Aktuelles zum Thema Internationale Zusammenarbeit

Rollenvorstellungen im Umbruch - Gespräch mit einer Deutsch-Afghanin

Sinitta Leunen on Unsplash

In Familie und Gesellschaft gibt es gegenüber Frauen und Männern immer noch unterschiedliche Erwartungshaltungen, die häufig bekannten Klischees von Rollen entsprechen. Mit stereotypen Rollenbildern setzt sich jeder und jede Einzelne von uns auseinander und auch wenn diese Stereotype nicht von heute auf morgen verschwinden, so zeichnet sich doch eine Veränderung ab. Mit sich ändernden Rahmenbedingungen von Rollen- und Lebenskonzepten, werden auch Generationsunterschiede aufgezeigt. Dazu kommen das soziale, ethnische und religiöse Umfeld, z.B. bei Musliminnen und Muslimen mit Migrationshintergrund. Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen an Frauen treten hier durch kulturelle Unterschiede besonders hervor. Unter sich derart wandelnden Rahmenbedingungen die eigene Rolle zu finden, ist nicht immer leicht, vor allem dann, wenn sich die eigenen Vorstellungen nicht mit denen der Familie decken. Darüber reden wir heute mit Diana. Sie studiert Friedens- und Konfliktforschung im Master und hat sich durch das Studium sowie eigene Erfahrungen als Angehörige der afghanischen Diaspora, viel mit dem Thema der Überholung von traditionellen Rollenbildern beschäftigt.

Diana: Es ist mir wichtig, im Vorhinein festzuhalten, dass Ich hier für keine explizite Community sprechen will. Das ist mein Leben und meine Wahrnehmung und ich möchte hierdurch nicht stellvertretend sprechen, sondern vielmehr meine Erfahrungen teilen. Meine Erfahrung steht nicht repräsentativ für die Erfahrung von Hazara-Frauen oder von Frauen, die in Afghanistan leben, und sollte auch nicht so bewertet werden.

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Wie Kinder in Burkina Faso zu Schulranzen kamen

Foto: © TDF

Manche Sachen funktionieren wie ein Puzzle, dessen Teile sich per Zufall auf der ganzen Welt finden. Während Kinder in der Schweiz die französische Sprache lernen, fehlt es in Burkina Faso an Schulmaterial. Man kann das eine mit dem anderen verknüpfen, dachte sich die Mitfrau Justyna Grund von TERRE DES FEMMES (TDF) und fand eine Idee zur Zusammenarbeit.

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100 Schülerinnen jubeln: Endlich haben sie Licht!

Foto: ©Emmanuel Gonondo

 

Seit 10 Jahren ermöglicht TERRE DES FEMMES Mafa-Mädchen in Nordkamerun, die sonst nicht die Mittel dazu haben, die Schule zu besuchen und eine Ausbildung zu machen. Sie bekommen ein Stipendium, das das Schulgeld, die Prüfungsgebühren, die Schulmaterialien und die Sportausrüstung abdeckt. Immer wieder wurde der Wunsch nach Solarlampen laut. Denn die Dörfer im nördlichen Mandara-Gebirge sind noch nicht an das Stromnetz angeschlossen. 

Von den Töchtern in der ländlichen Gegend wird erwartet, dass sie nach der Schule Haus- und Feldarbeit verrichten. Da bleibt ihnen nur abends Zeit für Schularbeiten und zum Lesen. Das ist aber kaum möglich, denn nur wenige verfügen überhaupt über eine Petroleum- oder Taschenlampe, die auch nur spärlich Licht abgeben. Deshalb hat TERRE DES FEMMES im Herbst 2020 in einem Mailing „Spenden Sie Licht“ Mittel für die dringend benötigten Solarlampen gesammelt. Mit maßgeblicher Unterstützung von ABIOLA LichtPortal (www.abiola.eu) konnten im Februar 2021 endlich 100 SolarKits (qualitativ hochwertige Solarlampen mit Solarplatten) an Mädchen verteilt werden.

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Endlich mobil!

