Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Incels – eine unterschätzte Gefahr?

*Triggerwarnung: Der nachfolgende Artikel befasst sich detailliert mit stark ausgeprägtem Hass gegen Frauen und zitiert Aussagen von Männern, die verstörend sein können. Wenn das Thema für Sie emotional belastend sein könnte, lesen Sie sich den Artikel nicht oder nur zusammen mit einer Vertrauensperson durch.Incel Screenshots 920 788 px 396 264 px

Die Recherche in Incel-Foren war zunächst dazu gedacht gewesen, sich für diesen Artikel auch davon einen Eindruck zu verschaffen. Doch mit der Zeit wurde klar, dass dies ein sehr dunkler und brutaler Raum im Internet ist, in dem Männer frei und anonym ihre schier endlose Verachtung gegen Frauen ausleben dürfen. In einem öffentlichen Chatforum stellt ein User die Frage, wie man mit einer Frau umgehen soll, wenn sie einen Mann und seine sexuellen Bedürfnisse abweist. Die folgenden zwei Antworten spiegeln nur einen Bruchteil der entwürdigenden Aussagen über Frauen wider:

„Frauen? Wir nennen sie hier Löcher,- das sind keine Frauen. Es sind Toiletten, Löcher, Abschaum,- nichts weiter!“

 „Diese Löcher sind alle Huren und ficken sowieso alle mit dem Erstbesten. Sie verdienen nichts anderes als brutal erschlagen zu werden.“

Das Forum, in dem solche Aussagen und noch weitaus schlimmere vorgefunden werden können, ist eines von vielen öffentlich zugängigen Incel Foren. Incel[1]– das ist die Selbstbezeichnung einer Internetsubkultur von Männern, die glauben, dass sie aufgrund genetischer Faktoren, gesellschaftlicher Strukturen und evolutionär vorgegebener Prozesse keinen Zugang zu Sex und romantischen Beziehungen haben.

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Wendepunkte: Schwangerschaftsabbruch in Deutschland und den USA

Am 24. Juni 2022 fanden sowohl in Deutschland als auch in den USA historische Entscheidungen zum Abtreibungsrecht statt, in ihren Auswirkungen könnten die Gesetze jedoch unterschiedlicher nicht sein. In Deutschland hat der Bundestag mit großer Mehrheit beschlossen das sogenannten Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche im Strafgesetzbuch (§ 219a StGB) zu streichen. Damit werden zum einen die Rechte von Frauen die ungewollt schwanger sind und zum anderen die Rechte von Ärztinnen und Ärzten, die diesen Eingriff durchführen gestärkt. Ärztinnen wie Kristina Hänel, Nora Szász oder Bettina Gaber haben sich für diese Streichung engagiert und gemeinsam mit vielen UnterstützerInnen nach jahrelangem Einsatz diesen Erfolg erzielen können.

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Reise nach Brüssel: General Assembly und Knowledge Sharing Event von End FGM EU

Am 21. und 22. Juni 2022 war es endlich so weit: Mitgliedsorganisationen aus ganz Europa kamen nach Brüssel angereist, um an der General Assembly sowie einem Knowledge Sharing Event des End FGM European Networks (End FGM EU) teilzunehmen. Für TERRE DES FEMMES waren Sonja Störmer, Fachreferentin für weibliche Genitalverstümmelung ( Female Genital Mutilation -FGM) und Rafiu Olayinka Awolola, Ambassador im End FGM EU Ambassador Programm , vor Ort.1 DiskussionenVertreterInnen der Mitgliedsorganisationen beim Austausch zu vergangenen Aktionen © End FGM EU

End FGM EU ist ein Netzwerk von mittlerweile 34 europäischen Organisationen mit Sitz in fast 20 verschiedenen europäischen Ländern, welches sich mit vereinten Kräften für die Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung einsetzt. Das Netzwerk ist bestrebt, Brücken und Kooperationen mit allen relevanten Akteuren im Bereich FGM sowohl in Europa als auch weltweit aufzubauen.

