Aktuelles zum Thema Sexuelle und reproduktive Rechte

Mythos Jungfräulichkeit: Was ist dran?

Sex vor der Ehe – ein Tabu, das vor allem an Frauen herangetragen wird. In einigen Familien wird von jungen Frauen auch in der heutigen Zeit noch erwartet, dass sie „jungfräulich“ in die Ehe gehen, also bis zur Heirat keinen Geschlechtsverkehr haben. Denn nur „Jungfrauen“ gelten als ehrbar, unschuldig und rein und sind somit in den Augen der Familien die angemessene Wahl für zukünftige Ehemänner. Lassen sich (junge) Frauen vor der Eheschließung mit einem Mann ein, werden sie in manchen Gesellschafts- und Kulturkreisen als Schlampe tituliert und unter Umständen als nicht mehr heiratsfähig angesehen. Verantwortlich für diese ungerechte Erwartungshaltung jungen Frauen gegenüber, sind eine streng religiöse Auffassung und ein kulturell gewachsenes Frauenideal.

Das Konzept der Jungfräulichkeit stellt jedoch nicht nur geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit dar, es fördert auch Frühehen und Zwangsverheiratungen, im Extremfall sogar die Ermordung von Frauen, die von ihren Familien für die vermeintliche Sünde und die damit eng verbundene Entehrung der männlichen Familienmitglieder getötet werden.

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Leihmutterschaft in der Ukraine: Unsichtbare Frauen zwischen Pandemie und Krieg

Strahlende Babyaugen blicken den hoffnungsvollen BetrachterInnen des Programms der „Kinderwunsch Tage“ entgegen und werben so für reproduktionsmedizinische Angebote. Auf der Homepage der Veranstaltung, die am 8. und 9. Oktober zum wiederholten Mal in Köln stattfindet, können sich Wunscheltern über die verschiedenen Optionen des Elternwerdens informieren, angelockt von perfekt inszenierten Familienbildern und einem Seminarangebot, das es in sich hat. [1]

Zwischen Information und Illegalität

Ein Baby um jeden Preis?! Nach diesem Motto scheint das Messeangebot der „Kinderwunsch Tage“ zusammengestellt worden sein und es spiegelt zugleich vermutlich die Überlegungen einiger Paare wider, bei denen es auf natürlichem Weg mit dem Nachwuchs nicht klappen will und die sich ermutigt von dem Versprechen des Veranstalters aus Großbritannien auf den Weg nach Köln machen, um sich umfangreich über die neuesten reproduktionsmedizinischen Errungenschaften informieren zu lassen – auch über Angebote, die in Deutschland illegal sind.

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„Schwangerschaftsabbruch: Weltweit legal oder verboten? Ein globaler Überblick“

Am 24. Juni 2022 beschloss der Deutsche Bundestag das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch (§ 219a StGB) zu streichen. Das Gesetz trat am 19. Juli 2022 in Kraft, seitdem dürfen ÄrztInnen nach fast 90 Jahren „Werbeverbot“ erstmals wieder öffentlich über die Methoden und Risiken eines Schwangerschaftsabbruchs informieren. Am gleichen Tag schaffte der Oberste Gerichtshof der USA das bisher bundesweit garantierte Recht auf Abtreibung ab. In unmittelbarer Folge wurden in etwa 60 Prozent der Bundesstaaten Abtreibungen inzwischen verboten, stehen kurz vor dem Verbot oder sind ernsthaft bedroht. [1] [2]

Während schwangere Frauen in Deutschland an Informationsfreiheit gewinnen, verlieren Frauen in den USA plötzlich ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch. Wie kann es sein, dass die Entwicklung in manchen Ländern in Richtung Liberalisierung geht, während es gleichzeitig in anderen Ländern zu heftigen Restriktionen kommt? Gibt es auf globaler Ebene erkennbare Trends in Sachen Abtreibungsrechten?

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Wendepunkte: Schwangerschaftsabbruch in Deutschland und den USA

Am 24. Juni 2022 fanden sowohl in Deutschland als auch in den USA historische Entscheidungen zum Abtreibungsrecht statt, in ihren Auswirkungen könnten die Gesetze jedoch unterschiedlicher nicht sein. In Deutschland hat der Bundestag mit großer Mehrheit beschlossen das sogenannten Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche im Strafgesetzbuch (§ 219a StGB) zu streichen. Damit werden zum einen die Rechte von Frauen die ungewollt schwanger sind und zum anderen die Rechte von Ärztinnen und Ärzten, die diesen Eingriff durchführen gestärkt. Ärztinnen wie Kristina Hänel, Nora Szász oder Bettina Gaber haben sich für diese Streichung engagiert und gemeinsam mit vielen UnterstützerInnen nach jahrelangem Einsatz diesen Erfolg erzielen können.

