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Datum:
16.01.2020     
Zeit:
19:00
Veranstaltungsort:
Festsaal im Studierendenhaus, Mertonstraße 26-28, 60325 Frankfurt am Main
Ort:
Frankfurt
VeranstalterInnen:
Terre des Femmes Städtegruppe Rhein-Main, AStA der Goethe-Universität Frankfurt, Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmu

Eine Neubewertung einer umstrittenen Ausstellung

Die TERRE DES FEMMES Städtegruppe Rhein-Main lädt gemeinsam mit dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt und den Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung herzlich zur Veranstaltung ein.

 

Podiumsgäste:

  • Uwe Paulsen, Stadtverordneter der Grünen-Fraktion der Stadt Frankfurt, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Frauen
  • Naïla Chikhi, Unabhängige Referentin für Frauenpolitik und Integration, Autorin
  • Ingrid König, Publizistin und ehemalige Schulrektorin in Frankfurt-Griesheim

Moderation:

  • Fatma Keser, Allgemeiner Studierendenausschuss der Goethe-Universität Frankfurt

 

Nur wenige Monate, nachdem im Historischen Museum auf der einen Main-Seite die Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ die Errungenschaften der Frauenbewegung gezeigt wurden, wollte die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ auf der anderen Main-Seite „bescheidene“ Mode (modest fashion) als Ergebnis von Emanzipation verkaufen.

Es ist in Deutschland noch nicht lange her, dass Frauen in langen Röcken mit mehreren Unterröcken, Korsett und hochgeschlossener Bluse herumlaufen mussten, weil das als „anständig“ galt. Diesen Kleiderzwang zu beenden war auch im wörtlichen Sinn eine Befreiung, weil diese „modest fashion“ bei vielen Tätigkeiten hinderlich war.

Eine Inszenierung, die islamische Verschleierung lediglich als Mode oder gar Kunst darstellt, macht die historische Notwendigkeit feministischer Kämpfe gegen patriarchale Religion aufzubegehren, unsichtbar. Denn es sind gerade Religion und religiöse Staatsapparate und Autoritäten, die körperliche, (nicht-nur, aber-auch) sexuelle Selbstbestimmung und Geschlechterrolle regulieren und kontrollieren. Auch der Kampf für den Minirock oder die Hose für die Frau in christlichen Gesellschaften muss in diesem Kontext als Zeichen gegen patriarchale Biopolitik begriffen werden. Deshalb ist die Verschleierung nicht nur ein religiöses Symbol. Sie ist ein politisches Instrument, um die strenge und frauenfeindliche Sexualmoral und Weltsicht insgesamt der Scharia durchzusetzen. Zu Ende gedacht, soll die Frau sich nicht nur „sittsam“ kleiden, sondern sich komplett aus dem öffentlichen Leben heraus halten und im privaten Herrschaftsbereich ihres jeweiligen männlichen Vormunds verschwinden.

Im Rahmen der Ausstellung Contemporary Muslim Fashion im Museum für Angewandte Kunst vom 5. April bis zum 30. August 2019 gab es einige Veranstaltungen, die sich nach unserem Eindruck einseitig auf das angebliche Verhüllungsgebot bezogen haben, aber keine, die eine echte Pro+Contra-Diskussion seiner Bedeutung darstellte. Die mehrfachen Angebote der Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung zu einer solchen Diskussion wurden vom Museum nicht aufgegriffen. Daher soll diese Diskussion nun unabhängig vom Museum für Angewandte Kunst als Ergänzung zu den vielen einseitigen Veranstaltungen zur Ausstellung gedacht werden und drei neue Perspektiven der Frankfurter Stadtgesellschaft angeboten werden.

TERRE DES FEMMES ist eine 1981 gegründete, gemeinnützige Frauenrechtsorganisation mit mehreren Arbeitsschwerpunkten rund um Menschenrechte und Gleichberechtigung. Die Städtegruppe Rhein-Main besteht aus ehrenamtlich tätigen Frauen, die sich lokal in Frankfurt und dem Rhein-Main Gebiet für die Themen von TERRE DES FEMMES engagieren.

Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung ist eine Gruppe iranischer Frauen im Exil, die sich anlässlich der Ausstellung im Sommer mit einem offenen Brief an das Museum für Angewandte Kunst wandten. Trotz eines persönlichen Kontakts und einer entsprechenden Zusage wurden sie zum öffentlichen Dialog nicht eingeladen. Kontakt: iran.women.solidarity@gmail.com

Fragen zur Veranstaltung gerne an rhein-main@frauenrechte.de, Frau Karin Wenzel, Koordinatorin der TERRE DES FEMMES Städtegruppe Rhein-Main

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