TERRE DES FEMMES e.V. veröffentlicht Handlungsempfehlungen zur Intervention bei weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-/Zwangsverheiratung für Berlin

Berlin, den 3. Februar 2022. Wie verhalte ich mich als LehrerIn, als PolizistIn, als ÄrztIn in einer konkreten Situation, wenn ein Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung oder einer Früh-/ Zwangsverheiratung gefährdet zu sein scheint, oder um Hilfe bittet? Fragen, welche, wenn sie unbeantwortet bleiben, schwerwiegende Folgen für bedrohte oder betroffene Mädchen und Frauen haben können. Deswegen stellt TERRE DES FEMMES e.V., anlässlich des bevorstehenden internationalen Tages „Null Toleranz gegenüber Genitalverstümmelung“ die Handlungsempfehlung für Fachkräfte in Berlin Intervention bei weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung vor.

Bereits 270 Interessierte aus verschiedenen Fachrichtungen und aus ganz Deutschland haben sich zur Launch- und Pressekonferenz am Freitag, 4.2. um 10 - 11.30h angemeldet – darin spiegelt sich der hohe Bedarf an Handlungsempfehlungen in diesen Themenbereichen. 
Wir laden auch Sie herzlich ein, dabei zu sein - bitte melden Sie sich noch bis 3.2. per Mail an: chain-eu@frauenrechte.de

Den Ablauf der Konferenz und die Liste der SpeakerInnen finden Sie hier

Eine ausführliche Pressemappe finden Sie hier.

„Um weibliche Genitalverstümmelung und Früh-/ Zwangsverheiratung zu beenden, sind neben Gesetzen und Strafverfolgung insbesondere Präventionsarbeit und der Schutz von Gefährdeten und Betroffenen wichtig. Aus diesem Grund ist das Ziel dieser neuen Handlungsempfehlung, ein interdisziplinäres und koordiniertes Fallmanagement zu gewährleisten, um Mädchen und Frauen effektiv und frühzeitig zu schützen“ sagt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. 

Die Broschüre wurde von TERRE DES FEMMES im Rahmen des EU-Projekts CHAIN zusammen mit einem temporären Arbeitskreis und MultiplikatorInnen aus dem Projekt (sogenannte Community TrainerInnen) in Berlin erstellt. Sie beinhaltet ein lokales Interventionsmodell mit Handlungsempfehlungen für Institutionen und Einrichtungen in Berlin, die mit Gefährdeten und Betroffenen in ihrem Berufsalltag in Kontakt kommen können. Ziel ist es, Mädchen und Frauen deutschlandweit effektiv vor weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung zu schützen.
Die Broschüre ist als Modell konzipiert, um in anderen Bundesländern unter Berücksichtigung lokaler Unterschiede angepasst und eingesetzt zu werden.

Der Austausch mit Diaspora-Communitys ist fester Bestandteil der Arbeit von TERRE DES FEMMES. Das im Jahr 2020 gestartete, EU ko-finanzierte Projekt CHAIN erweitert die Präventions- und Interventionsarbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung um Früh- und Zwangsverheiratung. Durch kontinuierliches Training und Empowerment von Community TrainerInnen, die ihre Communitys über weibliche Genitalverstümmelung und Früh-/ Zwangsverheiratung aufklären und sensibilisieren, können Tabus leichter überwunden und Verhaltensänderungen angestoßen werden. Neben der Ausbildung von MultiplikatorInnen, werden im CHAIN-Projekt auch Fachkräfte aus dem sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich zu den Themen sensibilisiert und ihnen die neu entwickelte Handlungsempfehlung vorgestellt.

Die PDF-Version der Handlungsempfehlung können Sie unter diesem Link herunterladen. Die Druckversion der Broschüre wird ab dem 04. Februar 2022 in unserem Online-Shop erhältlich sein.