Städtegruppe Berlin verteilt 10.000 Bierdeckel - Rote Karte für Zwangsprostitution während der WM 2006

Zehntausend Bierdeckel mit dem Aufdruck „Rote Karte für Menschenrechtsverletzungen während der WM, Zwangsprostitution kommt nicht in die Kiste“ verteilt die Terre des Femmes Städtegruppe Berlin ab dem 6. Juni 2006 in Berliner Kneipen und Cafes.

Die Aktion weist auf den erwarteten Anstieg der Zwangsprostitution während der Fußball-WM hin. Menschenhändler bringen vor allem junge Frauen aus Osteuropa mit falschen Versprechungen nach Deutschland um hier die verstärkte Nachfrage während der WM zu befriedigen.

Bierdeckel-VorderseiteBesonders Männer sollen angesprochen und für das Problem der Zwangsprostitution sensibilisiert werden. Männliche Kunden schaffen die Nachfrage und können durch ihr Verhalten Frauenhandel unterstützen oder nicht. Auf den Bierdeckeln wird die Adresse der Website www.stoppt-zwangsprostitution.de angegeben, die Freiern Hinweise gibt, um Zwangsprostitution zu erkennen und Vorschläge für den Umgang mit Zwangsprostituierten liefert. Die Frauen der Städtegruppe Berlin möchten allen die rote Karte zeigen, die Zwangsprostitution unterstützen. Wir fordern die Männer auf, sich an dieser modernen Sklaverei nicht zu beteiligen. Wir fordern Freier auf, der Zwangsprostitution die rote Karte zu zeigen.

Bierdeckel-RückseiteNach Angaben der EU sind jährlich 500.000 Frauen vom Menschenhandel betroffen. Oft zwingt die wirtschaftliche Lage in den Heimatländern die Frauen, auf dubiose Arbeitsangebote im Ausland einzugehen. Die betroffenen Frauen werden eingesperrt, erpresst, bedroht und ausgebeutet. Sie müssen am Tag bis zu 20 Freier bedienen und können deren Wünsche nicht ablehnen. Viele Frauen infizieren sich mit HIV oder Hepatitis, weil der Kunde kein Kondom benutzen will.

Frauenhandel ist eine moderne Form von Sklaverei, die in ihren Dimensionen den historischen Sklavenhandel übertrifft. Derzeit werden Opfer von Frauenhandel von Polizei und Behörden noch immer in vielen Fällen als Kriminelle behandelt. Frauen, die den Mut haben, als Zeugin gegen ihre Peiniger auszusagen, sollten die Sicherheit eines unbefristeten Aufenthaltes
in Deutschland oder eine Starthilfe für eine Existenz in ihrer Heimat erhalten.

Kontakt:
TDF-Städtegruppe Berlin
Johanna Suwelack,
berlin@frauenrechte.de