Aktuelles zum Thema Internationale Zusammenarbeit

Projektupdate Burkina Faso für das erste Halbjahr 2021

TeilnehmerInnen am „Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung", Bildrecht: ABN

Zu unserer großen Erschütterung fassen Terror und Extremismus immer mehr Fuß in Burkina Faso. Im nördlichen Burkina Faso sind jüngst 50 Menschen bei einem Angriff mutmaßlich islamistischer Extremisten auf einen Militärkonvoi ums Leben gekommen. Bei einem zweiten Terroranschlag vor einer Woche starben mindestens 80 Menschen. Das schlecht ausgerüstete und ausgebildete Militär hat Mühe, der Gewalt Einhalt zu gebieten, und die sich verschlechternde Sicherheitslage führt zu Unruhen. Mittlerweile befinden sich nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 1,2 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht. In der gesamten Sahelzone sind bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige in Verbindung mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida stehen.

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COVID-19-Nothilfe in Indien

Zielgruppen der Hilfsaktion und BHUMIKA-Team bei der Verteilung, Bildrecht: BHUMIKA

Die Pandemie hat Indien und damit auch unsere Partnerorganisation, das BHUMIKA Women’s Collective, im zentralindischen Bundesstaat Telangana hart getroffen. Der Lockdown im Mai dieses Jahres verschärfte die Not insbesondere von alleinerziehenden Müttern, mobilen Händlerinnen, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen. Viele HilfsarbeiterInnen mussten aufgrund des Verlusts ihres Arbeitsplatzes und Verdienstes zusammen mit ihren Familien aus den Städten wieder in ihre Heimatdörfer zurückkehren, wo sie kaum ihre Grundbedürfnisse decken können. Um die existenzielle Versorgung der einkommensschwächsten Familien unmittelbar sichern zu können, hat BHUMIKA im Juni und Juli 2021 Hilfspakete in zwei besonders betroffenen Gemeinden des Distrikts Narayanapet verteilt. Die Maßnahme konnte durch eine Sonderspende von TERRE DES FEMMES finanziert werden.

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Die Welt wird für Afghaninnen noch kleiner

Frauenrechtlerinnen in Afghanistan und in der Diaspora trauen der Ankündigung der Taliban nicht, sie würden das Recht der Frauen auf Bildung und Berufsausbildung wahren. Die Unterdrückung und Gräueltaten der Taliban zwischen 1996 und 2001 sind tief in das kollektive und individuelle Gedächtnis der meisten AfghanInnen eingegraben. Regelmäßig brachen die Taliban während der Verhandlungen der letzten Jahre Versprechen und zu groß ist die Befürchtung, es gehe den Taliban in erster Linie um internationale Anerkennung ihrer Herrschaft. Beispielsweise sollen sich berufstätige Frauen laut einem Taliban-Sprecher „vorerst“ in ihren Häusern in Sicherheit begeben, da einfache Taliban-Funktionäre noch im Umgang mit Frauen „unterrichtet“ werden müssten. Schon vor 20 Jahren machten die Taliban Mädchen und Frauen leere Versprechungen, dass sie bei einer besseren „Sicherheitslage“ mehr Freiheiten bekommen würden – als diene die Beschneidung der Frauenrechte ihrem Schutz.

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Interview mit einer Mitarbeiterin der Neswan Social Association in Herat (18.8.2021):

TDF: Wie glaubwürdig sind die Aussagen der Taliban, Frauen in Zukunft nicht von Bildung, Berufsausübung und dem öffentlichen Leben auszuschließen?

Mitarbeiterin: Die Frauen glauben und vertrauen den Worten der Taliban nicht - nicht einmal 10% davon. Die Taliban zeigen sich im Moment zugänglich und freundlich, damit sie international anerkannt werden. Viele der Taliban sind ungebildete Menschen. Schon jetzt haben wir mitbekommen, dass Frauen auf der Straße bezüglich ihrer Kleidung abgemahnt werden. Mit „richtiger“ Kleidung ist die islamische Bekleidung gemeint, welche auch das Gesicht bedecken soll; in Afghanistan wird auch dafür der Begriff „Hijab“ genutzt.

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Afghanistan: Frauenrechtlerinnen schützen und weiter für die Bildung von Mädchen kämpfen.

Afghanistan jetzt helfen

In rasantem Tempo haben die Taliban nach dem NATO-Truppenrückzug nicht nur weitere ländliche Gebiete in Afghanistan, sondern auch Großstädte und zuletzt die Hauptstadt Kabul erobert. Mit der Machtübernahme der Taliban stehen elementare menschenrechtliche Errungenschaften, die das Land in den letzten zwei Jahrzehnten eingeführt hat, auf dem Spiel. Insbesondere afghanische Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich für die Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt haben, schweben nun in Todesgefahr.

Für unsere TDF-Partnerorganisation im Westen des Landes bedeutet die Rückkehr der Taliban, dass sie ihren Einsatz für die Bildung und Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen aussetzen muss. Noch drängender und alarmierender ist aber die akute Gefährdung der Mitarbeitenden: In der großen Mehrzahl Frauen und Angehörige der Hazara-Minderheit. Während der Schreckensherrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 wurden sie besonders brutal verfolgt.