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219a StGB gestrichen: Informationsvideos von Ärztinnen zu Schwangerschaftsabbrüchen jetzt online

Video DrManglerEs ist geschafft – nach fast 90 Jahren wurde der umstrittene Paragraf 219a endlich aus dem deutschen Strafgesetzbuch gestrichen. Wie alle, die für die Informationsfreiheit von ÄrztInnen und Schwangeren gekämpft haben, feiern wir diesen Erfolg. Zum ersten Mal dürfen alle MedizinerInnen straffrei öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren.
Und genau das tun sie jetzt. Auf der Homepage www.streicht219a.jetzt.de informieren Dr. med. Mandy Mangler, Nora Szász und Eva Waldschütz öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche.

Eine Kampagne für das Recht auf Information

Im Jahr 1933 wurde mit Paragraf 219a in Deutschland ein Gesetz verabschiedet, welches ÄrztInnen verbot, öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren, wenn sie diese selbst durchführten. In der heutigen Zeit war es ÄrztInnen sogar untersagt, auf der eigenen Website über die Methoden und Risiken eines solchen Eingriffs zu informieren. Dies galt als verbotene Werbung und betroffene ÄrztInnen wurden ungerechtfertigt kriminalisiert. Seriöse Fakten zum Thema wurden ungewollt Schwangeren dadurch schwer zugänglich gemacht. Das Absurde: Für völlig fachfremde Personen galt das Verbot nie. Im Gegenteil: Vor allem im Internet wurden ungestraft Unwahrheiten zum Thema verbreitet. 

Unsere Kampagne klärte über diesen Irrsinn auf und drehte den Spieß um. Sie machte Laien ohne medizinische Kenntnisse zu BotschafterInnen. In Radiospots und Kurzfilmen teilten sie fundierte Informationen zum Thema und forderten Menschen über das Netz auf, es ihnen gleich zu tun. 

Auf der Kampagnenseite und via Social Media konnte man vorgefertigte Filme und Posts teilen und so selbst über Schwangerschaftsabbrüche aufklären. Mit Hilfe eines downloadbaren Aktionspakets war es außerdem möglich, die wichtigen Informationen auch im eigenen Betrieb oder im Verein zu verbreiten. 

Wir freuen uns über die Abschaffung von Paragraf 219a – ein großer Erfolg für mehr körperliche Selbstbestimmung von Frauen. Wir danken allen, die sich für die Streichung eingesetzt und jahrelang engagiert haben! Doch unser Kampf geht weiter, denn ein Schwangerschaftsabbruch sollte allgemein keine Straftat sein. Und das Recht auf eine medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht. Wir sagen daher: #streicht218!

 

Zur ersten Website mit Informationsvideos von Fachärztinnen zu Schwangerschaftsabbrüchen: https://streicht219a.jetzt/

Zur Streichung des Paragrafen 219a und zur Zukunft des Pragrafen 218 StGB

streicht219a jetzt!

TERRE DES FEMMES setzt sich für das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung von Frauen ein und fordert die Streichung des §219a StGB.

Der Paragraf 219a StGB besagt, dass Ärztinnen und Ärzte nur öffentlich machen dürfen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen, aber nicht öffentlich über den Ablauf, die Methoden oder mögliche Risiken informieren dürfen. Tun sie es doch, droht eine hohe Geld- oder eine Gefängnisstrafe. Fachfremde Personen hingegen dürfen Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen öffentlich teilen.

Um auf diese Absurdität hinzuweisen und damit ungewollt Schwangere die Informationen bekommen, die sie brauchen, hat TDF im April 2021 die Kampagne #streicht219a gestartet. In vier Videos informieren eine Moderatorin, ein Schauspieler, ein Koch und ein Kfz-Mechaniker über Methoden und Risiken von Schwangerschaftsabbrüchen und fordern über Social Media dazu auf es ihnen gleichzutun. Denn sie dürfen über den Vorgang sprechen. Ärztinnen und Ärzte, die den Vorgang tatsächlich druchführen dürfen das nicht. 

Dieser Zustand führt zu einer Tabuisierung des Vorgangs sowie zu manglenden Fachinformationen im Netz. Denn AbtreigungsgegnerInnen verbreiten bewusst falsche Informationen über den Vorgang, um Schwangere davon abzuhalten, eine Abtreibung vorzunehmen und verunsichern so Schwangere in einer Notlage.

"In Zeiten von allgegenwärtiger Desinformation im Netz ist die Abschaffung von §219a StGB ein grundlegender, längst überfälliger Schritt, der nicht nur die Rechte von Schwangeren, sondern auch die Rechte von Ärztinnen und Ärzten, die diesen Eingriff durchführen, stärkt. Mit dieser Entscheidung stellt sich der Gesetzgeber endlich klar auf die Seite der Selbstbestimmung von Frauen sowie auf die Seite von fachlichen Informationen statt unsachlichen Meinungen“, sagt Sina Tonk, Bereichsleiterin von TERRE DES FEMMES e.V.

