Ereignisse aus dem Jahr 2014

Aktionen und Kampagnen

Mit einer großen Postkartenaktion wurde 2014 an die erfolgreiche Kampagne „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution: jetzt!“ angeknüpft und von den Regierungsparteien die Einlösung ihres Versprechens aus dem Koalitionsvertrag gefordert. Über 36.000 Postkarten, die mit den Forderungen von TERRE DES FEMMES versehen und an den SPD-Fraktionsvorsitzenden Sigmar Gabriel adressiert waren, wurden verschickt.

Anlässlich des Europäischen Tags gegen Menschenhandel am 18. Oktober 2014 erinnerten TDF-Aktivistinnen vor dem Brandenburger Tor an die Schutzpflicht der Regierung gegenüber den von Menschenhandel Betroffenen und verteilten auch hier die Postkarten. Im Anschluss an die Postkartenaktion wurde TERRE DES FEMMES in die SPD-Parteizentrale eingeladen, wo im November 2014 in einem Fachgespräch mit dem Vize-Vorsitzenden der SPD Dr. Ralf Stegner den Forderungen Nachdruck verliehen werden konnte. Die Kampagne wurde von der Sebastian-Cobler-Stiftung und der Stiftung: do unterstützt.

Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit

Das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit zeigte in Kooperation mit TERRE DES FEMMES und der Diakonie Deutschland den Kinofilm "Die Fliege in der Asche" (La mosca en la ceniza). Am 12. Juni 2014 startete der Film, der sich mit dem Thema Frauenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung auseinandersetzt, in den deutschen Kinos. Regie führte die 2010 verstorbene argentinische Regisseurin Gabriela David. Der Film handelt von zwei jungen Argentinierinnen, Nancy und Pato, die sich in ihrem von Armut gezeichneten Dorf langweilen und von einer besseren Zukunft träumen. Pato will studieren. Sie überredet ihre Freundin Nancy, dem Angebot einer vermeintlichen Vermittlerin zu folgen und als Hausangestellte Geld in Buenos Aires zu verdienen. Erst als sie dort in einem streng bewachten Wohnungsbordell ankommen, bemerken sie, dass sie getäuscht wurden. Während Pato rebelliert, scheint sich Nancy zunächst mit der Situation zu arrangieren. Insgeheim sucht sie jedoch intensiv nach einer Fluchtmöglichkeit. Die „Fliege in der Asche“ handelt von der Kraft der Solidarität, die Nancy und Pato helfen werden, ihre Würde – und ihr Leben – erfolgreich zu verteidigen.

Vom 08.02. bis zum 09.02.2014 fand das AG-Treffen „Frauenhandel und Prostitution“ in Berlin statt. Dort wurde das Konzept der "Freierbestrafung" diskutiert und ob dieses Konzept der Position der AG und der Position von TERRE DES FEMMES entspricht. Außerdem wurde die gesundheitliche Pflichtuntersuchungen bei Prostituierten unter die Lupe genommen.

2014 wurde das Förderprojekt „Florika“ in Bulgarien von TERRE DES FEMMES besucht. Seit 2012 unterstützt TERRE DES FEMMES das Projekt, das benachteiligte Roma-Mädchen fördert, um sie besser vor Frauenhandel zu schützen.

Vom 20.09. bis zum 21.09.2014 traf sich die AG Frauenhandel und Prostitution in Leipzig. Bei dem Treffen ging unter anderem um das Zeugnisverweigerungsrecht für MitarbeiterInnen von Fachberatungsstellen und das Positionspapier von TERRE DES FEMMES zu Prostitution in Deutschland. Zudem wurde von dem Förderprojekt „Florika“ in Bulgarien berichtet.

Lobbyarbeit und Vernetzung

Die ExpertInnengruppe gegen Menschenhandel des Europarats (Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings - GRETA) besuchte Deutschland und überprüfte, inwiefern die Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels, die Deutschland bereits im Jahr 2012 ratifiziert hat, in deutsches Recht umgesetzt wurde. Als Auftaktveranstaltung des GRETA-Besuchs fand am 13. Juni 2014 ein Runder Tisch in Berlin statt, an dem VertreterInnen von GRETA sowie Fachberatungsstellen für Opfer von Menschenhandel und Nichtregierungsorganisationen teilnahmen. Organisiert wurde der Runde Tisch vom Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V.. Auch TERRE DES FEMMES nahm an diesem Treffen teil und machte insbesondere auf die prekäre aufenthaltsrechtliche Situation für Opfer von Menschenhandel, die aus Drittstaaten stammen, aufmerksam.

Gemeinsam mit der Friedrich Ebert Stiftung und dem Bundesweiten Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. hat TERRE DES FEMMES am 8. Oktober 2014 die Fachkonferenz "Fokus Frauenrechte: Welche Konsequenzen haben die EU-Richtlinie gegen Menschen­handel und die Europaratskonvention von Istanbul?" ausgerichtet. Ziel der Fachveranstaltung war es, wesentliche Punkte der Rechtsdokumente herauszuarbeiten und die Folgen für das deutsche Recht aufzuzeigen. Einen Schwerpunkt bildeten dabei die Themenkomplexe Opferrechte und Opferschutz sowie das Sexualstrafrecht. Diese haben wir mit VertreterInnen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft sowie Zivilgesellschaft diskutiert.

Bundesinnenminister de Maizière traf sich am Dienstag dem 11.11.2014 mit VertreterInnen vom "Forum Menschenrechte". Das "Forum Menschenrechte" ist ein Zusammenschluss von über 50 deutschen Nichtregierungsorganisationen, in dem auch TERRE DES FEMMES aktiv ist. Der Gedankenaustausch befasste sich mit Fragen des europäischen Asylsystems sowie der Bekämpfung von organisiertem Menschenhandel und der Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer. Weitere Themen waren das aktuelle Gesetzesvorhaben zur Neubestimmung des Bleiberechts, der Aufenthaltsbeendigungen sowie zum Aufenthaltsrecht für Opfer von Menschenhandel.

Vom 5. bis 7. Dezember 2014 fand in München der Internationale Kongress zum Abbau der Prostitution statt. Veranstaltet wurde der Kongress von dem „Netzwerk zur Beendigung der Prostitution durch das Sexkaufverbot“. TERRE DES FEMMES hat diese Veranstaltung offiziell unterstützt. Der Kongress widmete sich dem Thema Prostitution in ihrer Auswirkung auf die betroffenen Frauen und die Gesellschaft. TERRE DES FEMMES-Vorstandsvorsitzende Irma Bergknecht vertrat vor Ort unsere Forderungen.