Netzwerke der Gewalt: Wie sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft strukturell verankert ist

Der Skandal um den US-amerikanischen Finanzier Jeffrey Epstein hat international Schlagzeilen gemacht. Obwohl das Verbrechen der organisierten, sexuellen Ausbeutung und Misshandlung von Mädchen und Frauen an diesem einen Namen hängt, so findet man in den Epstein-Files unzählige weitere Namen, die an dem Gewaltnetzwerk beteiligt waren. Der Fall Epstein ist ein Paradebeispiel dafür, wie sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft strukturell verankert ist. 

Epstein ist kein Einzelfall, sondern ein System.

Diese Erkenntnis ist wichtig, weil sie uns ermöglicht, die Zusammenhänge von Gewalt und den dahinter liegenden Strukturen zu verstehen. Wenn wir sexualisierte Gewalt als ein strukturelles Phänomen begreifen und benennen, wird die Bekämpfung dieser Gewalt zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Das ist notwendig, da die Strukturen, die sexualisierte Gewalt bedingen, nur durch ein grundlegendes Umdenken und Umgestalten unserer Gesellschaft stattfinden kann. 

TERRE DES FEMMES beansprucht in diesem Kontext nicht, die Komplexität des Phänomens struktureller Gewalt vollständig zu erfassen. Hier geht es um den Ansatz, eine Verbindung zwischen vermeintlichen Einzelfällen und den dahinter liegenden Strukturen herzustellen. Wer für diese Strukturen sensibilisiert ist, erkennt sie auch in anderen Bereichen.

TERRE DES FEMMES formuliert darüber hinaus noch ein weiteres Ziel. Damit grundlegender Wandel langfristig erfolgen und sichergestellt werden kann, braucht es einen konkreten Gegenentwurf zu den bestehenden Strukturen. Netzwerke der Gewalt müssen durch Netzwerke der Solidarität ersetzt werden.  

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