Aktuelles zu häuslicher und sexualisierter Gewalt

Incels – eine unterschätzte Gefahr?

*Triggerwarnung: Der nachfolgende Artikel befasst sich detailliert mit stark ausgeprägtem Hass gegen Frauen und zitiert Aussagen von Männern, die verstörend sein können. Wenn das Thema für Sie emotional belastend sein könnte, lesen Sie sich den Artikel nicht oder nur zusammen mit einer Vertrauensperson durch.Incel Screenshots 920 788 px 396 264 px

Die Recherche in Incel-Foren war zunächst dazu gedacht gewesen, sich für diesen Artikel auch davon einen Eindruck zu verschaffen. Doch mit der Zeit wurde klar, dass dies ein sehr dunkler und brutaler Raum im Internet ist, in dem Männer frei und anonym ihre schier endlose Verachtung gegen Frauen ausleben dürfen. In einem öffentlichen Chatforum stellt ein User die Frage, wie man mit einer Frau umgehen soll, wenn sie einen Mann und seine sexuellen Bedürfnisse abweist. Die folgenden zwei Antworten spiegeln nur einen Bruchteil der entwürdigenden Aussagen über Frauen wider:

„Frauen? Wir nennen sie hier Löcher,- das sind keine Frauen. Es sind Toiletten, Löcher, Abschaum,- nichts weiter!“

 „Diese Löcher sind alle Huren und ficken sowieso alle mit dem Erstbesten. Sie verdienen nichts anderes als brutal erschlagen zu werden.“

Das Forum, in dem solche Aussagen und noch weitaus schlimmere vorgefunden werden können, ist eines von vielen öffentlich zugängigen Incel Foren. Incel[1]– das ist die Selbstbezeichnung einer Internetsubkultur von Männern, die glauben, dass sie aufgrund genetischer Faktoren, gesellschaftlicher Strukturen und evolutionär vorgegebener Prozesse keinen Zugang zu Sex und romantischen Beziehungen haben.

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ANZEIGEN GEGEN GEWALT: Ein Experiment zu Zivilcourage und häuslicher Gewalt

 Anzeigen gegen Gewalt

TERRE DES FEMMES und eBay-Kleinanzeigen veröffentlichen Ergebnisse: 86% der eBay-NutzerInnen ignorieren nach direkter Kontaktaufnahmen offensichtliche Anzeichen häuslicher Gewalt.

TERRE DES FEMMES, Menschenrechte für die Frau e.V. hat mit der Unterstützung von eBay Kleinanzeigen und der Agentur Jung von Matt SAGA ein deutschlandweites Experiment durchgeführt, dass der Frage nachgeht: Was machen Menschen, wenn sie mit offensichtlichen Hinweisen auf häusliche Gewalt konfrontiert werden? Zeigen Sie Zivilcourage und bieten Hilfe an? Oder schauen sie weg und ignorieren den Hinweis?

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Startschuss für die neue Plakatkampagne #jedeVierte in Berlin

Das eigene Zuhause ist für viele Frauen der gefährlichste Ort. Jede vierte Frau erlebt in Deutschland mindestens einmal häusliche Gewalt in ihrem Leben.i Das bedeutet, dass wir alle Betroffene, aber auch Täter in unserem sozialen Umfeld kennen. – Denken Sie an vier Frauen und ihre (Ehe-)Partner in Ihrem Leben: Ihre alte Schulfreundin und ihren Lebensgefährten, den netten Kollegen und seine Partnerin, die andere Mutter in der Kita und ihren Ehemann, oder denken Sie an ihr eigenes familiäres Umfeld. Statistisch hat oder wird mindestens jede vierte Frau von ihnen häusliche Gewalt erleben oder musste es bereits. Eine von vier. Im Dunkeln Mann DesktopFeed 1

TERRE DES FEMMES fordert uns alle auf, genauer hinzuschauen

Gemeinsam mit den Studentinnen Malene Sparka und Jasmin Kordys des Studiengangs ‚Kommunikationsdesign und Medien‘ an der Hochschule Wismar und der Wall GmbH als Außenwerber hat TERRE DES FEMMES eine innovative Plakatkampagne entwickelt, die auf die hohen Zahlen häuslicher Gewalt in Deutschland aufmerksam macht. Die kreative Idee der Studierenden ist dabei, dass die Zeichen der Gewalt – blaue Flecken, Würgemale, Gürtel - durch einen Mechanismus der CityLightPoster erst mit einbrechender Dunkelheit sichtbar werden. Die Dunkelheit steht symbolisch dafür, dass Täter in den meisten Fällen im Verborgenen gewalttätig gegenüber ihren Partnerinnen werden – dann, wenn es niemand sieht.  