Foto: © AIM

Dank der Spendenaktion der angehenden ErzieherInnen des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs aus Hamm, die Ende letzten Jahres unglaubliche 9.500 Euro einwarben, können den Mädchen aus dem Schutzhaus unserer Partnerorganisation AIM in Sierra Leone nun endlich Fahrräder zur Verfügung gestellt werden. Das war bereits seit langer Zeit ihr Wunsch!

Die Mädchen sind unglaublich stolz auf ihre Fahrräder und freuen sich, endlich mobil zu sein – TERRE DES FEMMES freut sich mit ihnen!

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Bekommt Chile die erste feministische Verfassung?

Viele ChilenInnen hoffen auf eine sozial gerechte und feministische Auslegung der neuen Verfassung. Foto: © Juan Manuel Núñez Méndez. unsplash.com

2021 ist Wahljahr. Nicht nur in Deutschland entscheidet sich dieses Jahr, in welche Richtung die Politik die nächsten Jahre geht. Im April 2021 wird auch in Chile ein neuer Verfassungskonvent gewählt. Das Besondere daran: die Hälfte der 155 Mitglieder des verfassungsgebenden Gremiums sind Frauen. Parität, wie sie sonst fast nirgendwo auf der Welt existiert. Innerhalb eines Jahres soll eine neue Verfassung entstehen - ein feministischer Neuanfang?

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Berufsschulklasse aus Hamm sammelt rund 9.500 Euro für Mädchenschutzhaus in Sierra Leone!

Die OrganisatorInnen der Spendenaktion 2020 des Elisabeth-Lüders-Berufskolleg Hamm © Elisabeth-Lüders-Berufskolleg Hamm.

Wir sind völlig überwältigt! Die Abschlussklasse FSPM1 für angehende ErzieherInnen des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs in Hamm hat trotz Corona alle Register gezogen und eine beeindruckende Spendenaktion für das Mädchenschutzhaus der TDF-Partnerorganisation AIM in Sierra Leone auf die Beine gestellt. Im Schutzhaus kommen Mädchen unter, die von weiblicher Genitalverstümmelung oder anderen schweren Kinder- bzw. Frauenrechtsverletzungen bedroht sind. Wir danken allen OrganisatorInnen und den großzügigen SpenderInnen aus Hamm von ganzem Herzen! Ein besonders großer Beitrag kam von der Galerie Mensing in Hamm-Rhynern – toll!

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Feindbild Feminismus und seine Gefahren

Antifeministische Bewegungen werden Frauen nicht aufhalten! Foto: © Miguel Bruna auf unsplash.comAntifeministische Bewegungen werden Frauen nicht aufhalten!
Foto: © Miguel Bruna auf unsplash.com
Mit dem Aufschwung rechtspopulistischer Parteien erfährt geschlechterspezifische Diskriminierung einen neuen Aufwind. Während die Europäische Union einige Jahrzehnte kontinuierlich an ihren Geschlechter- und Gleichstellungspolitiken gearbeitet hat, und mit ihrer Gender-Mainstreaming Strategie und ihren Anti-Diskriminierungsrichtlinien mitunter als Vorreiterin in diesen Bereichen galt, hat sich in den letzten Jahren in ganz Europa eine Gegenbewegung formiert. Radikal rechte Parteien und Bewegungen konnten sich jüngst in zahlreichen europäischen Ländern profilieren. Europaweit versuchen rechtspopulistische Bewegungen, gegen Gender-Politiken und sexuelle Selbstbestimmung zu mobilisieren. Bereits hart erkämpfte Rechte, wie sexuelle Selbstbestimmung, werden in Frage gestellt oder beschnitten.
 

