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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Mädchen schützen! Gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung.

CHANGE Agents und AktivistInnen mit Unterstützung von Politikerinnen. Foto: © Martin FunckCHANGE Agents und AktivistInnen mit Unterstützung von Politikerinnen. Foto: © Martin FunckZum Internationalen Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen" organisierte TERRE DES FEMMES am  23. November 2017 auf dem Pariser Platz vor dem  Brandenburger Tor  eine Aktion im Rahmen der diesjährigen Fahnenaktion: Mädchen schützen! Gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung.

AktivistInnen aus afrikanischen Diaspora-Communities und verschiedenen europäischen Ländern versammelten sich gemeinsam mit weiteren UnterstützerInnen und Politikerinnen, um auf die geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen.

MultiplikatorInnen, sogenannte CHANGE Agents und Champions, die im Rahmen des von TERRE DES FEMMES koordinierten EU-Projektes CHANGE Plus ausgebildet wurden, unterstützten die Aktion mit aussagekräftigen Statements und Forderungen. Rakieta Sawadoga-Poyga, Gründerin der Partnerorganisation Association Bangr-Nooma (ABN) in Burkina Faso und Schirmherrin des europaweiten Bündnisses CHANGE Plus berichtete von ihrem Einsatz und ihren persönlichen Erfahrungen im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung. In den letzten 20 Jahren konnte sie durch Aufklärungskampagnen mehr als 900 000 Menschen erreichen und 35 000 Mädchen vor der Praxis in Burkina Faso bewahren. Weiter betonte sie die wichtige Arbeit von TERRE DES FEMMES. Durch deren Öffentlichkeitskampagnen ist weibliche Genitalverstümmelung seit 2013 in Deutschland ein Straftatbestand. Ebenso wurde die weibliche Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufgenommen, wodurch eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen bei Reparations-OPs von Betroffenen gewährleistet werden kann.

Am Ende stellte Maja Wegener, Fachbereichsleiterin bei TERRE DES FEMMES, weitere Forderungen, die für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung essentiell sind. So bedarf es bundesweite, flächendeckende und ausreichende spezialisierte Beratungsstellen und psychosoziale Hilfsangebote für Betroffene und Gefährdete. In diese Beratungsangebote müssen Kultur- und Sprachermittlerinnen integriert sein. Außerdem sollen U-Untersuchungen für Kinder auch die Untersuchung von Genitalien umfassen.

Es wurden Gespräche mit JournalistInnen und Vertreterinnen der Politik geführt – wir freuen uns sehr, dass Leni Breymaier (MdB SPD), Annette Widmann-Mauz (Parlamentarische Staatssekretärin Bundesministerium für Gesundheit), Elke Ferner (Parlamentarische Staatssekretärin BMFSFJ), Kordula Schulz-Asche und Margarete Bause (MdB Bündnis 90/Die Grünen) an der Aktion teilgenommen haben.

Anschließend fand die Abschlusskonferenz des zweijährigen Projekts CHANGE Plus im Europäischen Haus statt, wo der Austausch zur Beendung der weiblichen Genitalverstümmelung weiterging.

AktivistInnen, CHANGE Agents und –Champions. Foto: © Martin Funck
Team CHANGE Plus. Foto: © Martin Funck
CHANGE Agent Mohamed Maiga aus Hamburg
(v.l.n.r.) Akiko Rive, TDF-Mitarbeiterin und Binta Fatty, Team CHANGE Plus und Aktivistin. Foto: © Martin Funck
(v.l.n.r.) Annette Widmann-Mauz, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit und Mai Ali, CHANGE Agent. Foto: © Martin Funck
Rakieta Sawadoga-Poyga, Gründerin der Partnerorganisation Association Bangr-Nooma (ABN) in Burkina Faso und Schirmherrin des europaweiten Bündnisses CHANGE Plus. Foto: © Martin Funck
CHANGE Agents und AktivistInnen mit Unterstützung von Politikerinnen. Foto: © Martin Funck
Berliner CHANGE Agents mit TDF FGM-Referentinnen Charlotte Weil und Idah Nabateregga. Foto: © Martin Funck

 

Stand: 11/2017

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