Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Neue Förderung für TERRE DES FEMMES- Schultheaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in Baden-Württemberg

Merjem Basar, Tobias Gerstner und Canan Kir vor den SchülerInnen der Philipp-Matthäus-Hahn Schule in Balingen. Foto: © TERRE DES FEMMES Merjem Basar, Tobias Gerstner und Canan Kir vor den SchülerInnen der Philipp-Matthäus-Hahn Schule in Balingen. Foto: © TERRE DES FEMMESBis Ende 2020 können sich Schulen in Baden-Württemberg wieder für eine Aufführung des kostenfreien interaktiven Theaterprojekts bewerben!

„Ich habe gedacht, dass es niemanden interessiert wie Männer mit Frauen umgehen. Aber zu sehen, wie wichtig es anderen ist, ist voll toll.“ So reagierte eine 15-jährige Schülerin auf die Aufführung des Theaterstücks „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in ihrer Schule. TERRE DES FEMMES realisiert das Theaterprojekt zusammen mit der mobilen Theaterbühne „Mensch: Theater!“ und der Beratungsstelle YASEMIN aus Stuttgart. Durch eine Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg können bis Ende 2020 erneut 20 kostenfreie Aufführungen in Schulen stattfinden. Bereits 2014 und 2015 wurde das Theaterstück an 30 Schulen in Baden-Württemberg mit großem Erfolg gezeigt. Ende November startete das Projektteam mit der ersten Aufführung in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Balingen.

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In Memoriam Arzu Özmen: TERRE DES FEMMES erinnert an achten Todestag der 2011 bei einem "Ehren"-Mord Getöteten

Emily Ostermann hätte in diesem Jahr ihren 26. Geburtstag gefeiert. Doch Arzu Özmen musste mit 18 Jahren sterben, weil sie einen Freund hatte, der nicht wie sie aus dem jesidischen Kulturkreis kam und damit ein "Nichtgläubiger" war.

Emily Ostermann, das war der Namen den sich Arzu für ihr neues Leben, frei von Angst vor und Unterdrückung durch ihre Familie, ausgesucht hatte. Doch dann kam alles anders. Bei ihrer Arbeit lernte sie einen 23-jährigen, russlanddeutschen Mann kennen und verliebte sich in ihn. Ihre Familie drängte sie dazu, die Verbindung zu beenden, was Arzu aber nicht tat. Fortan musste Arzu unter Misshandlungen und Bedrohungen ihrer Familie leiden. Schließlich floh sie ins Frauenhaus und beantragte eine neue Identität. Mahnwache anlässlich des Gerichtsverfahrens 2012. © TERRE DES FEMMES: Mahnwache anlässlich des Gerichtsverfahrens 2012. © TERRE DES FEMMES

Eines Abend verließ sie das Frauenhaus, um ihren Freund zu besuchen. An einer Tankstelle wurden sie von einem ihrer Brüder erkannt, der die beiden zur Wohnung des Freundes verfolgte. Er beriet sich mit der Familie, welche beschloss, dass die fünf Geschwister Arzu aus der Wohnung entführen sollten. Nach der gewaltsamen Verschleppung verständigte Arzus Freund sogleich die Polizei, doch die junge Frau war nicht mehr auffindbar.

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TERRE DES FEMMES warnt: Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen wird bundesweit unzureichend umgesetzt

Zwei Jahre nach Inkrafttreten ist das Gesetz nicht in der Praxis angekommen: 813 gemeldete Fälle und erst 10 Aufhebungen

Das „Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“, welches am 22. Juli 2017 in Kraft getreten ist, ist nach einer aktuellen bundesweiten Umfrage von TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V. nicht in allen Bundesländern in der Praxis angekommen.Frühehen: Es ist von 813 Fällen auszugehen. © TERRE DES FEMMESFrühehen: TERRE DES FEMMES geht von einer bedeutend höheren Dunkelziffer als die in der Umfrage genannten 813 gemeldeten Fälle aus. © gabipott/photocase

Demnach sind bundesweit 813 Fälle von Ehen mit Minderjährigen seit Inkrafttreten des Gesetzes gemeldet worden, in nur 10 Fällen sind die Ehen tatsächlich aufgehoben worden. „Was ein großer Schritt für den Kinder- und vor allem den Mädchenschutz war, kommt durch mangelnde Umsetzung des Gesetzes bei den Betroffenen nicht an“, warnt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. „Zudem spiegelt die offiziell gemeldete Anzahl der minderjährig Verheirateten in Deutschland sehr wahrscheinlich die tatsächlich existierende nicht wider.“, so Stolle weiter. „Denn viele der Mädchen trauen sich nicht, Hilfe zu suchen oder sind über ihre Rechte nicht informiert. Und Behörden scheinen hier auch nicht adäquat helfen zu können.“

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Entsetzen, Wut und Proteste in der arabischen Welt – Zum Ehrenmord an Israa Ghrayeb

Momentan verbreitet sich in den sozialen Medien die Nachricht über den sogenannten „Ehren“-Mord an der 21-jährigen Palästinenserin Israa Ghrayeb wie ein Lauffeuer – im Westjordanland protestierten hunderte von Menschen und forderten einen besseren Schutz für Frauen. 

Der „Ehren“-Mord an Israa Ghrayeb

Berichten zufolge hatte die junge Bloggerin in den sozialen Medien einen Beitrag veröffentlicht, der sie und einen Mann zeigte, der schon bei ihren Eltern um ihre Hand angehalten hatte.

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Zwangsverheiratung: „Die Sommerferien sind lang, in dieser Zeit kann man viel vertuschen“

Foto: © Film "Nur eine Frau"Foto: © Film "Nur eine Frau"Auch in Deutschland leben viele von Zwangsheirat betroffene oder bedrohte Mädchen. Besonders die Sommerferienzeit ist gefährlich für von Zwangsverheiratung bedrohte Mädchen. TERRE DES FEMMES-Vorstandsfrau Inge Bell erklärt in der tagesschau, warum die Sommermonate so ein hohes Risiko darstellen.

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