Gewaltschutz für ALLE Frauen - Mitfrau Sonja Ständner aktiviert ihre Mitmenschen in Altdorf (Nürnberger Land)

Sonja Ständner am Rednerpult aufder Bühne.

Am Samstag, den 9. Mai 2026, versammelten sich rund 250 Menschen auf dem Marktplatz in Altdorf bei Nürnberg, um gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an ALLEN Frauen zu setzen. Die Demonstration stand unter dem Motto: „Nein zur Gewalt an Frauen“. Organisiert wurde die Veranstaltung von engagierten Aktivistinnen, wie unserer Mitfrau Sonja Ständner, außerdem Betroffenen und UnterstützerInnen aus der Region, wie zB Aktive und Kommunalpolitikerinnen von Bündnis 90 die Grünen. 

Die Veranstaltung machte deutlich: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall und kein Randthema. Thematisiert wurden Femizide, sexualisierte Gewalt, Gewalt im häuslichen Umfeld, Gewalt an Frauen mit Behinderung, Frauenhass im Internet sowie strukturelle Diskriminierung und fehlende Schutzräume für Betroffene. Viele RednerInnen berichteten von persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Missständen.

ALLE werden angesprochen – in leichter Sprache und mit klaren Worten 

Organisatorin Sonja sprach auf der Veranstaltung in leichter Sprache. Der Grund dafür ist einfach: Inklusion und Vielfalt sind ihr wichtig. In Altdorf leben viele Menschen mit Behinderung – mehr als 18 Prozent der Bevölkerung. Alle Menschen sollen verstehen können, worüber gesprochen wird und warum dieses Thema uns alle betrifft. Dazu kommt: Mädchen und Frauen mit Behinderung sind besonders von Gewalt betroffen.

Gewalt gegen Frauen darf keine Debatte sein, die nur für bestimmte Gruppen zugänglich ist. Jede Person muss die Möglichkeit haben, zuzuhören, mitzufühlen und mitzureden.

Sonjas persönliche Geschichte als Betroffene

Sonja hat auf der Bühne auch als Betroffene gesprochen. Als Kind hatte sie Gewalt des Vaters gegen ihre Mutter erlebt. Sie mussten ins Frauenhaus. Diese Erfahrungen prägen bis heute ihr Leben und ihren politischen Einsatz.

Sonja kämpft für mehr Schutzräume im Nürnberger Land. Betroffene brauchen Orte der Sicherheit, Unterstützung und Solidarität. Doch die Angebote sind leider rar.

Immer noch aktuell: geschlechtsspezifische Diskriminierung in der Politik und diskriminierendes Brauchtum 

Als Kommunalpolitikerin und aktive Feministin erlebt Sonja immer wieder Situation, in denen ihre Anliegen heruntergespielt werden – von Männern, aber teilweise auch von Frauen. Vor allem dann, wenn sie unbequeme Themen anspreche: patriarchale Strukturen, alte Machtverhältnisse und Gewalt gegen Frauen.

Oft entsteht bei ihr der Eindruck, dass Menschen sich lieber die Idylle einer friedlichen Kleinstadt und eines harmonischen Nürnberger Lands bewahren möchten, statt hinzusehen und Probleme offen anzusprechen. Es heißt dann schnell, andere Themen seien wichtiger für den Zusammenhalt der Gemeinde.

Auch Ereignisse im benachbarten Leinburg zeigen, wie tief Frauenfeindlichkeit noch verankert ist. Dort werden Frauen bei durch sogenannten „Matschgerla“ öffentlich gedemütigt. (Bedeutung „Matschgerla“: Eine anonyme Gruppe stellt darauf jedes Jahr DorfbewohnerInnen mit obszönen Reimen öffentlich bloß.) Solche Traditionen werden häufig verharmlost oder als „Brauchtum“ verteidigt, obwohl sie Frauen entwürdigen. TDF hatte dazu auf Instagram berichtet.

Gleichzeitig erleben besonders junge Frauen in der Kommunalpolitik immer wieder Abwertung: Sie gelten als „zu laut“, „zu progressiv“ oder „zu unbequem“. Statt zuzuhören, wird über sie gelächelt oder hinweggegangen.

Lauter werden! – Sonja will frauendiskriminierende Strukturen verändern

Die Demonstration am 9. Mai hat gezeigt, wie wichtig es ist, patriarchale Strukturen offen zu benennen und zu durchbrechen. Dafür braucht es nicht nur betroffene Frauen, sondern auch viele solidarische Männer, die zuhören, Verantwortung übernehmen und sich klar gegen Gewalt positionieren.

Sonja ist sich sicher: „Die Demonstration in Altdorf war ein wichtiges Zeichen: Wir sind viele – und wir werden lauter. Gewalt gegen Frauen darf nicht länger tabuisiert, kleingeredet oder ignoriert werden. Betroffene brauchen Schutzräume, Unterstützung und eine Gesellschaft, die hinsieht statt wegzuschauen. Denn Schweigen schützt nicht die Betroffenen – Schweigen schützt die Täter!“

TERRE DES FEMMES dankt Mitfrau Sonja Ständner herzlich für ihren Einsatz für Frauenrechte! 

Sonjas Rede für ALLE in leichter Sprache

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