikanischen Kontext

Verlag Münster 2015. 88 Seiten. 2015 patu schrupp

Für ihren Streifzug durch den Feminismus hat das Autorinnen-Duo eine eher ungewöhnliche, aber anschauliche und pointierte Darstellungsform ausgesucht: die Graphic Novel.

Mit Eva und Adam steigen sie ein, setzen mit der Antike fort, um am Ende ihrer Reise schließlich beim „Third Wave Feminism“ in der Gegenwart anzukommen. Dabei porträtieren sie mehr oder weniger bekannte Frauen, Protagonistinnen, die unbeirrt ihre Sache verfochten haben.

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