Aktuelles zu Häuslicher und sexualisierter Gewalt

Horror hinter geschlossen Türen: Erschreckende Zahlen zur Partnerschaftsgewalt in Deutschland

Jeden Tag versucht ein Mann, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Und jeden dritten Tag gelingt es. 2018 sind in Deutschland 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Mehr als ein Mal pro Stunde wurde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner gefährlich körperlich verletzt. Insgesamt waren mehr als 114.000 Frauen betroffen von häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Partner oder Ex-Partner.

Diese erschreckenden Zahlen zeigt die „Kriminalstatistische Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2018“[i][ii], die anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen veröffentlicht wurde. Die Gewalttaten richten sich vor allem gegen Frauen (81,3 % weibliche Betroffene). In den Deliktsbereichen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung sowie Zuhälterei und Zwangsprostitution beträgt der Anteil weiblicher Betroffener fast 100 Prozent. Obwohl die Zahl der von (Ex-)Partnern getöteten Frauen im Vergleich zu 2017 zwar gesunken ist, waren insgesamt mehr Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Die Zahl stieg von 113.965 auf 114.393. Die Mehrheit der männlichen Tatverdächtigen sind Deutsche (67 %).  

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Aktion: Stoppt das Töten von Frauen #saveXX

Foto: © Change.org Foto: © Change.org

Mit rot bemalten Händen, Schildern und 147 Kerzen setzte TERRE DES FEMMES gemeinsam mit Prof. Dr. Wolff (Initiatorin der Petition #saveXX), der Petitionsplattform Change.org und zahlreichen UnterstützerInnen am 13. November 2019 gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Femizide.

In Gedenken an die 147* allein dieses Jahr in Deutschland brutal ermordeten Frauen wurde jeweils eine Kerze angezündet. Eine schockierende Zahl, vor der Gesellschaft und Politik nicht länger die Augen verschließen dürfen.

Fast jeden Tag tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin in Deutschland und trotzdem ist die Bundesregierung nicht in der Lage, eine Aussage darüber zu treffen, ob es sich dabei um einen Femizid handelt. Die Bundesregierung verweigert sogar die Anerkennung und Definition dieses Begriffes. Derartige Morde richtig zu benennen, ist jedoch der erste Schritt sie zu bekämpfen. Das Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen fängt auf sprachlicher Ebene an, und ist notwendige Voraussetzung für die Politisierung dieser spezifischen Gewalt. Wenn ein Mann seine Partnerin ermordet, ist das niemals ein „Beziehungsdrama“ oder eine „Familien-Tragödie“: Es ist Mord. Es ist ein Femizid.

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Istanbul-Konvention konsequent umsetzen!

TeilnehmerInnen am parlamentarischen Frühstück. Foto: © TERRE DES FEMMESTeilnehmerInnen am parlamentarischen Frühstück. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 01. Februar 2018 ist die Istanbul Konvention in Deutschland in Kraft getreten. Nach nunmehr gut anderthalb Jahren ist bei weitem nicht ausreichend passiert.

Zwar wurden Gelder für den Bau und Sanierung von Frauenhäusern bereitgestellt, aber für  die Einrichtung einer Monitoring-Stelle und die Schaffung der Koordinierungsstelle sind bislang keine Gelder im Haushalt eingeplant. Auch andere Artikel der Istanbul-Konvention sind nicht umgesetzt!

Daher lud die AG Rechte von Frauen und LSBTI* des Forum Menschenrechte, deren Sprecherin Maja Wegener von TERRE DES FEMMES ist, am 17. Oktober 2019 zum Parlamentarischen Frühstück in den Bundestag.

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Upskirting: Legale Übergriffe auf Frauen in Deutschland

Foto: © Tarzhanova - Depositphotos.comFoto: © Tarzhanova - Depositphotos.comDer Juni 2019 war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kein Wunder, dass Frauen bei der Hitze lieber Kleid und Rock statt langer Hose tragen. Doch manch einer nutzt das schamlos aus. Auf dem Konzert, im Supermarkt, auf der Rolltreppe oder in der Bahn. Im Zeitalter der Smartphones kann es jeder Frau jederzeit passieren, ohne dass sie es bemerkt: Upskirting.

Darunter versteht man das heimliche und voyeuristische Fotografieren oder Filmen unter den Rock oder das Kleid einer Person. Betroffene sind dabei meistens Frauen. Die sogenannten „Upskirts“ landen schnell im Internet, auf Pornoseiten oder anderen Plattformen und werden dort weiterverbreitet. Auf vielen dieser Fotos und Videos sind die Betroffenen identifizierbar. Das Gegenstück zum Upskirting nennt sich Downblousing, also das heimliche Fotografieren und Filmen in den Ausschnitt.