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Indien: Vergewaltigung in der Ehe weiterhin kein Verbrechen

sharon-christina-rorvik-CLyL_YVsWI8-unsplash.jpgImmer noch ein Kavaliersdelikt in Indien: Vergewaltigung in der Ehe © Unsplash: Sharon Christina RørvikDer Oberste Gerichtshof der indischen Hauptstadt Delhi (Delhi High Court) stritt jüngst erneut darum, ob Vergewaltigung in der Ehe zukünftig bestraft werden soll oder nicht. Im Mai 2022 fiel schließlich das Urteil, die jetzige Rechtslage beizubehalten , nach der Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar ist . Bei der Anhörung ging es um die Abschaffung des umstrittenen Abschnitts 375 des Strafgesetzbuches:

„Sexual intercourse by a man with his own wife, the wife not being under fifteen years of age, is not rape.” („Der Geschlechtsverkehr eines Mannes mit seiner Ehefrau ist keine Vergewaltigung, wenn die Ehefrau nicht jünger als 15 Jahre alt ist.“ – Übersetzung der TDF-Redaktion)

Das zweiköpfige Richtergremium war sich immerhin uneinig: einer der Richter sprach sich dafür aus, die Klausel zu streichen, weil sie dem den Grundsatz der Gleichheit der Geschlechter vor dem Gesetz entgegenstehe, während der andere Richter darauf beharrte, dass ein Mann für Vergewaltigung in der Ehe nicht bestraft werden könne.

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"Die Mehrzahl der Frauen lebt in einem System von Einschüchterung, Erpressung und Zwängen." Kriminaloberrat a.D. Helmut Sporer im Interview

Der Augsburger Kriminaloberrat a.D. Helmut Sporer leitete17 Jahre lang das Kommissariat 1 und war zuständig für organisierte Kriminalität: Menschen­handel, oft mit dem Zweck der sexuellen Ausbeutung.

 

  1. Warum gibt es keine aktuellen Zahlen zu Gewalt an Prostituierten?

Ein Medium zur Orientierung zu typischen Milieustraftaten (Zuhälterei, Zwangsprostitution, Menschenhandel, Ausbeutung von Prostituiertn) zum Nachteil von Prostituierten ist das Lagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamtes. Diese Daten bilden das Hellfeld, also die offiziell erfassten Fälle, ab. Die dort bekannt gemachten Fälle und Zahlen repräsentieren aber nicht die Realität. Der Großteil an Gewalt gegen Prostituierte ist nicht registriert, da sie im Dunkelfeld verübt wird und den Behörden nicht bekannt wird. Das Dunkelfeld kann nur geschätzt werden, ist Erfahrungswerten zufolge aber um ein Mehrfaches größer als das Hellfeld.

Andere Straftaten zum Nachteil von Prostituierten wie z.B. Vergewaltigung, Körperverletzung, Nötigung oder Betrug sind, sofern sie angezeigt wurden, zwar in den Kriminalstatistiken des Bundes und der Länder erfasst, jedoch nicht immer ohne Weiteres dieser Opfergruppe zuzurechnen, da der Opferstatus „Prostituierte“  nicht immer explizit erfasst sein dürfte.

In diesem Zusammenhang ist auch von Bedeutung, dass es nach wie vor nicht einmal valide Zahlen über die Anzahl von Prostituierten, die in Deutschland tätig sind, gibt. Die mit dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017 eingeführte Anmeldepflicht für Prostituierte, welche auch diesen Zweck erfüllen sollte, ist dafür völlig ungeeignet und auch untauglich, generell mehr Transparenz im Milieu zu schaffen. Eine bessere Transparenz würde gleichzeitig auch einen besseren Schutz für Prostituierte bedeuten.

  1. Welche Rolle spielt der Schutz der Prostituierten bei der Arbeit der Polizei?

 

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219a StGB gestrichen: Informationsvideos von Ärztinnen zu Schwangerschaftsabbrüchen jetzt online

Video DrManglerEs ist geschafft – nach fast 90 Jahren wurde der umstrittene Paragraf 219a endlich aus dem deutschen Strafgesetzbuch gestrichen. Wie alle, die für die Informationsfreiheit von ÄrztInnen und Schwangeren gekämpft haben, feiern wir diesen Erfolg. Zum ersten Mal dürfen alle MedizinerInnen straffrei öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren.
Und genau das tun sie jetzt. Auf der Homepage www.streicht219a.jetzt.de informieren Dr. med. Mandy Mangler, Nora Szász und Eva Waldschütz öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche.