Im Rahmen der neuen Plakatkampagne #jedeVierte fordert TERRE DES FEMMES uns alle auf, genauer hinzusehen – und zu hören. Denn je genauer Sie hinschauen, desto weniger können Sie wegschauen.  

Auf unserer Kampagnenwebsite finden Sie detaillierte Informationen dazu, wie Sie Warnzeichen für häusliche Gewalt erkennen und Betroffenen helfen können, sowie Hilfsangebote, falls Sie selbst betroffen sein sollten. Die 250 Plakate hingen vom 21. Februar – 02. März 2022 in Berlin. 

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Eine Vergewaltigung sieht in jedem Fall anders aus.* Ein Plädoyer

*Trigger Warning: In dem nachfolgenden Artikel wird explizit über Erfahrungen sexualisierter Gewalt gesprochen. Wenn das Thema für Sie emotional verstörend sein könnte, lesen Sie sich den Artikel bitte nicht oder nur zusammen mit einer Vertrauensperson durch.

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Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf häusliche Gewalt und den Alltag einer Interventionsstelle?

Beratung häusliche Gewalt CoronaBeratung, Foto: BIG e.V.Sarah Trentzsch, Koordinatorin bei der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen – BIG e.V. im Interview

Am 22. November 2021 wurden die polizeilichen Zahlen zur Partnerschaftsgewalt aus dem Pandemie-Jahr 2020 veröffentlicht. Es wurde wieder einmal deutlich: Häusliche Gewalt ist ein massives Problem. Seit Beginn der Ergebung durch das Bundeskriminalamt steigen die Zahlen jedes Jahr, so auch während der Corona-Zeit.

Auch bei der “Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen - BIG e.V. “ ist die Nachfrage für Telefon-Beratungen 2020 gestiegen, und zwar insgesamt um 5%. Nach dem ersten Lockdown betrug der Anstieg sogar teilweise über 30%. Auch die Mobilen Beratungen, also aufsuchende Beratungen an einem sicheren Ort innerhalb Berlins und Begleitung zu Behörden, Gericht, Polizei im Rahmen der ersten Schritte aus der Gewaltsituation, sind von 332 auf 354 gestiegen. Besonders auffällig ist, dass die Nachfrage nach Online-Beratungen enorm zugenommen hat. Diese sind um über 200%, von 94 auf 336 Kontakte, angestiegen.

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Verfahren gegen Tom Schwarz wegen gefährlicher Körperverletzung gegen eine Geldbuße eingestellt: Partnerschaftsgewalt wird unter den Tisch gekehrt

No ViolenceIn der Justiz läuft im Umgang mit gewaltbetroffenen Frauen in der Praxis noch immer einiges schief. Häufig wird Betroffenen nicht geglaubt und „Victim Blaming“ ist leider auch keine Seltenheit. Besonders Partnerschaftsgewalt gegen Frauen wird häufig nicht ernst genug genommen. Wie genau sich das äußern kann, wird in dem Gerichtsverfahren gegen den Ex-Profiboxer “Tom Schwarz” vor dem Amtsgericht Burg von November 2021 deutlich.

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Erneuter Anstieg im Corona-Jahr 2020: Staat muss mehr tun

BKA BildTDF kommentiert die Erhebungen des Bundeskriminalamts zu häuslicher Gewalt während Corona

Heute veröffentlichte das Bundeskriminalamt (BKA) zusammen mit Familienministerin Lambrecht und Frau Söchting vom Hilfetelefon auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erstmals bundesweite Zahlen zum Ausmaß der Partnerschaftsgewalt während des Corona-Jahrs 2020. Demnach wurden 2020 119.164 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Für 139 Frauen endete dies tödlich. Die Gewalt an Frauen ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% angestiegen.[i] Statistisch gesehen wurden noch während der einstündigen Pressekonferenz 13 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt.

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