TERRE DES FEMMES lädt ein: Am 25.11 am Brandenburger Tor zur Aktion #meinherzgehörtmir gegen Zwangverheiratungen und Frühehen

Berlin, den 18. November 2020: TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. lädt zum Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ VertreterInnen aus der Politik und ausgewählten Verbänden ein, ein klares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen und sich an der Aktion „#meinherzgehörtmir – gegen Zwangsverheiratungen und Frühehen“ am Brandenburger Tor zu beteiligen. Die Aktion findet unter Rücksichtnahme aller gesundheitlichen Vorkehrungen statt.

Obwohl Zwangsverheiratung in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird und auch die Verheiratung Minderjähriger seit 2017 mit dem Inkrafttreten des „Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen", wofür sich TERRE DES FEMMES stark eingesetzt hat, verboten ist, werden nach wie vor Mädchen und Frauen in Deutschland gegen ihren Willen verheiratet. Dies geschieht oft im Rahmen von traditionellen bzw. religiösen Zeremonien und hat für die Betroffenen teils dramatische Folgen, wie häusliche und sexualisierte Gewalterfahrungen und ein Leben in sozio-ökonomischer Abhängigkeit vom Ehemann „Eine Früh- oder Zwangsehe ist lebenslange Gewalt an Mädchen und Frauen“, so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. „Gerade in Krisenzeiten, in denen Mädchen weniger soziale Kontakte außerhalb ihrer Familie haben, ist es wichtig, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Frühehen in Deutschland rechtswidrig sind und dennoch in Deutschland stattfinden. Diese Mädchen haben es nicht verdient, dass man wegschaut“. Gewalt an Frauen kann viele Formen annehmen.

Die neueste kriminalstatistische Auswertung des Bundeskriminalamtes (BKA) zu Partnerschaftsgewalt 2019 hat erneut bestätigt, dass bestimmte Gewaltformen überwiegend Mädchen und Frauen widerfahren. Seit 2001 werden im ganzen Land und auch im Ausland, die von TDF entwickelten Fahnen „Frei leben-ohne Gewalt“ rund um den 25. November gehisst, um die Öffentlichkeit gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu sensibilisieren und zu informieren. TERRE DES FEMMES organisiert seit einigen Jahren regelmäßig eine Aktion am Brandenburger Tor zum Internationalen Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen“. Dieses Jahr fokussiert die Aktion am Brandenburger Tor, die auch von einer Awareness-Week auf den Social Media-Kanälen von TERRE DES FEMMES begleitet wird, auf Zwangs- und Frühehen. Die Aktion am 25. November ist gleichzeitig die Auftaktveranstaltung eines 3-jährigen Berliner Schulprojektes „Mein Herz gehört mir“, welches von Aktion Mensch gefördert wird.

Eckdaten der Aktion:

Was?

- TERRE DES FEMMES-Aktion "#meinherzgehörtmir - gegen Zwangsverheiratungen und Frühehen"

Wann?

- 25. November 2020, 14 Uhr – Internationaler Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“

Wo?

- Am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor, Berlin

Ablauf:

14:00 Uhr: Reden Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES, Sina Tonk, Bereichsleiterin Referate, TERRE DES FEMMES

14.15 Uhr: Gemeinsames Steigenlassen von Luftballons mit Wünschen zum Thema Zwangs- und Frühehen

14.30 Uhr: Gemeinsames Abschlussfoto, anschließend Interview-Möglichkeiten mit den Referentinnen von TERRE DES FEMMES und Anwesenden.

 

Bitte beachten Sie:

- Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie ist das Maskentragen sowie ausreichendes Abstandhalten eine Voraussetzung für die Teilnahme an der Veranstaltung.

- PressevertreterInnen bitten wir um Anmeldung zur Veranstaltung mit einer E-Mail an presse@frauenrechte.de

 

Hintergrundinformationen zur TERRE DES FEMMES-Fahnenaktion:

Rund um den 25. November finden in ganz Deutschland Veranstaltungen, Gesprächsrunden und Aktionen im Rahmen der jährlichen TERRE DES FEMMES-Fahnenaktion statt. Es werden die rund 8.000 Flaggen, die seit 2001 in aller Welt versendet wurden, gehisst und damit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt und gefordert: „Frei Leben - ohne Gewalt“.

Der Tag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik zurück. Wegen ihres politischen Widerstands gegen den Diktator Trujillo wurden sie am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter ermordet. Der Mut der drei Frauen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft zu entwickeln, gegen Unrecht einzutreten. Seit 1990 ist der 25. November ein von der UNO offiziell anerkannter Aktions- und Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“.