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Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Zahl der angezeigten Zwangsheiraten 2017 erneut gestiegen

PKS AlterderOpfer Zwangsheirat rFAltersverteilung der Opfer. Quelle: PKS 2018Am 8. Mai 2018 wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die Statistik liefert unter anderem auch Auskunft über die Zahlen bezüglich Zwangsheirat nach §237 StGB. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 75 Fälle von Zwangsheirat in Deutschland angezeigt, darunter 44 Versuche. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 67 erfassten Zwangsheiraten und Zwangsheiratsversuchen, 2015 bei 50.

Unter den 81 Opfern gibt es 75 weibliche und sechs männliche Betroffene. 72 Prozent der 110 Tatverdächtigen sind männlich.

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10. Todestag von Morsal Obeidi: Gedenkveranstaltung in Hamburg am 15.5.18

Frauen werden aus Gründen der Ehre erschossen, erstochen und verbrannt. Tafel aus der eingestellten TERRE DES FEMMES-Ausstellung „Tatmotiv Ehre“.Frauen werden aus Gründen der Ehre erschossen, erstochen und verbrannt. © Tafel aus der eingestellten TERRE DES FEMMES-Ausstellung „Tatmotiv Ehre“.Am 15. Mai 2008 wurde die 16 Jahre alte Deutsch-Afghanin Morsal Obeidi von ihrem älteren Bruder Ahmad mit über zwanzig Messerstichen in Hamburg getötet. Beweggrund für diesen so genannten Ehrenmord war Morsals Wunsch, frei und selbstbestimmt zu leben. Die Familie, mit ihrer strikten Lebensweise und ihren überkommenen Traditionen, konnte dieses Bestreben nicht akzeptieren und reagierte darauf zunächst mit Gewalt und zu guter Letzt mit ihrer Ermordung.

Anlässlich des zehnten Todestages von Morsal Obeidi werden Frauen der Städtegruppe Hamburg von TERRE DES FEMMES von 16 bis 18 Uhr am Ort des Geschehens in Hamburg am Übergang der S- und U-Bahnhaltestelle Berliner Tor mit einer Mahnwache an sie erinnern.

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Fachtag zum Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen – TERRE DES FEMMES Referentin informiert und diskutiert in Berlin-Neukölln

Ein interessiertes Fachpublikum diskutiert mir Myria Böhmeke die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage. Foto: © TERRE DES FEMMESEin interessiertes Fachpublikum diskutiert mir Myria Böhmeke die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage. Foto: © TERRE DES FEMMESTERRE DES FEMMES setzte sich in den letzten Jahren intensiv für Gesetzesänderungen zur Verhinderung von Eheschließungen Minderjähriger ein. Diese Bemühungen wurden mit dem am 22. Juli 2017 in Kraft getretenen Gesetz belohnt. Unter anderem gilt nun für deutsche sowie nicht-deutsche Staatsangehörige, dass eine Ehe erst ab 18 Jahren geschlossen werden kann, ohne Ausnahmen. Des Weiteren dürfen Minderjährige ebenfalls nicht im Rahmen einer religiösen oder traditionellen Zeremonie verheiratet oder verlobt werden. Die Ehen minderjährig Verheirateter, die nach Deutschland einreisen, werden entweder aufgehoben oder für unwirksam erklärt.

Um sich über das neue Gesetz und dessen Umsetzung in der Praxis zu informieren und auszutauschen, fand am Vormittag des 07.03.2018 die Fachtagung „Gesetz und Praxis – Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten von Neukölln Sylvia Edler, der Kinderschutzkoordinatorin des Neuköllner Jugendamts Marion Thurley und einer Mitarbeiterin von „Papatya“, der anonymen Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund statt. Zunächst gab die TERRE DES FEMMES Referentin zu Gewalt im Namen der Ehre Myria Böhmecke einen fachlichen Überblick über Zahlen und Hintergründe von Frühehen und setzte die Zuhörenden über die aktuelle Gesetzeslage sowie deren Umsetzung in der Praxis in Kenntnis.

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Zum 13. Todestag von Hatun Sürücü: Im Kampf gegen Gewalt im Namen der Ehre nicht nachlassen – 13 „Ehren“-Mordfälle im Jahr 2017

Gemeinsam gegen Gewalt im Namen der Ehre: Mitglieder des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung (Heroes, Elisi Evi, TERRE DES FEMMES, Frauenbeauftragte des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg). Foto: © TERRE DES FEMMESGemeinsam gegen Gewalt im Namen der Ehre: Mitglieder des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung (Heroes, Elisi Evi, TERRE DES FEMMES, Frauenbeauftragte des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg). Foto: © TERRE DES FEMMESAm 7. Februar 2018 jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü zum 13. Mal. In Gedenken an die junge Frau, die von ihrem eigenen Bruder ermordet worden war, fand an ihrem Gedenkstein am Tatort in der Oberlandstraße eine Kranzniederlegung statt. Um die 40 Personen - VertreterInnen aus Politik, Verwaltung, Projekten und NGOs sowie interessierte BürgerInnen -  nahmen daran teil. Neben der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (Tempelhof-Schöneberg) sprachen auch die Koordinatorin des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung, Petra Koch-Knöbel, TERRE DES FEMMES-Referentin Monika Michell und ein Hero aus dem Projekt Heroes – gegen Unterdrückung im Namen der Ehre.

Am Nachmittag fand zudem eine Gedenkveranstaltung des Bezirksamts Neukölln statt, bei der zum zweiten Mal die Fahne „Selbstbestimmt leben - gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ von der Gleichstellungsbeauftragten Sylvia Edler und dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Falko Liecke gehisst wurde. TERRE DES FEMMES war mit einem Infotisch vor Ort.

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„Ehren“-Mordprozess endet mit langjährigen Haftstrafen für die Täter

Im April 2015 verschwindet Hanaa S. Es dauert über zwei Jahre, bis ihre Leiche gefunden wird. Inzwischen war für die ErmittlerInnen längst klar, dass Hanaa S. einem „Ehren“-Mord zum Opfer fiel. Nacheinander nehmen sie zuerst einen Schwager, dann den Sohn, schließlich den Ehemann und einen weiteren Schwager  fest. Im Juni 2016 beginnt schließlich der Mordprozess vor dem Wuppertaler Landgericht, in dessen Verlauf einer der beiden Schwager gesteht, Hanaa S. ermordet zu haben und den Fundort der Leiche verrät. Am Donnerstag, den 25.1.18, ergehen schließlich die Urteile: Der 26-jährige Schwager des Opfers wird als Haupttäter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, der 20-jährige Sohn erhält eine Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten. Der Ehemann sowie der zweite Schwager bekommen 10 Jahre und 6 Monate.

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