Neue EU-Studie zu Menschenhandel

Das Ergebnis einer im April 2013 veröffentlichten EU-Studie, die sich auf die Jahre 2008 bis 2010 bezieht, zeigt, dass die Zahl der Opfer von Menschenhandel in der Europäischen Union deutlich zugenommen hat, wohingegen die Zahl der TäterInnen, die verurteilt wurden, gesunken ist. Nach Angaben der Studie wurden im Berichtszeitraum insgesamt 23.623 Opfer von Menschenhandel registriert. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. 80 Prozent der registrierten Opfer waren weiblich und die Mehrzahl der Betroffenen wurden Opfer sexueller Ausbeutung. Im Kontrast zur hohen Opferzahl steht die niedrige Zahl der Verurteilungen der TäterInnen; diese ist in der EU im Berichtszeitraum um 13 Prozent und in Deutschland sogar um 15 Prozent gesunken.

Trotzt der alarmierenden Tendenzen kam die deutsche Bundesregierung ihrer Verpflichtung nicht nach und ließ am 6. April 2013 die Umsetzungsfrist der EU-Richtlinie 2011/36 verstreichen. Die Richtlinie verfolgt ein ganzheitliches Konzept und erklärt eine effektive Verfolgung der Täterkreise sowie den Schutz und die Stärkung der Opfer zum vorrangigen Ziel im Kampf gegen den Menschenhandel.

Opfer von Menschenhandel in der Europäischen Union in den Jahren 2008 - 2010. Quelle: Eurostat