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Filmprojekt der Städtegruppe Augsburg zur Integration von Schutzsuchenden: AUGSBURG – ABSURDISTAN?

Plakat zum Filmprojekt Augsburg - AbsurdistanDer Zuzug von Geflüchteten bringt die Frage nach der Integration mit sich. Insbesondere die Beachtung der Frauenrechte bedarf besonderer Anstrengungen und ist in der Vermittlung heikel. Als Einstieg für Unterrichtseinheiten und Diskussionen wurde der Film Augsburg – Absurdistan? Gedreht - ein Filmprojekt von Angelika Rodler, Mitfrau und Aktive in der TERRE DES FEMMES Städtegruppe Augsburg.

Zielsetzung

Der 15-minütige Film umfasst 6 Szenen und ist zum Teil mit Untertitel unterlegt. Es gibt zwei Akteure: einen arabisch sprechenden Dolmetscher, der schon lange in Deutschland lebt, und einen jungen Familienvater, der gerade in Augsburg angekommen ist und ein Praktikum beginnen möchte. Die Bildersprache verdeutlicht zusammen mit Kursmaterial, das die einzelnen Szenen noch einmal aufgreift, dass die gleiche Situation sehr verschieden interpretiert werden kann.

Bei dem Weg zum Praktikum treffen die beiden die Bürgermeisterin von Augsburg und besuchen die Industrie- und Handelskammer. Dabei werden Augsburger Frauen bei verantwortungsvollen Tätigkeiten gezeigt und gleichzeitig europäische Verhaltensweisen wie Händeschütteln oder Augenkontakt zwischen Mann und Frau angesprochen. Um nicht belehrend zu wirken, werden auch unpassende Verhaltensweisen auf deutschen Straßen thematisiert, wie Hooliganismus oder bedrängendes Verhalten in Straßenbahnen. Die Komik verschiedenartiger Vorstellungen von angemessenem Verhalten wird daran gezeigt, dass zum Beispiel ein ausgeschnittenes Dirndl in Augsburg gesellschaftsfähig ist, der Blick in den Ausschnitt den meisten aber zu weit geht. Unterrichtsmaterialien zur Diskussion von Geschlechterstereotypen und zur Vertiefung des Themas sind online verfügbar.

Der Filmtitel Augsburg – Absurdistan? soll durch die Überzeichnung deutscher Ungereimtheiten die Diskussion über gesellschaftliche Verhaltensregeln und Frauen- und Männerbilder anregen. Widersprüchliche Botschaften werden thematisiert und können dadurch eingeordnet werden, wie zum Beispiel die Betonung von Frauenrechten und die gleichzeitige Erlaubnis von Pornografie und Rotlicht-Szenen an jedem Bahnhof. Letzteres ist für Flüchtlinge viel sichtbarer.

Zielgruppen

Grundsätzlich ist der Film für Integrationsklassen für junge, neu zugezogene Flüchtlinge aus muslimischen Ländern gedreht worden, da deren Geschichten der Ursprung des Filmes waren. Diese Zielgruppe fühlt sich von dem Beschriebenen in besonderer Weise angesprochen: „Ja, genau so war es, als ich das zum ersten Mal hier gesehen habe.“

Es hat sich gezeigt, dass auch Deutsche, beispielsweise Schulklassen mit wenig Vorwissen über andere Kulturen, von dem Film profitieren: „So habe ich das noch nie gesehen“. Er ist darüber hinaus auch für Asylarbeitskreise oder AusbilderInnen interessant.

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