Mehr Power für Frauenrechtsorganisationen in Nicaragua - Neues BMZ-Projekt macht es möglich

Neues BMZ-Projekt stärkt Frauenrechtsorganisationen und ihre Zielgruppen. Foto: © Lucero

Tolle Neuigkeiten für frauenrechtliche Arbeit in Nicaragua: seit Juli 2020 setzt die TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM ein neues, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstütztes, Projekt in den Städten Managua und Estelí um. Es soll vulnerable Frauen beim Aufbau eines nachhaltig selbstbestimmten Lebens ohne Gewalt unterstützen. Dafür ist die Stärkung der Kapazitäten frauenrechtlicher Organisationen, an die sich diese Frauen wenden, entscheidend. Das Projekt hat eine Laufzeit von 2,5 Jahren.

Worum geht es?

Hilfe zur Selbsthilfe für gewaltbetroffene oder anderweitig benachteiligte Frauen in Nicaragua steht im Vordergrund. Worum geht es dabei genau? Vor allem um den Ausstieg aus dem Zyklus der geschlechtsspezifischen Gewalt und die Einforderung wie Verteidigung der Menschenrechte der Frau. 1.165 Frauen und Mädchen sollen dies zum einen durch Rechtsberatung, kostenfreie anwaltliche Vertretung auf dem Weg durch die Rechtsinstanzen und vor Gericht sowie Selbsthilfegruppen zur gemeinsamen Verarbeitung psychischer Traumata erreichen. Zum anderen haben Frauen und Mädchen ab 14 Jahren bei MIRIAM die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu durchlaufen, diese mit Zertifizierung abzuschließen und im Anschluss bei der Gründung eines eigenen Unternehmens unterstützt zu werden. In dem neuen Projekt liegt der Schwerpunkt auf den Berufsbildungskursen Handwerken/Handarbeiten und Schneiderei/Modedesign.

Gezielte Fortbildungen für das MIRIAM-Team und 10 weitere Organisationen des frauenrechtlichen Netzwerks Red de Mujeres contra la Violencia in Nord-Nicaragua, dessen Vorsitz MIRIAM inne hat, bilden die Grundlage für die Stärkung der Frauen und Mädchen, die die auf sie zugeschnittenen Beratungs- und Bildungsangebote nutzen. Besonders dringend benötigt werden in Zeiten von politischer Krise und Corona-Pandemie Kenntnisse rund um den Einsatz von digitalen Technologien, um etwa virtuelle Beratung per Handy anbieten zu können; die Fortbildungen für Frauenrechtsaktivistinnen sollen u.a. aber auch Wissen zur Gründung und Verwaltung von Frauenkooperativen vermitteln.

Was ist neu und innovativ?

Innovativ an dem Projekt ist, dass für die Zielgruppe erstmals Spezialisierungsmodule im Anschluss an die Berufsausbildung angeboten werden, etwa zur Herstellung von Businesskleidung oder dekorativen Handarbeitsprodukten aus Recycling-Materialien. Diese Module stehen sowohl den Absolventinnen der Berufsbildungskurse von MIRIAM offen als auch externen Interessentinnen. Letztere zahlen etwas mehr für die Teilnahme und unterstützen so die Förderung benachteiligter Frauen. Ganz neu ist zudem ein Mentorinnen-Programm, welches den Absolventinnen der Berufsbildungskurse auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit Orientierung, professionelle Beratung und Inspiration bieten soll.

Das neue Projekt knüpft an das von Februar 2018 bis April 2020 realisierte Vorgängerprojekt an und entwickelt angestoßene Initiativen und Ansätze bedarfsorientiert weiter. Viele Teilnehmerinnen der Berufsausbildung hatten sich z.B. gewünscht, dass MIRIAM Spezialisierungsmodule anbietet, damit sie sich noch besser auf dem Markt positionieren, ihre finanzielle Unabhängigkeit steigern und ihr Know-how ausbauen können.  

 

Stand: 10/2020