Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 veröffentlicht: Fälle von Zwangsverheiratung auf gleichem Stand wie im Vorjahr

Der Bundestag hat am 17. März 2011 ein Gesetz gegen Zwangsehen verabschiedet. Seit nun mehr als 8 Jahren dient es der Bekämpfung der Zwangsheirat und soll zum besseren Schutz von Opfern beitragen.

Das Gesetz zeigt seit der Verabschiedung bereits Wirkung: Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik wurde familieninterne Gewalt häufiger gemeldet. Lagen die Zahlen der polizeilich erfassten Zwangsehen im Jahr 2015 noch bei 50, so gab es im Jahr 2018 bereits 75 gemeldete Fälle.

Am höchsten gefährdet sind Mädchen zwischen 14 und 21 Jahren. Grund für ein so junges Alter ist möglicherweise, dass einer früh verheirateten Tochter damit keine Zeit gelassen wird durch voreheliche Beziehungen oder das Bestreben nach Autonomie die Familienehre in Verruf zu bringen.

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STOP-Schulung geht in die letzte Runde

Teilnehmerinnen der Schulung im Dezember zusammen mit der Referentin Myria Böhmecke. Foto: © TERRE DES FEMMESTeilnehmerinnen der Schulung im Dezember zusammen mit der Referentin Myria Böhmecke. Foto: © TERRE DES FEMMESEnde Februar 2019 fand die letzte Fortbildung des von Aktion Mensch geförderten Projekts „STOP harmful traditional practices – patriarchale Gewalt verhindern“ statt. Teilnehmerinnen aus der Straßensozialarbeit, der Pädagogik und der Wissenschaft wurden in diesem Rahmen eingehend über sog. traditional harmful practices (z. dt.: traditionelle schädigende Praktiken) aufgeklärt und anhand eines 10-Punkte-Plans dazu geschult, wie im Einzelfall am sensibelsten und effektivsten gehandelt werden kann.  Unter den Begriff der traditional harmful practices fallen Praktiken, die hauptsächlich auf kulturell und sozial verwurzelte patriarchale Normen zurückzuführen sind und vor allem junge Frauen und Mädchen unterdrücken. Das sind z.B. Zwangsverheiratung, Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmlung oder Jungfräulichkeitstests.

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Gender ABC: Internationales Projektmeeting in TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsstelle

PartnerInnen des aktuellen Projekts sind v.l.n.r. Isma Benboulerbah (EndFGM), Sónia Breda (APF), Carolin Pranz (TDF), Myria Böhmecke (TDF), Maja Wegener (TDF), Ophélie Masson (EndFGM), Sónia Duarte Lopes (APF), Paco Llorente (MDM), Fiona Coyle (EndFGM), Susana Vicente Andueza (MDM), Eva Ulshöfer (TDF), Valentina Fanelli (AIDOS). Julia Mergenschröer (TDF). Foto: © TERRE DES FEMMESPartnerInnen des aktuellen Projekts sind v.l.n.r. Isma Benboulerbah (EndFGM), Sónia Breda (APF), Carolin Pranz (TDF), Myria Böhmecke (TDF), Maja Wegener (TDF), Ophélie Masson (EndFGM), Sónia Duarte Lopes (APF), Paco Llorente (MDM), Fiona Coyle (EndFGM), Susana Vicente Andueza (MDM), Eva Ulshöfer (TDF), Valentina Fanelli (AIDOS). Julia Mergenschröer (TDF). Foto: © TERRE DES FEMMESVom 13. bis 15. März 2019 fand das zweite Meeting des EU-geförderten Projektes Gender ABC in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin statt. Mit den ProjektpartnerInnen der Organisationen EndFGM (Belgien), AIDOS (Italien), MDM (Spanien) und APF (Portugal) wurde der aktuelle Stand sowie der weitere Verlauf des Projekts diskutiert.

Ein wichtiger Punkt auf der Agenda: Die Wirkung und Evaluation des Projekts sowie Herausforderungen in der Durchführung in den Schulen.

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Gender ABC in Berlin!

Foto: © End FGM EU (2018)Foto: © End FGM EU (2018)Nachdem das Bildungsprojekt in den ersten Monaten überwiegend aus konzeptioneller Arbeit, thematischer Modulentwicklung und Absprachen mit ProjektpartnerInnen bestand, soll es nun in die Berliner Schulen gehen!

Zunächst scheint dieses Vorhaben leichter gesagt als getan: Denn -unabhängig davon, ob Grund- oder weiterführende Schule- das Schulpersonal hat alle Hände voll zu tun und das Schuljahr ist mit Prüfungen, Gesamt-, LehrerInnen-, Elternkonferenzen, Aktionstagen und Lehrplänen gefüllt. Angesichts der zahlreichen Termine, Fristen sowie Vor- und Nachbereitungen wäre eine zunächst abweisende Haltung mehr als nachvollziehbar…Wir wurden jedoch positiv überrascht!

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14. Todestag von Hatun Sürücü – „Ehren“-Morde und Zwangsverheiratungen weiterhin keine Einzelfälle

Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES und Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek (3.v.l.) gedachten mit Erinnerungstafeln "Ehren"-Mordopfern der letzten Jahre. Foto: © TERRE DES FEMMESVertreterinnen von TERRE DES FEMMES und Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek (3.v.l.) gedachten mit Erinnerungstafeln "Ehren"-Mordopfern der letzten Jahre. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 7. Februar 2019 jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von ihrem eigenen Bruder erschossen worden war, zum 14. Mal. Zu diesem Anlass lud die Bürgermeisterin des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), zu einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Tatort in der Oberlandstraße ein.

Über 50 TeilnehmerInnen aus Politik, Projekten, Presse und der interessierten Öffentlichkeit erinnerten an die mutige junge Frau. Sie wurde zu einer Symbolfigur für alle Mädchen und Frauen, die an patriarchaler Gewalt im Namen der Ehre und Unterdrückung aufgrund überholter Geschlechterrollen leiden. Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES, darunter Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek, machten auf die Verbreitung von „Ehren“-Morden anhand von Gedenkschildern aufmerksam. Diese verdeutlichten neben der symbolischen Anteilnahme, dass sowohl Frauen als auch Männer und genauso junge wie erwachsene Menschen von Gewalt im Namen der Ehre betroffen sind. Ebenfalls anwesend waren AktivistInnen des Projekts HEROES – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre. HEROES setzt sich dafür ein, bei jungen Männern mit ehrkulturellem Hintergrund ein Hinterfragen ihrer tradierten patriarchalen Werte anzustoßen.

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