Internationale Zusammenarbeit bei TERRE DES FEMMES e.V.

Internationale Zusammenarbeit ist TERRE DES FEMMES ein Herzensanliegen und beinhaltet die Zusammenarbeit mit derzeit sieben Partnerorganisationen weltweit. Diese sind lokale Fraueninitiativen und Frauenrechtsorganisationen, die unter dem Leitmotiv der Hilfe zur Selbsthilfe aktiv sind.

Gemeinsam für ein Leben frei von Gewalt

Die TERRE DES FEMMES PartnerorganisationenDie TERRE DES FEMMES-Partnerorganisationen. Grafik: Ingrid Meyerhöfer Die Unterstützung und gemeinsame Entwicklung nachhaltiger Projekte mit unseren Partnerorganisationen haben zum Ziel, frauenfeindliche Strukturen aufzubrechen, Frauenrechte zu stärken und gegen Frauenrechtsverletzungen vorzugehen. Wir setzen uns ein gegen weibliche Genitalverstümmelung, Früh- und Zwangsverheiratung, häusliche und sexualisierte Gewalt, Ehrenmorde und Femizide sowie die Diskriminierung von Mädchen und Frauen hinsichtlich des Zugangs und der Qualität von Bildung und beruflicher Entwicklung. Ziel unserer Arbeit ist die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Frauen an der Gesellschaft. Weltweit machen wir uns gemeinsam stark für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen – frei von Gewalt!

Die Prämissen in der Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Partnerorganisationen sind Transparenz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Unsere internationalen Kooperationen sind geprägt von gegenseitigem Vertrauen, regelmäßigem Austausch und einem Projektbesuch pro Jahr. So sichern wir die Bedarfsorientierung und Nachhaltigkeit unserer Projekte.

Grundlagen der internationalen Zusammenarbeit

Die TDF-Partnerorganisation Bangr Nooma in Burkina Faso klärt SchülerInnen über weibliche Genitalverstümmelung auf. Foto: © TERRE DES FEMMESDie TDF-Partnerorganisation Bangr Nooma in Burkina Faso klärt SchülerInnen über weibliche Genitalverstümmelung auf. Foto: © TERRE DES FEMMESDie unausgewogenen Machtverhältnisse und Ressourcenverteilung zwischen den Geschlechtern als strukturelle Ursachen von Armut und Gewalt finden bislang zu wenig Berücksichtigung in entwicklungspolitischen Programmen und Diskussionen. Dies zeigt sich z.B. an der Umsetzung der im September 2015 bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten Agenda 2030, einem Katalog mit 17 Nachhaltigen Entwicklungszielen, der für alle 193 Mitgliedsstaaten gilt. Auch wenn die Themen Gender und Gewalt an Mädchen und Frauen in den Katalog Eingang gefunden haben (Ziel Nr. 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen), so müssen den Absichten noch viel entschiedener Taten folgen. Der UN-Bericht für 2019 (PDF-Datei) erklärt zwar, dass sich die Welt für Frauen zum Besseren verändert habe, da u.a. der Frauenanteil in Parlamenten und Führungspositionen zugenommen habe, bestätigt aber gleichzeitig, dass diskriminierende Gesetze und soziale Normen sowie schädliche Praktiken und andere Formen von Gewalt unverändert weit verbreitet sind. Laut dem Atlas der Zivilgesellschaft 2020 zahlen Frauen, die sich für Frauenrechte einsetzen, einen besonders hohen Preis für ihr politisches und gesellschaftliches Handeln. Gleichzeitig erschwert die in vielen Teilen der Welt zunehmend rückwärtsgewandte Geschlechterpolitik im Rahmen autoritär-nationalistischer, ultrakonservativer oder religiös-fundamentalistischer Regime Aktivistinnen, sich gegen diese Angriffe zu wehren.

Die in der Entwicklungszusammenarbeit gängigen Strategien zur Erreichung von globaler Gerechtigkeit sollten nach Ansicht von TERRE DES FEMMES die Stärkung von Frauenrechten, den verbesserten Zugang von Frauen zu Ressourcen und die Förderung der Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen deutlich stärker in den Mittelpunkt stellen. Dafür ist es dringend erforderlich, Basis-Organisationen von Frauen für Frauen im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort zu fördern. Denn Geschlechtergerechtigkeit ist eine Grundbedingung für nachhaltige Entwicklung.

Die Anerkennung der Tatsache, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, ist weltweit nur durch das Engagement mutiger Frauen in Gang gekommen, die trotz aller Widerstände ihre Stimme erhoben haben. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen kämpfen wir für die Durchsetzung der international verbrieften Frauenrechte.