Aktuelles zum Thema Frauenhandel und Prostitution

Gleichstellung der Geschlechter: Prostitution geht uns alle was an!

© lucid_dream/stock.adobe.com© lucid_dream/stock.adobe.comZu viele Menschen denken, dass Prostitution sie nichts angeht, solange sie selber keinen Sex kaufen oder mit Prostitution nicht direkt zu tun haben. Das ist falsch. Wir alle sind dafür verantwortlich in was für einer Gesellschaft wir leben. Wir wählen unsere Regierung, die durch die Gesetzgebung zu Prostitution die Voraussetzungen dafür schafft und die Prostitution legitimiert. Wir können Sex kaufen oder leben mit Männern, die Sex kaufen können. Wir akzeptieren durch unser Nichtstun die momentane Situation und das System der Gewalt an Frauen. Wir verschließen die Augen vor dem erlebten Leid der Frauen in der Prostitution. Hunderttausende Frauen sind in Deutschland in der Prostitution tätig, genaue Zahlen hat leider niemand. Wir haben die Verpflichtung endlich hinzusehen und auf die tatsächliche Situation zu reagieren.

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Neue Zahlen zu Menschenhandel in Deutschland

Das Bundeskriminalamt hat den diesjährigen Bericht zu Menschenhandel in Deutschlandveröffentlicht. Dieser Bericht enthält einen kleinen Teil der tatsächlichen Fälle von Menschenhandel, da er nur erfolgreich abgeschlossene Ermittlungsverfahren zu Menschenhandel abdeckt. Dieses Jahr besteht das polizeiliche Hellfeld aus 430 Betroffenen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, dies ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr (488 Betroffene).

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GRETA-Expertenkommission warnt vor Gefahr der Loverboys im Internet

Loverboy TitelIllustration: © Joanna Broda/Mona KakanjDie Expertengruppe gegen Menschenhandel (GRETA) des Europarats hat am 20. Juni den zweiten Evaluationsbericht https://rm.coe.int/greta-2019-07-fgr-deu-en/1680950011 über Deutschlands Bemühungen im Kampf gegen den Menschenhandel veröffentlicht. GRETA warnt davor, dass Mädchen und junge Frauen in Deutschland zunehmend Gefahr laufen, im Internet durch sogenannte Loverboys Betroffene von Mädchen- bzw. Frauenhandel zu werden. Die Loverboys bauen über die Kontaktaufnahme im Internet (auch Cybergrooming genannt) langsam eine Beziehung zu den Mädchen und jungen Frauen auf. Sie täuschen ihnen eine Liebesbeziehung vor, und die Männer zwingen die Mädchen danach in die Prostitution und beuten sie dort sexuell aus.

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Weltkongress „Prostitution: weder Sex noch Arbeit!“

Weltkongress 2019Vom 02.-04. April 2019 hat der Weltkongress von CAP International, SOLWODI e.V. und Armut und Gesundheit e.V. in Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität stattgefunden. Es ist der dritte Weltkongress dieser Art - dieses Mal aber in Deutschland! Der Kongress hat 300 AktivistInnen und VertreterInnen von NGOs aus 30 Ländern nach Deutschland gebracht hat. 40 RednerInnen haben ihr Wissen und ihre Erfahrungen geteilt und mit dem Publikum gemeinsam erarbeitet, warum das System der Prostitution Gewalt an Frauen ist, wie diese aussieht, und warum die Reduktion der Nachfrage und damit die Kriminalisierung der Sexkäufer der einzige Weg sind, um dies einzudämmen.

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Angeblicher „Saubermann der Prostitution“ verurteilt

Stuttgarter Landgericht verurteilt Jürgen Rudloff im Paradise-Prozess zu 5 Jahren Haft. Foto: Tresckow  Lizenz: CC BY 3.0  Stuttgarter Landgericht verurteilt Jürgen Rudloff im Paradise-Prozess zu 5 Jahren Haft. Foto: Tresckow Lizenz: CC BY 3.0 TERRE DES FEMMES begrüßt das historische Urteil des Stuttgarter Landgerichts zur Inhaftierung des Bordellbetreibers Jürgen Rudloff. Nach monatelangen Gerichtsverhandlungen verurteilte das Gericht am 27. Februar 2019 den Betreiber des „Paradise“-Bordells in Stuttgart und seinen Mitarbeiter Michael Beretin zu 5 bzw. 3 Jahren Haft. Tatbestände beinhalteten sowohl die „Beihilfe zur Zuhälterei“ und „Beihilfe zum schweren Menschenhandel“ als auch „gewerbsmäßigen Betrug“. Rudloff und Beretin wurden dafür verurteilt, dass sie zur jahrelangen sexuellen Ausbeutung von mindestens 17 jungen Frauen durch Menschenhändler und Zuhälter beigetragen haben.

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