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Kommentar zum Weltbevölkerungsbericht 2022: Unbeabsichtigte Schwangerschaften sind eine Frage der Gleichberechtigung

 Am 31.01.22 hat die Stiftung Wissenschaft und Politik zur Diskussion des Weltbevölkerungsberichts 2022 „Verborgenes sehen: Die Krise der unbeabsichtigten Schwangerschaften“ eingeladen. Unserer BundesgeschäftsführerinChrista Stolle wurde im Rahmen des Fachgesprächs die Gelegenheit gegeben, einen der beiden Kommentare aus der Zivilgesellschaft beizusteuern. verborgenes sehen 101 v mittelgross1x1

Für die Hälfte der Schwangerschaften weltweit, für 121 Millionen Schwangerschaften, haben sich Frauen und Mädchen nicht bewusst entschieden. Von diesen 121 Millionen unbeabsichtigten Schwangerschaften werden 73 Millionen abgebrochen, 33 Millionen dieser Schwangerschaftsabbrüche sind unsicher. Hinter der Krise der unbeabsichtigten Schwangerschaften steht für TERRE DES FEMMES die Krise der Gleichberechtigung, die Krise der Selbstbestimmung und die Krise der Freiheit der Frau. Denn: Unbeabsichtigte Schwangerschaften sind in den allermeisten Fällen ein Ausdruck davon, dass Frauen nicht gleichberechtigt sind, dass sie keine Entscheidungsfreiheit haben, dass sie diskriminiert werden und dass sie Gewalt erfahren.

Die gesamte Kommentierung können Sie hier nachlesen.

Stellungnahme zur Streichung des Paragrafen 219a StGB

Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz

Stand: 16. Februar 2022

Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Aufhebung des Verbots der Werbung für den Schwangerschaftsabbruch (§219a StGB)

Sehr geehrter Herr Bundesminister Buschmann,

TERRE DES FEMMES befürwortet den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches und eine Aufhebung des Verbots der Werbung für den Schwangerschaftsabbruch. Die Ergänzung im Jahr 2019 hatte TERRE DES FEMMES bereits scharf kritisiert und eine ersatzlose Streichung des Paragrafen 219a StGB gefordert. Die geplante Änderung des Strafgesetzbuches ist daher längst überfällig und wir begrüßen es sehr, dass die neue Bundesregierung diese Änderung schnellstmöglich umsetzt.

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Kein Geburtstag mehr für §218 StGB!

TDF Banner 400x100

 Schnelleinstieg Kampagnenseite: www.keingeburtstagfür218.de

 

September 2021: Der texanische Supreme Court beschließt, das Abtreibungsrecht zu verschärfen und gestattet nur noch Abbrüche vor der sechsten Schwangerschaftswoche. Ein legaler Abbruch wird damit praktisch unmöglich. Der Aufschrei in Deutschland ist groß. Ein ähnliches Bild zeigte sich Ende 2020 in Polen, wo Schwangerschaftsabbrüche nun de facto verboten sind. Auch damals gingen in Deutschland viele aus Solidarität auf die Straße. Die Forderung: legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche für alle Frauen.

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TERRE DES FEMMES ruft die Kampagne „Streicht Paragraf 219a“ ins Leben. Kurzvideos machen auf den Irrsinn dieses frauenfeindlichen Paragrafen aufmerksam.

Berlin, den 19. April 2021. Der Paragraf 219a (StGB) verbietet, so wörtlich, „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“. Doch der Paragraf beschränkt sich nicht auf Werbung, sondern umfasst nahezu jegliche Art der Information. Konkret heißt das: Ärztinnen und Ärzte dürfen nur öffentlich machen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Sie dürfen aber nicht öffentlich darüber informieren, wie sie sie durchführen. Sonst machen sie sich strafbar, es droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Und ungewollt Schwangere bekommen nicht die Informationen, die sie brauchen.

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Paragraf 219a – a wie abschaffen

219a  Unterstützung statt Kriminalisierung. Foto: © TERRE DES FEMMES§219a Unterstützung statt Kriminalisierung. Foto: © TERRE DES FEMMESInformationen über Schwangerschaftsabbrüche MÜSSEN frei zugänglich sein

Laut Paragraf 219a dürfen Ärztinnen und Ärzte nur öffentlich machen, DASS sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen, sie dürfen aber nicht öffentlich darüber informieren WIE sie sie durchführen. Eine Katastrophe für betroffene Frauen! Informationen über Schwangerschaftsabbrüche MÜSSEN frei zugänglich sein.

