Das Projekt „STOP harmful traditional practices – Patriarchale Gewalt verhindern“

Rakieta Poyga (Partnerorganisation Association Bangr Nooma, Burkina Faso) spricht am 23.112.2017 gegen weibliche Genitalverstümmelungen. Foto: © Martin FunckRakieta Poyga (Partnerorganisation Association Bangr Nooma, Burkina Faso) spricht am 23.112.2017 gegen weibliche Genitalverstümmelungen. Foto: © Martin FunckDas von Aktion Mensch geförderte Projekt "STOP harmful traditional practices - Patriarchale Gewalt verhindern" bietet für junge Frauen in Berlin dringend notwendige Hilfe.

Ob Frühehen, Zwangsheirat oder weibliche Genitalverstümmelung - Es sind vor allem junge heranwachsende Mädchen und Frauen, die von traditionsbedingten patriarchalen Gewaltformen und -praktiken betroffen sind. Unter die englische Bezeichnung harmful traditional practices, was sich auf Deutsch mit Traditionelle schädigende Praktiken übersetzen lässt, fallen Gewaltformen wie Zwangsheirat, Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung (FGM), Brautraub, Polygamie, Jungfräulichkeitstests oder Säureangriffe. Ihnen gemein ist, dass sie auf kulturell und sozial verwurzelten patriarchalen Traditionen und Normen beruhen. Für die Betroffenen bedeuten diese Formen der geschlechterspezifischen Gewalt und Diskriminierung oft langfristige körperliche und seelische Folgen sowie die Verletzung ihrer Menschenrechte.

Auch in Berlin gibt es Mädchen und Frauen, die von verschiedenen Formen patriarchaler Gewalt betroffen sind. Die verbreitetsten Formen sind hier vor allem Zwangsheirat, Frühehen und FGM. Zudem haben viele n der nach Deutschland geflüchteten Frauen in ihrem Herkunftsland oder auf der Flucht traditionsbedingte Gewaltformen erlitten oder sind in Deutschland davon bedroht. In Deutschland angekommen, kennen die Frauen zumeist nicht ihre Rechte, wie ihren Anspruch auf Beratung oder Schutz vor (erneuter) Gewalt und wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Weiterhin müssen diejenigen Berufsgruppen, die mit (potentiell) Betroffenen zusammenarbeiten, sensibilisiert und geschult werden, damit sie optimal helfen können.

TERRE DES FEMMES wird daher dank der finanziellen Förderung von Aktion Mensch mit dem Projekt Stop harmful traditional practices – Patriarchale Gewalt verhindern drei Jahre (Juni 2016- Juni 2019) verstärkt beraten, sensibilisieren, sowie präventiv tätig werden. Das Projekt richtet sich an drei verschiedene Zielgruppen:

Zunächst mittels der TERRE DES FEMMES-Beratungsstelle an die Betroffenen selbst, die aufgrund ihres Geschlechtes in ihrer Herkunftsfamilie traditionsbedingter patriarchaler Gewalt ausgesetzt sind. Im Fokus liegen hierbei junge Frauen im Alter von 18 bis 27 Jahren.

Außerdem richtet sich das Projekt mit gezielten Schulungen zu traditionsbedingter Gewalt an die MitarbeiterInnen von Stadtteil- und Familienzentren sowie Beratungsstellen. Auf diesem Wege kann die Zielgruppe gewaltbetroffener junger Frauen mit Migrationshintergrund auch indirekt erreicht werden. Weiterhinwerden Schulungen für MitarbeiterInnen von Flüchtlingseinrichtungen angeboten, sowohl Fachkräfte als auch Ehrenamtliche, um so frühzeitig Frauen helfen zu können sowie Familien präventiv zu erreichen, in denen traditionsbedingte Gewalt ausgeübt wird.

TERRE DES FEMMES hat im Rahmen des Projektes eine umfassende Informations- und Präventionsbroschüre zu traditionsbedingter patriarchaler Gewalt herausgegeben, die kostenfrei in unserem Shop bestellt werden kann. Die Broschüre bietet eine Einführung in verschiedenen Gewaltformen (Zwangsverheiratung, Gewalt im Namen der Ehre, Frühehen und weibliche Genitalverstümmelung) sowie einen Überblick über die Gesetzeslage in Deutschland und zeigt konkrete Präventions- und Handlungsmöglichkeiten für Haupt- und Ehrenamtliche in Berlin auf.

 

Stand: 11/2017

 

Das Projekt Stop Harmful Traditional Practices – Patriarchale Gewalt verhindern wird finanziert durch Aktion Mensch.

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