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Kurzfilm über Frauenrechte und die TDF-Partnerorganisation in Afghanistan

Afghanistan fällt selten durch positive Schlagzeilen auf. Auch lange nach dem Sturz der Taliban prägt Gewalt den Alltag in dem von 13 Jahren Bürgerkrieg ausgezehrten Land. Darunter leiden besonders Mädchen und Frauen: Human Rights Watch berichtet, dass fast 90 Prozent der Frauen von Menschenrechtsverletzungen betroffen waren oder noch sind. Auch das Recht auf Bildung wird ihnen häufig verwehrt. Die TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation Neswan Social Association setzt sich seit 2003 für die Rechte von Mädchen und Frauen in Shahrak in der afghanischen Provinz Herat ein.

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Antifeminismus weltweit im Trend – Einsatz für Gleichberechtigung wichtiger denn je!

Vielfältige Lebensentwürfe und selbstbestimmte Sexualität sind AntifeministInnen ein Dorn im Auge.Vielfältige Lebensentwürfe und selbstbestimmte Sexualität sind AntifeministInnen ein Dorn im Auge. © pixabay.comAntifeminismus hat eine lange Tradition: Er entwickelte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts als antiemanzipatorische Reaktion auf die feministische Bewegung und den Kampf für die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Männern und Frauen. Er richtet sich gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, gegen Geschlechtergerechtigkeit und die Erziehung zu selbstbestimmter Sexualität. AntifeministInnen vertreten rückwärtsgewandte Rollenbilder, beklagen die Auflösung vermeintlich traditioneller Familien und setzen sich gegen eine diverse Gesellschaft mit vielfältigen Lebensentwürfen ein. Zudem bekämpfen sie die Geschlechterforschung und den Gender-Mainstreaming-Ansatz und lehnen die Gleichberechtigung von Mitgliedern der LGBTQI*-Community ab.

Im 21. Jahrhundert werden antifeministische Positionen weltweit offen von rechtsradikalen Bewegungen, sogenannten Maskulinisten und rechtspopulistischen Parteien vertreten, z.B. in Form von Rassismus, Islamfeindlichkeit und dem Rückgriff auf die Bewahrung vermeintlich traditioneller, konservativer oder christlicher Werte. Wie die Leipziger Autoritarismus Studie 2020 zeigt, ist Antifeminismus auch in Deutschland weit verbreitet und keineswegs nur ein Problem von Regierungen wie der Brasiliens unter Jair Bolsonaro, der der USA unter Donald Trump und der Polens mit Mateusz Morawiecki an der Spitze.

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Allen Krisen zum Trotz: Kooperationsprojekt mit Häuser der Hoffnung in Mali zeigt deutlich Wirkung

Mali MaskenFoto: © APDFDie Bedingungen im Kampf für die Rechte von Mädchen und Frauen in Mali sind alles andere als einfach: Das westafrikanische Land wird immer wieder von politischen Unruhen und Terroranschlägen erschüttert. Im August 2020 wurde Ex-Präsident Keïta durch einen Militär-Putsch zum Rücktritt gezwungen. Ein „Nationalkomitee zum Wohl des Volkes“ sollte ursprünglich erst nach drei Jahren Wahlen zulassen und das 20-Millionen-EinwohnerInnen-Land bis dahin mit einer Übergangsregierung führen. Im September gab die Junta die Macht dann aber v.a. auf Druck der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas vorzeitig an den ehemaligen Verteidigungsminister des Landes Ba N’Daou ab – aktuell Präsident der Übergangsregierung bis zur nächsten Ausrichtung demokratischer Wahlen.

Trotz der monatelang angespannten Lage und des Ausbruchs der Corona-Pandemie brachten die MitarbeiterInnen der Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes (APDF) und der Association Malienne pour le Développement Durable (AMDD) das von TERRE DES FEMMES (TDF) und Häuser der Hoffnung (HdH) unterstützte Kooperationsprojekt „Denw Ka Hakè Sabatili - ExpertInnenprogramm für gesundheitliche und menschenrechtliche Aufklärung an Schulen“ 2020 entscheidend voran. Ziel des Projekts ist die Aufklärung über Gesundheit und Menschenrechte an Schulen unter aktiver Einbindung der SchülerInnen und langfristig die Verhinderung von schädlichen traditionellen Praktiken wie weiblicher Genitalverstümmelung und Frühehen.

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