TERRE DES FEMMES möchte gemeinsam mit der Agentur GREY Hamburg und der Funkspot-Kampagne „Paragraf 219a – a wie abschaffen“ einen Beitrag dazu leisten, dass der §219a StGB abgeschafft wird, ÄrztInnen und Ärzte nicht mehr für die Bereitstellung von sachlichen Informationen verklagt werden und Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch für Betroffene ohne Einschränkungen zugänglich sind.

Funkspots - jetzt reinhören:


Malte, Kfz-Mechaniker


Andreas, Taxifahrer


Helmut, Lehrer


Christian, Tätowierer

 

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Die Uhr nicht wieder zurückdrehen lassen! – TERRE DES FEMMES beim Aktionstag für die Streichung von §218 und §219a StGB

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

„Leben und lieben ohne Bevormundung – Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht“ unter diesem Motto ist TERRE DES FEMMES zusammen mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung vergangenen Samstag, den 21. September 2019, in Berlin auf die Straße gegangen. Der Protest richtete sich gegen den alljährlichen „Marsch für das Leben“, den die sogenannte „Lebensschutz“-Bewegung alljährlich in Berlin und vielen weiteren Städten ausrichtet. Hinter dem "Marsch für das Leben" steht ein Bündnis aus erzkonservativen, christlich-fundamentalistischen und rechtspopulistischen Gruppierungen, die mit der sie einigenden Forderung auftritt, Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ohne Ausnahmen zu verbieten. 

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Awareness-Woche zur Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a

MeinKoerper MeineEntscheidung. Foto: © TERRE DES FEMMES Foto: © TERRE DES FEMMESNoch immer ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland strafbar laut Strafgesetzbuch (StGB), und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Noch immer dürfen ÄrztInnen auf ihren Webseiten nicht über den Eingriff informieren. Und noch immer ist das Sprechen darüber tabu.

Vom 16. bis 21. September 2019 startet TERRE DES FEMMES eine Awareness-Woche zum Thema Schwangerschaftsabbrüche auf Instagram und Facebook und mobilisiert für die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a StGB und den Aktionstag am 21. September des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung.

TERRE DES FEMMES ist Gründungsmitglied des Bündnisses und setzt sich seit vielen Jahren für das Recht der Frau auf sexuelle Selbstbestimmung ein. Unter dem Motto „Leben und lieben ohne Bevormundung“ fordern wir: Weg mit §218 und §219a!

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Mein Körper – Eure Entscheidung: Abtreibung zwischen den Fronten der politischen Macht und Einflussnahme

Tausende AktivistInnen in den USA kämpfen dafür, dass Abtreibung legal bleibt. Foto: © renaschild - Depositphotos.comTausende AktivistInnen in den USA kämpfen dafür, dass Abtreibung legal bleibt. Foto: © renaschild - Depositphotos.comWeltweit zeigt sich eine tendenzielle Liberalisierung der Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch und die Debatte um das Thema scheint enttabuisiert zu werden. Gleichzeitig gibt es immer wieder und gerade in den letzten Jahren massive Rückschritte, die vor allem auf den Einfluss religiöser, politisch-nationalistischer und konservativer Gruppen und Bewegungen zurückzuführen sind. Feministische Bewegungen stellen sich diesen entgegen und sind so entscheidender, oft einziger Hoffnungsträger für die Durchsetzung des Rechts von Frauen auf körperliche Selbstbestimmung.

 

 

 

 

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Große Chance vertan – Bundestag verabschiedet Ergänzung zu §219a

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

Im März vergangenen Jahres hatte die Bundestagsfraktion der SPD in einem Gesetzesentwurf[i] bereits das Problem des bestehenden §219a StGB „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“ analysiert und kam zu folgender Lösung: „§219a StGB soll aufgehoben werden“. Die von der Großen Koalition ausgehandelte und am 21. Februar vom Bundestag beschlossene Ergänzung[ii] ist weit von dieser Lösung entfernt. Erlaubt ist Ärztinnen und Ärzten nach der neuen Ergänzung lediglich der Hinweis, dass Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden. Weitergehende Information zu den Methoden oder Risiken bereitzustellen bleibt strafbar. Diese Auskunft in Form von öffentlich geführten Listen, obliegt allein einer zuständigen Bundes- oder Landesbehörde, einer Beratungsstelle oder Ärztekammer. Vermutlich werden aber nicht alle Ärztinnen und Ärzte, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen, auch in dieser Liste zu finden zu sein. Eine Eintragung erfolgt nur bei selbständiger Meldung an die Bundesärztekammer. Zudem: Das derzeitige gesellschaftliche Klima ist rau. ÄrztInnen die einen Schwangerschaftsabbruch anbieten, müssen mit immensen Anfeindungen rechnen, sowohl im Internet, als auch direkt vor Ihrer Praxis.

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