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Die anonyme, vertrauliche Spurensicherung – Notwendige Hilfe nach Vergewaltigungen

Gewalt und ihre Folgen

Sexualisierte Gewalt ist ein massiver Angriff auf die physische und psychische Integrität der Betroffenen und traumatisiert diese schwer. Es gibt kein Verhalten von Mädchen und Frauen, das Gewalt rechtfertigt. Vergewaltigung ist eine der brutalsten sexualisierten Gewaltformen. Sie ist eine aggressiv motivierte Gewalttat und stellt für die Betroffenen eine lebensbedrohliche Situation dar. Vergewaltigung wird als Mittel eingesetzt, um Frauen und Mädchen zu erniedrigen, zu demütigen und um Macht und Kontrolle auszuüben. Gewalt in jeder Form bedeutet für Frauen und Mädchen eine massive Verletzung ihrer Persönlichkeit und ihrer körperlichen Unversehrtheit. Mädchen und Frauen erleben in dieser Situation einen völligen Kontrollverlust über ihren Körper und ihren Willen. Die meisten fühlen sich lebensgefährlich bedroht, ohnmächtig, schutzlos und der Willkür einer anderen Person ausgesetzt. Wenn der Täter bekannt oder gut vertraut ist, bedeutet die Gewalt darüber hinaus einen massiven Vertrauensmissbrauch.

In dieser Situation gibt es kein "richtiges“ oder "typisches“ Verhalten, sondern nur intuitive Reaktionen, die das Ziel haben zu überleben. Manche Frauen sind starr vor Angst und lassen die Gewalt scheinbar teilnahmslos über sich ergehen. Andere wehren sich körperlich oder verbal. Jede Verhaltensweise stellt einen Schutzmechanismus dar, um das eigene Überleben zu sichern.

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Awareness-Woche #jedeVierte zum Thema häusliche Gewalt

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

Das eigene Zuhause ist für viele Frauen der gefährlichste Ort. Jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Partnerschaftsgewalt erlebt. Das Thema ist nach wie vor tabuisiert. Aus Scham trauen sich viele Betroffene nicht sich aus ihren gewaltvollen Beziehungen zu befreien.

Vom 1. bis 7. April 2019 veranstaltete die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES erfolgreich eine „Awareness“-Woche zum Thema häusliche Gewalt auf ihren Social-Media-Kanälen (Instagram und Facebook). Ziel der „Awareness“-Woche war es, das Schweigen rund um häusliche Gewalt zu brechen. Das TERRE DES FEMMES-Referat häusliche und sexualisierte Gewalt richtete den Blick auf den erschreckenden aber realen Alltag vieler Frauen. Unter dem Hashtag #jedeVierte bekamen betroffene Frauen die Möglichkeit, von ihren Erfahrungen zu erzählen und gleichzeitig konnte dadurch „Awareness“, also „Bewusstsein“, für die Thematik geschaffen werden.

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Istanbul-Konvention: TERRE DES FEMMES kritisiert schleppende Umsetzung

Das Publikum beim Grußwort von Beate Rudolf. Foto: © DIMR|DatzDas Publikum beim Grußwort von Beate Rudolf (Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte). Foto: © DIMR | DatzGeschlechtsspezifische Gewalt gehört für viele Frauen zum Alltag. Diese Gewalt, die Frauen weltweit Tag für Tag erleben, in den meisten Fällen von ihren eigenen (Ex-)Partnern oder Verwandten, wird verschwiegen und bagatellisiert. Dabei handelt es sich jedes Mal um eine Menschenrechtsverletzung, gegen die jede Frau geschützt sein sollte, insbesondere durch unsere Gesetze. Vor über einem Jahr, am 1. Februar 2018, trat in Deutschland die Istanbul-Konvention in Kraft. Dieses vom Europarat ausgearbeitete Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Häuslicher Gewalt verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, mit entsprechenden Maßnahmen für den Schutz von Frauen vor jeder Form von Gewalt zu sorgen.

Was hat sich seitdem getan?

Anlässlich des ersten Jahrestages des Inkrafttretens in Deutschland fand am 1. Februar 2019 im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Fachtag zur Istanbul-Konvention statt. Dieser wurde vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) und dem Deutschen Juristinnenbund (djb) in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin ausgerichtet. Neben Abgeordneten aus dem Bundestag und Mitgliedern des Parlaments waren auch Fachleute aus dem sozialen Bereich und JuristInnen geladen, um diesen Tag zu gestalten und gemeinsam zu diskutieren, welche Maßnahmen noch ergriffen werden müssen, um die Istanbul-Konvention wirkungsvoll umzusetzen.

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