Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Bekanntgabe der BKA-Statistik 2021: 115.342 Frauen in Deutschland von Partnerschaftsgewalt betroffen

Die aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) zu Gewalt in Partnerschaften sind, trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr, wieder einmal erschreckend. Im Jahr 2021 wurden 113 Frauen von ihrem (Ex-)Partner getötet. Insgesamt waren 143.604 Menschen von Partnerschaftsgewalt betroffen, 80,3% davon waren weiblich – das sind  115.342 Frauen, die in ihrem eigenen Zuhause nicht sicher sind. 1

Es ist ein Dienstagnachmittag, helllichter Tag in einem Lebensmittelgeschäft in Schwalmstadt, als ein 58-jähriger Mann seine 53-jährige Ex-Freundin und danach sich selbst erschießt. Beide sterben noch im Supermarkt. Am Abend zuvor war bereits ein Platzverweis gegen den Mann ausgesprochen worden. Eine Anzeige wegen Körperverletzung, Nötigung und Nachstellung gegen den Ex-Partner, von dem die Frau sich Anfang 2022 getrennt hatte, stellte die Frau am Morgen bei der Polizei. Wenige Stunden später ist sie tot.

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Neue Schätzung: 73% der Zwangsverheiratungen wurden von den eigenen Eltern initiiert

Laut der im September 2022 herausgegebenen Schätzung „Global Estimates of Modern Slavery: Forced Labour and Forced Marriage“ waren in 73% der Fälle die eigenen Eltern für eine Zwangsverheiratung verantwortlich, in weiteren 16% andere nahestehende Familienmitglieder.

Bild1Abb. a) Quelle: ILO u.a.: Global Estimates of Modern Slavery, 2021, S. 68.Überall auf der Welt ist für Mädchen und Frauen das Risiko ungleich höher gegen den eigenen Willen verheiratet zu werden oder verheiratet zu bleiben. Eine im Herbst 2022 veröffentlichte Schätzung beleuchtet Umstände und Altersstrukturen von zwangsverheiraten Männern, Frauen und Kindern auf globaler Ebene. Um nur einige der Erkenntnisse vorzustellen:

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„Ich will ein anderes Morgen erleben“ –

Interview mit einer Rechtsanwältin aus Nicaragua

DSCF5726Nicaragua durchlebt seit fünf Jahren eine schwere politische Krise. Laut dem Atlas der Zivilgesellschaft von Brot für die Welt und Civicus (2022), der bemisst, welchen Handlungsspielraum zivilgesellschaftliche Organisationen und AktivistInnen weltweit haben, gilt Nicaragua als „geschlossener Kontext“*, in dem (tatsächlich oder vermeintlich) kritische Stimmen gezielt zum Schweigen gebracht werden. Die Repression v.a. von Menschenrechtsorganisationen ist mittlerweile gesetzlich verankert und allgegenwärtig, rund 2.000 NGOs wurde seit April 2018 bereits der Rechtsstatus entzogen und die Zwangsschließung verordnet. 

Anmerkung der Redaktion: Aus Schutzgründen werden im Folgenden weder der Name der Anwältin noch des Arbeitgebers, einer Hilfsorganisation im zentralamerikanischen Nicaragua, genannt. Das Interview führte Birgitta Hahn vom Referat für Internationale Zusammenarbeit.

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#UNHATEWOMEN

Bildschirmfoto 2022 11 21 um 13.07.09„Bring die Alte mit, sie wird im Backstage zerfetzt. Ganz normal, danach landet dann das Sex Tape im Netz.“ Die Reaktionen auf solche Lyrics, die zu Beginn unserer Webinare zum Thema Hate Speech und Digitale Gewalt in dem Video zur #unhatewomen Kampagne vorgespielt wurden, waren gemischt. Sie reichen von unberührtem Schulterzucken, über „ist doch voll normal“ hin zu betretenem Grübeln und Wut über die Frauenfeindlichkeit, die hier zur Schau gestellt wird und einen scheinbar völlig normalen Einzug in unsere Sprache gefunden hat.

Im November 2022 hat TERRE DES FEMMES in 9. Klassen erneut Webinare gehalten, die SchülerInnen über Hate Speech aufgeklärt und ist mit ihnen in den Austausch getreten. Die SchülerInnen wurden über die Auswirkungen und rechtlichen Folgen von Hate Speech und digitaler Gewalt aufgeklärt. Zudem waren verschiedene Strategien im Umgang mit Hate Speech ein großes Thema der Webinare.

