Pressestatement: Zur Verleihung des Friedensnobelpreis am 10. Dezember 2018 in Oslo

Berlin, 7.12.2018. Das Friedensnobelpreiskomitee lenkt 2018 die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das in der Öffentlichkeit lange nicht berücksichtigt wurde: Das systematische Einsetzen von Vergewaltigung als Kriegswaffe. TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V. begrüßt die Entscheidung, den Friedensnobelpreis an Nadia Murad und Denis Mukwege zu verleihen, da zwei Menschen geehrt werden, die ihr Leben dem Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gewidmet haben. Es wird ein richtiges und wichtiges Zeichen gesetzt gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und die weltweite Aufmerksamkeit auf ein tabuisiertes Thema gelenkt. Der Arzt Denis Mukwege und die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad haben herausragendes geleistet im Kampf gegen Kriegsverbrechen an Frauen und Mädchen.

Tabuthema sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe ist ein Tabuthema, das bislang in unserer Öffentlichkeit nicht angekommen ist. Allerhand Kriegswaffen werden geächtet, doch, dass sexualisierte Gewalt an Frauen als Kriegswaffe eingesetzt wird, wird noch nicht hart genug kritisiert und verurteilt. Zwar existiert seit 2008 eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrats, dass sexualisierte Gewalt ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, doch werden Vergewaltigungen nach wie vor kaum geahndet. Schwache und korrupte Justizsysteme, mangelnde Datenerhebungen und Sanktionsmechanismen sowie fehlender Zugang zur Justiz stehen einer wirkungsvollen Strafverfolgung im Weg.

Die ausführliche Analyse von TERRE DES FEMMES zu der Friedensnobelpreisverleihung in Oslo am 10.12.2018 finden Sie hier

Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Nastassja Wachsmuth (ehem. Lutz-Sorg), Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030/40504699-25, oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

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