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Aktuelles zu Häuslicher und sexualisierter Gewalt

Aktion 2018 „Finde den Fehler“ #gegenGewalt

Aktion Finde den Fehler


 
Hilfetelefon gegen Gewalt gegen Frauen:

08000-116016

Herzlich willkommen bei TERRE DES FEMMES!

Wir freuen uns, dass unser Plakat „Finde den Fehler" Ihre Aufmerksamkeit geweckt hat und möchten Ihnen ein paar wichtige Informationen zu dem Plakat mit den vier Frauen weitergeben.

Jede vierte Frau in Deutschland ist von Häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Dies ergibt sich aus einer repräsentativen Studie des BMFSFJ: rund 25% aller in Deutschland lebenden Frauen haben schon einmal Formen körperlicher oder sexueller Gewalt (oder beides) durch aktuelle oder frühere BeziehungspartnerInnen erlebt (BMFSFJ 2004:9). Zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt auch die im März 2014 veröffentlichte repräsentative Studie der Europäischen Grundrechteagentur zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen in Europa. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich damit bei Häuslicher Gewalt eine "Spitzen"position ein.

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Istanbul-Konvention tritt in Kraft

Ab heute, dem 1. Februar 2018, tritt die Istanbul-Konvention auch in Deutschland in Kraft, nachdem sie von Bundestag und Bundesrat im November letzten Jahres ratifiziert worden war. Das Inkrafttreten der Konvention ist ein Meilenstein für die Umsetzung von Menschenrechten in Deutschland, insbesondere für Schutz und in der Unterstützung von Mädchen und Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt.

Mit der Ratifizierung ist der Schutz von Frauen vor Gewalt aber nicht erledigt, sondern fängt erst an: Die Bundesregierung muss nun einen umfassenden Plan vorlegen, wie sie zukünftig Frauen besser vor Gewalt schützen möchte. Die bestehenden Hilfsangebote sind nicht ausreichend, wie die erschreckend hohen Zahlen zu Häuslicher Gewalt zeigen. So ist das Hilfesystem in Deutschland nach wie vor unterfinanziert. Immer wieder müssen Frauenhäuser Frauen abweisen, weil sie keine Kapazitäten mehr haben. Viele Frauenberatungsstellen können ihre Angebote nur durch ehrenamtliche Arbeit aufrechterhalten oder müssen Beratungsanfragen ablehnen.

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Risikofaktor Beziehung: Zahlen zu Häuslicher Gewalt steigen weiter an

Anlässlich des 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, hat das Bundeskriminalamt die „Kriminalstatistische Auswertung zu Gewalt in Partnerschaften“ veröffentlicht. Im Vergleich zu 2015 sind die Zahlen in 2016 weiter angestiegen:

Die Polizei registrierte über 108.956 Fälle von Häuslicher Gewalt an Frauen. Das ist ein Anstieg von 4,5 Prozent zum Vorjahr. Besonders gravierend ist der Anstieg bei Mord und Totschlag: Die Fälle von Mord, versuchten Mord und Totschlag sind um acht Prozent auf 357 gestiegen.

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Sexualstrafrecht - #metoo bestätigt im Nachhinein Wichtigkeit der Reform

Wie sehr die Themen sexualisierte Gewalt und sexualisierte Belästigung die Menschen weltweit bewegen, zeigt sich in diesen Tagen sehr deutlich durch die millionenfachen Beiträge im Internet unter #MeToo. Ausgehend von den Veröffentlichungen der Belästigungen des Filmregisseurs Harvey Weinstein in der Filmbranche haben Millionen von Frauen deutlich gemacht: sexuelle Belästigung – und auch sexualisierte Gewalt – sind trauriger Alltag der meisten Frauen und Mädchen weltweit.

Wir feiern die Reform! Foto: © Deutscher FrauenratWir feiern die Reform! Foto: © Deutscher FrauenratSo erschütternd die Beiträge teilweise auch sind, zeigen sie doch auf, wie wichtig die Reform des Sexualstrafrechts vor einem Jahr gewesen ist. Denn – kaum zu glauben – bis dato galt die sexuelle Belästigung nicht als Straftat. Dies hat sich mit der Reform geändert. Zudem wurde der Grundsatz „Nein heißt Nein“ im Strafrecht verankert, wodurch mehr Fälle von Vergewaltigungen unter Strafe gestellt wurden.

Das Gute an der Diskussion um #MeToo ist nicht nur, dass der Mantel des Schweigens um sexualisierte Gewalt gelüftet wird, sondern auch, dass die ganze Bandbreite von sexualisierter Gewalt aufgezeigt wird – vom „einfachen“ Sexismus bis hin zur Vergewaltigung. Dies geschieht erfreulicherweise ohne einen rassistischen Unterton, wie es zuletzt im Bundestagswahlkampf der Fall war.

