Das Empowerment geflüchteter Mädchen in Berlin schreitet voran

Foto: TERRE DES FEMMESDas Thema Pubertät und Sexualität wird insbesondere in patriarchalischen Gesellschaften tabuisiert. Sexualkunde und Aufklärung über die Geschlechtsorgane und deren Funktion gibt es nicht, weshalb vielen Mädchen das Recht auf das Wissen über ihren eigenen Körper verwehrt wird. Gerade mit dem Einstellen der Pubertät, kommen bei jungen Menschen viele Fragen auf. Bei einem unserer wöchentlichen Treffen zwischen geflüchteten Mädchen im Alter von 12 bis 19 Jahren in der Flüchtlingsunterkunft Freudstraße 8, Berlin-Spandau und dem TERRE DES FEMMES Team im Rahmen der Mädchenschulung galt es, diese zu beantworten. In einem entspannten Rahmen eröffneten wir das Gespräch mit dem Thema „Menstruation“. Wir stellten klar, dass es keinen Grund gibt sich dafür zu schämen, sondern dass dies der ganz natürliche Lauf der Dinge sei. Dabei sprachen wir über die Nutzung von Hygieneartikeln, sowie den Umgang mit Krämpfen, Unannehmlichkeiten und Unregelmäßigkeiten während eines Zyklus. Im Anschluss erfolgte ein Austausch über die Zusammenhänge zwischen Periode, Pubertät, Sex und Schwangerschaft.

Zur Einstimmung in die Weihnachtszeit machten wir einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg Berlin. Unter dem Duft von gebrannten Mandeln und Lebkuchen schlenderten wir an Ständen mit Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck vorbei. Unser Weg führte uns direkt ins Schloss Charlottenburg, wobei wir nicht nur die pompösen Räumlichkeiten bestaunen, sondern auch Informationen zur charakterstarken Königin Sophie Charlotte einholen konnten. Sie sprach vier Sprachen fließend und war maßgeblich am Bau sowie der Inneneinrichtung des Barockgebäudes beteiligt und lockte viele wissenschaftliche Geistige an, darunter zum Beispiel den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibnitz - sozusagen ein weibliches Vorbild für die Mädchen.

Anschließend ließen wir den Abend in einem nahe gelegenen Restaurant ausklingen und wärmten uns mit Tee und einer Mahlzeit wieder auf. Dabei sprachen wir über deutsche Weihnachtstraditionen. Dazu gehören das gemeinsame Backen von Vanillekipferln, der Besuch des Krippenspiels in der Kirche, sowie Würstchen und Kartoffelsalat als Abendessen an Heiligabend.

Kommende Woche schließen wir das Jahr mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier mit musikalischer Untermalung, sowie ausreichend Gebäck ab.

Dr. Abir Mawas und Christin Kuhne wünschen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.

Organisiert wird das Projekt für geflüchtete Mädchen von TERRE DES FEMMES in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz. Geflüchteten Mädchen soll damit ein Schutzraum geschaffen werden, damit offen über ihre Rechte und die in Deutschland geltenden Gesetze und Gepflogenheiten gesprochen werden kann. Zielsetzung ist es, die Mädchen zu „empowern“ und ihnen bewusst zu machen, dass sie ihre Zukunft aktiv selbst gestalten können.

 

Stand: 12/2017

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