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#UNHATEWOMEN

Bildschirmfoto 2022 11 21 um 13.07.09„Bring die Alte mit, sie wird im Backstage zerfetzt. Ganz normal, danach landet dann das Sex Tape im Netz.“ Die Reaktionen auf solche Lyrics, die zu Beginn unserer Webinare zum Thema Hate Speech und Digitale Gewalt in dem Video zur #unhatewomen Kampagne vorgespielt wurden, waren gemischt. Sie reichen von unberührtem Schulterzucken, über „ist doch voll normal“ hin zu betretenem Grübeln und Wut über die Frauenfeindlichkeit, die hier zur Schau gestellt wird und einen scheinbar völlig normalen Einzug in unsere Sprache gefunden hat.

Im November 2022 hat TERRE DES FEMMES in 9. Klassen erneut Webinare gehalten, die SchülerInnen über Hate Speech aufgeklärt und ist mit ihnen in den Austausch getreten. Die SchülerInnen wurden über die Auswirkungen und rechtlichen Folgen von Hate Speech und digitaler Gewalt aufgeklärt. Zudem waren verschiedene Strategien im Umgang mit Hate Speech ein großes Thema der Webinare.

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Opferentschädigungsgesetz

Das unsichtbare Recht für Betroffene von Gewaltdelikten

Viel zu wenig Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt kennen ihre Rechte und Möglichkeiten. Neben Schadensersatzansprüchen und ggf. Schmerzensgeld gibt es auch die Möglichkeit Opferentschädigung geltend zu machen. Wer auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland Opfer einer vorsätzlichen Gewalttat wird und dadurch eine gesundheitliche Schädigung erleidet, kann einen Anspruch auf Opferentschädigung geltend machen. Dies gilt auch für Hinterbliebene von Personen, die infolge der Gewalttat verstorben sind und seit dem Jahr 2009 auch, wenn die Gewalttat im Ausland stattfand. Im Antragsverfahren wird der Grad der Schädigungsfolgen (GdS) festgestellt, wonach sich dann die jeweiligen monatlichen Zahlungen orientieren.

Das derzeitige Opferentschädigungsgesetz wurde reformiert und tritt stufenweise bis zum 01.01.2024 in Kraft. Das neue Soziale Entschädigungsrecht beinhaltet eine ganze Reihe an Änderungen und Reformen, bei denen der Verein Weißer Ring e.V. maßgeblich beteiligt war.

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„Ich wollte nicht mehr nur Kleidung für mich und meine Kinder nähen, sondern richtig Geld verdienen“

Aus der Reihe: Gespräche mit Teilnehmerinnen am Kooperationsprojekt MIRIAM in Nicaragua

DSCF0617Jungunternehmerinnen Nerlin (links) und Blanca (rechts) in ihrem Schneiderei-Atelier in Estelí © TERRE DES FEMMESIm September 2022 sprach Birgitta Hahn von TDF mit den beiden Jungunternehmerinnen Blanca Enaira Silva Picharra und Nerlin Isabel Anólida Correa. Die Frauen haben eine Berufsausbildung in Modedesign und Schneiderei bei der TDF-Partnerorganisation MIRIAM absolviert und später an verschiedenen Spezialisierungskursen z.B. zur Herstellung von Sport- und Herrenbekleidung teilgenommen. Heute sind sie Geschäftspartnerinnen mit eigenen Modelabels in Estelí, der größten Stadt im Norden Nicaraguas.

MIRIAM bietet seit 2019 neben vier zertifizierten Berufsausbildungen auch Spezialisierungskurse zur Vertiefung und Erweiterung von berufspraktischen Kenntnissen an. Diese wertet MIRIAM systematisch aus und verbessert sie beständig. Anfänglich war die Laufzeit eines Spezialisierungskurses auf drei Monate begrenzt, viele Frauen konnten so nicht ausreichend Übungserfahrung sammeln. Mittlerweile laufen die Kurse länger und zeigen nachhaltig Wirkung. Auch die Themen orientieren sich immer an den Bedarfen der Frauen.

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„Es braucht nicht immer viel Geld, um ein Unternehmen in Gang zu bringen“

Interview mit fünf Mentorinnen für angehende Unternehmerinnen in Nicaragua

DSCF0321„Die Unternehmerinnen diskutieren ihre Ideen mit den Mentorinnen“. © TERRE DES FEMMES Die TDF-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM hat seit 2020 ein Mentorinnen-Programm für angehende Unternehmerinnen aufgebaut. Allen Frauen, denen das Programm zugutekommt, ist gemein, dass sie ein eigenes Unternehmen gründen wollen oder bereits gegründet haben. Viele der Frauen haben bei MIRIAM Berufsbildungs- und Businessplanungskurse besucht. Doch meist fehlt es an Erfahrungswissen und positiven Vorbildern, die die Frauen unternehmerisch inspirieren, motivieren und ihr Selbstbewusstsein stärken. Hier berichten fünf Mentorinnen, warum sie Mentorinnen geworden sind, was das Programm bereithält und wie sie es bewerten.

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