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Sexualisierte Gewalt an Hochschule: EU-Studie fördert drastische Zahlen zutage

Demo "Nein heisst Nein". Foto: © TERRE DES FEMMESDemo "Nein heisst Nein". Foto: © TERRE DES FEMMESSexualisierte Gewalt ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. In welchem Ausmaß Menschen davon betroffen sind, wird uns nun erneut durch #metoo vor Augen geführt - ein Tweet, der Betroffene von sexualisierter Gewalt dazu ermutigt, ihre Stimme zu erheben und eigene Erfahrungen zu teilen. Die Posts bewegen Millionen von Menschen dazu, das Thema in den sozialen Medien zu diskutieren. Die Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfe gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein waren Anlass für den medialen Aufruhr und zeigen auf drastische Weise, wie weit verbreitet Sexismus und sexualisierte Gewalt in der Filmindustrie sind.

Dabei beschränken sich solche Geschehnisse nicht auf die Branche des Films und Fernsehens. Sexismus und sexualisierte Gewalt sind allgegenwärtig: von Schulen über Hochschulen bis zum Arbeitsplatz. Damit verbunden ist häufig ein Machtgefälle, das es den Betroffenen extrem schwer macht, sich gegen die Taten zur Wehr zu setzen.

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Deutschland bietet gewaltbetroffenen Frauen keinen Schutz: TDF berichtet über gravierende Missstände an den UN-Menschenrechtsrat

In einem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat macht TERRE DES FEMMES auf die dramatische  Situation im Hilfesystem aufmerksam: Immer mehr Frauenhäuser sind überfüllt, in vielen Bundesländern können hilfesuchende Frauen nicht mehr aufgenommen werden.

Die Situation im Hilfesystem ist schon lange besorgniserregend. Bereits 2011 hat die Bundesregierung in einem Bericht zur Situation der Frauenhäuser und Beratungsstellen resümiert, dass Frauenhausplätze in Deutschland nicht ausreichen und das komplette Unterstützungssystem unterfinanziert ist. Passiert ist seither: nichts. Das Problem wurde zwar von der Bundesregierung diskutiert, aber passiert ist trotzdem: nichts. Traurige Einigkeit im Stillstand. Dabei besteht die Gefahr, dass jede vom Frauenhaus abgewiesene Frau wieder in einer Gewaltsituation landet. Das kann für die betroffenen Frauen lebensgefährlich sein. Allein 2015 wurden 131 Frauen durch ihren Partner oder Ex-Partner umgebracht, in weiteren 200 Fällen haben die Frauen den Mordversuch überlebt.

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Sexualisierte Gewalt: Alltag an deutschen Schulen!

Grenzen setzen sollte früh geübt werden. Grafik aus einem Comic-Workshops zu Häuslicher und sexualisierter Gewalt. © TERRE DES FEMMESGrenzen setzen sollte früh geübt werden. Grafik aus einem Comic-Workshops zu Häuslicher und sexualisierter Gewalt.
Grafik: © TERRE DES FEMMES
Schulen sind Orte, wo Kindern und Jugendlichen Raum gegeben werden sollte zur bestmöglichen und freien Entfaltung.

Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Eine dreijährige Studie des Deutschen Jugendinstituts (DIJ), die Ende Juli 2017 abgeschlossen wurde, zeigt: fast 60 Prozent der befragten NeuntklässerInnen haben schon einmal sexuelle Gewalt erlebt. Die Ergebnisse der Speak!-Studie des hessischen Kultusministeriums aus dem Jahr 2016 sind ähnlich. Von den SchülerInnen gaben 55 Prozent der Mädchen und 40 Prozent der Jungen an, nichtkörperliche Formen sexualisierter Gewalt erfahren zu haben. Das Erschreckende dabei: über die Hälfte der betroffenen Jugendlichen gab an, dass dies in der Schule geschah.

Die Kategorien der DIJ-Studie reichen von verbaler sexueller Belästigung bis hin zu körperlicher sexueller Gewalt, etwa das Bedrängen von SchülerInnen oder der Zwang zu sexuellen Handlungen. Es zeigte sich, dass 40 Prozent der im Schnitt 15-Jährigen schon einmal erfahren musste, dass Witze über ihren Körper gemacht oder Gerüchte über sie verbreitet wurden. Beobachtet haben dies sogar über 75 Prozent der Teenager. Mädchen sind zudem nicht nur insgesamt häufiger von Situationen sexueller Gewalt betroffen, sondern haben auch drei Mal öfter als Jungen von schwereren Gewalterfahrungen in Verbindung mit körperlichen Übergriffen berichtet. Im Rahmen der Speak!- Studie zeigte sich, dass fast ein Drittel der Schülerinnen körperlich sexualisierte Gewalt erlitten hat, also gegen ihren Willen angefasst, geküsst oder am Geschlechtsteil berührt wurde.

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