Risikofaktor Beziehung: Zahlen zu Häuslicher Gewalt steigen weiter an

Anlässlich des 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, hat das Bundeskriminalamt die „Kriminalstatistische Auswertung zu Gewalt in Partnerschaften“ veröffentlicht. Im Vergleich zu 2015 sind die Zahlen in 2016 weiter angestiegen:

Die Polizei registrierte über 108.956 Fälle von Häuslicher Gewalt an Frauen. Das ist ein Anstieg von 4,5 Prozent zum Vorjahr. Besonders gravierend ist der Anstieg bei Mord und Totschlag: Die Fälle von Mord, versuchten Mord und Totschlag sind um acht Prozent auf 357 gestiegen.

Die Auswertung kann keine Auskunft darüber geben, ob die Gewalt gegen Frauen tatsächlich zugenommen hat oder ob lediglich mehr Straftaten als früher angezeigt werden. Trotzdem gibt sie einen Überblick zu Gewalt an Frauen in Deutschland und zeigt, dass das eigene Zuhause für viele Frauen immer noch der gefährlichste Ort ist: Über die Hälfte der Opfer lebte mit dem Täter im selben Haushalt. Jede dritte ermordete Frau in Deutschland wurde von ihrem Partner oder Ex-Partner umgebracht.

Obwohl die Zahlen seit Jahren ansteigen und mehr Betroffene Hilfe und Unterstützung in einem Frauenhaus oder in einer Beratungsstelle suchen, stagnieren seit Jahre die finanziellen Mittel des Hilfesystems. Dies führt dazu, dass immer mehr Frauen keine adäquate Unterstützung erhalten. Angesichts des desolaten Zustands des Hilfesystems fordert TERRE DES FEMMES von der Bundesregierung: „Die Politik muss endlich handeln und den Terror, den Frauen daheim erleben, bekämpfen. Wir brauchen mehr Präventions- und Aufklärungskampagnen, aber auch eine deutlich bessere Ausstattung des Hilfesystems. Immer mehr Frauenhäuser sind überfüllt, in vielen Bundesländern können hilfesuchende Frauen nicht mehr aufgenommen werden. Das ist ein Armutszeugnis für ein so reiches Land wie Deutschland. Deutschland muss seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen nachkommen und Frauen vor Gewalt schützen.“

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Stand: 11/2017

 

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