Eine Kampagne für das Recht auf Information

Im Jahr 1933 wurde mit Paragraf 219a in Deutschland ein Gesetz verabschiedet, welches ÄrztInnen verbot, öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren, wenn sie diese selbst durchführten. In der heutigen Zeit war es ÄrztInnen sogar untersagt, auf der eigenen Website über die Methoden und Risiken eines solchen Eingriffs zu informieren. Dies galt als verbotene Werbung und betroffene ÄrztInnen wurden ungerechtfertigt kriminalisiert. Seriöse Fakten zum Thema wurden ungewollt Schwangeren dadurch schwer zugänglich gemacht. Das Absurde: Für völlig fachfremde Personen galt das Verbot nie. Im Gegenteil: Vor allem im Internet wurden ungestraft Unwahrheiten zum Thema verbreitet. 

Unsere Kampagne klärte über diesen Irrsinn auf und drehte den Spieß um. Sie machte Laien ohne medizinische Kenntnisse zu BotschafterInnen. In Radiospots und Kurzfilmen teilten sie fundierte Informationen zum Thema und forderten Menschen über das Netz auf, es ihnen gleich zu tun. 

Auf der Kampagnenseite und via Social Media konnte man vorgefertigte Filme und Posts teilen und so selbst über Schwangerschaftsabbrüche aufklären. Mit Hilfe eines downloadbaren Aktionspakets war es außerdem möglich, die wichtigen Informationen auch im eigenen Betrieb oder im Verein zu verbreiten. 

Wir freuen uns über die Abschaffung von Paragraf 219a – ein großer Erfolg für mehr körperliche Selbstbestimmung von Frauen. Wir danken allen, die sich für die Streichung eingesetzt und jahrelang engagiert haben! Doch unser Kampf geht weiter, denn ein Schwangerschaftsabbruch sollte allgemein keine Straftat sein. Und das Recht auf eine medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht. Wir sagen daher: #streicht218!

 

Zur ersten Website mit Informationsvideos von Fachärztinnen zu Schwangerschaftsabbrüchen: https://streicht219a.jetzt/

„Ich habe das trotzdem gemacht!“: STARK!-Austausch über Rollen- und Berufsbilder

Rollenbilder bewusst machen und kritisch hinterfragen sowie Mädchen ermutigen, sich nicht von Stereotypen und Vorurteilen in der Berufswahl beeinflussen zu lassen. Das waren die Ziele des Austauschtreffens im Projekt „STARK!IMG 5702© TERRE DES FEMMES Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“ am 5. Mai 2022.

Bei einer Einstiegsübung zu sozialen Normen und Rollenbildern sollten die Mädchen und Väter getrennt voneinander Bilder, auf denen Berufe, Aktivitäten und Alltagsgegenstände zu sehen waren, den Kategorien „weiblich“, „männlich“ oder „geschlechtsunabhängig“ zuordnen. Die Mädchen waren sich schnell einig, dass das Geschlecht nichts über die persönlichen Stärken, Interessen und Begabungen aussagt und dass nichts „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ ist. Bei den Vätern wurde mehr diskutiert – über die individuelle bzw. gesellschaftliche Perspektive und über verschiedene Generationen. Dass Stereotype und Rollenbilder veränderbar sind, hat Naya anhand eines Beispiels verdeutlicht: „Früher haben Männer immer rosa getragen.“ In der Tat galt rosa bis Anfang des 20. Jahrhunderts als „Jungenfarbe“.

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„Ich habe das trotzdem gemacht!“: STARK!-Austausch über Rollen- und Berufsbilder

Rollenbilder bewusst machen und kritisch hinterfragen sowie Mädchen ermutigen, sich nicht von Stereotypen und Vorurteilen in der Berufswahl beeinflussen zu lassen. Das waren die Ziele des Austauschtreffens im Projekt „STARK!IMG 5702© TERRE DES FEMMES Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“ am 5. Mai 2022.

Bei einer Einstiegsübung zu sozialen Normen und Rollenbildern sollten die Mädchen und Väter getrennt voneinander Bilder, auf denen Berufe, Aktivitäten und Alltagsgegenstände zu sehen waren, den Kategorien „weiblich“, „männlich“ oder „geschlechtsunabhängig“ zuordnen. Die Mädchen waren sich schnell einig, dass das Geschlecht nichts über die persönlichen Stärken, Interessen und Begabungen aussagt und dass nichts „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ ist. Bei den Vätern wurde mehr diskutiert – über die individuelle bzw. gesellschaftliche Perspektive und über verschiedene Generationen. Dass Stereotype und Rollenbilder veränderbar sind, hat Naya anhand eines Beispiels verdeutlicht: „Früher haben Männer immer rosa getragen.“ In der Tat galt rosa bis Anfang des 20. Jahrhunderts als „Jungenfarbe“.

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