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Frauen und Mädchen sind die Leidtragenden des Taliban-Vormarsches

In rasantem Tempo haben die Taliban nach dem NATO-Truppenrückzug nicht nur weitere ländliche Gebiete in Afghanistan, sondern auch Großstädte und zuletzt die Hauptstadt Kabul erobert. Im Westen des Landes, wo die TDF-Partnerorganisation Neswan Social Association bei Herat ihren Sitz hat, leben sehr viele Angehörige der schiitischen Minderheit der Hazara. Während der Schreckensherrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 wurden sie besonders brutal verfolgt. Für Angehörige der Hazara und besonders für Frauen und Mädchen könnte sich das Leben unter einer erneuten Taliban-Herrschaft radikal verschlechtern. Was bedeutet die Machtübernahme der Taliban für afghanische Frauen und Mädchen?

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Afghanistan – Projektupdate aus dem ersten Halbjahr 2021

Die Organisation setzt sich als Einzige in der Region speziell für das Recht auf Bildung von Frauen und Mädchen ein. Bildrecht: Neswan Social Association

Die TDF-Partnerorganisation Neswan Social Association unterstützt Mädchen und Frauen in einem Vorort der Stadt Herat in der gleichnamigen Provinz auf ihrem Bildungsweg und in ihrer Selbstständigkeit. 300 von ihnen haben dieses Jahr bereits an Kursen der Alphabetisierung, der akademischen oder beruflichen Bildung teilgenommen! Das ist insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Macht der Taliban ein großer Erfolg. Die Extremisten kontrollieren seit dem NATO-Truppenabzug bereits über die Hälfte des Landes, darunter elf der 34 Provinzhauptstädte (Stand 13.08.21). Nach wochenlangen Angriffen auf Herat wurde nun auch die drittgrößte Stadt Afghanistans von den Taliban erobert.

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Interview mit Rakieta Poyga – Gründerin und Leiterin unserer Partnerorganisation ABN – zur Online-Veranstaltungsreihe Weibliche Genitalverstümmelung

Rakieta Poyga - Bildrecht: Alexander Gonschior

TERRE DES FEMMES: Wie unterscheidet sich die Rechtslage zu Weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Burkina Faso von der in Deutschland?

RAKIETA: In Deutschland steht FGM nach Paragraf 226a StGB unter Strafe. Auch wenn FGM in Burkina Faso seit 1996 gesetzlich verboten ist, werden die Grundrechte von Kindern und Frauen kaum respektiert und umgesetzt. Der Grad der Demokratie und Entwicklung in einem Land wirkt sich eben auch auf die Rechtslage aus. Zudem gibt es in Burkina Faso eine Analphabetismus-Quote von über 70 Prozent, was zu dem Tabu über FGM beiträgt. Wir können fast alles mit Aufklärung erreichen, aber Bildung ist die Grundlage.

In Deutschland ist das Problem meiner Meinung nach durch Globalisierung und Einwanderung importiert. FGM praktizierende EinwanderInnen und Geflüchtete leben relativ isoliert. Also sollte der deutsche Staat diese Bevölkerungen direkt in ihrer Muttersprache adressieren und zu dem Thema aufklären.

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Julia Legge zur Online-Veranstaltungsreihe Weibliche Genitalverstümmelung: „Es geht darum, FGM als globales Problem und globale Gewaltpraxis zu verstehen.“

Bildrecht: Julia Legge

Julia Legge ist Trainerin für Konfliktbearbeitung und Erwachsenenbildnerin. Sie hat Veranstaltungen der Reihe moderiert und die Workshops durchgeführt.

TERRE DES FEMMES : Warum ist gerade die Aufklärungsarbeit an Schulen zu Weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) so wichtig?

JULIA : Bei der Umsetzung der Workshops habe ich mitbekommen, dass an vielen Schulen mittlerweile das Thema Globales Lernen angekommen ist, weshalb auch ein Interesse für Themen wie FGM da ist. Je früher und breiter das Thema Aufmerksamkeit bekommt, desto besser. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt dieses Thema an die Schulen zu bringen. Über weibliche Sexualität und Gewalt im globalen Kontext zu sprechen, kann die Perspektive und das Handeln von Jugendlichen auf die Welt verändern und eine Enttabuisierung des Themas bei Jugendlichen bewirken. Gleichzeitig ist es herausfordernd, solche Themen in Schulen zu besprechen, wo es an Fachpersonal dazu mangelt und wo sich SchülerInnen meist nicht frei für Inhalte entscheiden können.

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Einblick der TDF-Städtegruppe Leipzig in den Aktions- und Informationstag zu weiblicher Genitalverstümmelung am 10. Juli 2021

IMG 20190216 232234Bildrecht: Seraphine Detscher
Tänzerin und Choreografin Seraphine Detscher
Gut 20 Frauen setzten sich am 10. Juli 2021 mit dem schwierigen und erschütternden Thema der weiblichen Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation bzw. FGM) auseinander. Anlass war ein Aktions- und Informationstag mit der Aktivistin Rakieta Poyga aus Burkina Faso, den wir online veranstalteten.

Eine leichte und willkommene Einstimmung war der Body-Workshop von Seraphine Detscher (Tänzerin und Choreographin). Hier konnten wir erfahren, wie wichtig das Körpergefühl ist. Mit kleineren und stärkeren Muskelanspannungen, Gewichtsverlagerungen und Bewegungen zeigte sich die Empfindungsfähigkeit des Körpers.

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