Tür auf! Schutzräume für alle

Unter diesem Motto stand der diesjährige Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen bei TERRE DES FEMMES. Um die Forderung nach mehr Schutzräumen für gewaltbetroffene Frauen zu unterstreichen, hat TERRE DES FEMMES vor dem Brandenburger Tor ein eigenes Frauenhaus aufgebaut. In den sechs Betten bekamen Frauen, die an die Tür klopften, einen Platz angeboten. Doch alle anderen Frauen mussten abgewiesen werden: Sowohl die Rolli-Fahrerin, da unser Frauenhaus wie die meisten leider nicht barrierefrei war, als auch alle anderen Frauen, die Schutz suchten. Sie fanden keinen Platz mehr im Frauenhaus.

Mit unserer Performance haben wir eine leider alltägliche Situation in Deutschland nachgestellt. Immer wieder müssen Frauen, die Schutz vor Gewalt suchen, bei Frauenhäusern abgewiesen werden, weil die Kapazitäten nicht ausreichen, das Haus nicht barrierefrei oder die Finanzierung nicht gesichert ist. Dabei ist Deutschland durch die Istanbul-Konvention verpflichtet, Frauenhäuser flächendeckend auf alle Regionen zu verteilen: Pro 10.000 EinwohnnerInnen sollte Platz für eine Familie sein. In Deutschland trifft das jedoch längst nicht zu. Gerade im Osten der Republik und in ländlichen Regionen haben Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, große Schwierigkeiten einen Zufluchtsort zu finden. Im Jahr 2011 mussten laut Bericht der Bundesregierung über 9.000 Frauen abgewiesen werden.

Mit der Aktion „Tür auf!“ erinnerte TERRE DES FEMMES die Regierung an ihre menschenrechtliche Verpflichtung gegenüber schutzbedürftigen Frauen. Denn jede vierte Frau war oder ist von häuslicher Gewalt betroffen. Darüberhinaus sind 82 Prozent der Betroffenen von Gewalt in Partnerschaften Frauen.

Wir fordern:

  • Tür auf! Für alle Frauen, die in Deutschland von Gewalt betroffen sind, müssen Schutzräume zur Verfügung stehen – egal welcher Herkunft sie sind und welchen Status sie haben
  • Schaffung eines ausreichenden Angebots von barrierefreien Plätzen
  • Finanzierung von Sprach- und Dolmetscherleistungen
  • Tarifgerechte Bezahlung der Mitarbeiterinnen und ausreichende personelle und sächliche Ausstattung

Sowie:

  • Eine bundesweite Rechtsgrundlage, die eine pauschale, kosten- und flächendeckende sowie stabile Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsangeboten sicherstellt.

 

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