Let’s CHANGE Pressekonferenz: 70.000 Frauen in Deutschland sind von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen

Foto: © Martin Funck v.l.n.r oben Colette Tchoumbou, Habiba Al-Hinai, Charlotte Weil, Christa Stolle, Yanick Djouboussie, Sana Diedhiou; v.l.n.r. unten Carolin Pranz, Martha Waithaka, Ferawaty Simanjuntak-Soltmann. Foto: © Martin FunckAm Vortag des internationalen Mädchentages lud TERRE DES FEMMES JournalistInnen zu einem Pressefrühstück ins Europahaus, um auf die zunehmende Prävalenz von weiblicher Genitalverstümmelung in Europa und Deutschland aufmerksam zu machen. Es handelt sich bei FGM um ein globales Phänomen, dass eine Menschenrechtsverletzung von Mädchen und Frauen weltweit bedeutet. Betroffene leiden oftmals unter langfristigen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen, die sich maßgeblich auf ihren Werdegang auswirken kann.

Für TERRE DES FEMMES ist klar: Aufklärungsarbeit durch Projekte wie Let’s CHANGE ist wichtiger denn je!

Zu Beginn der Konferenz richtete TDF-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle das Wort an die PressevertreterInnen. Sie betonte den Ernst der Lage und verwies auf den langjährigen Einsatz der Organisation auf diesem wichtigen Themengebiet. So handelt es sich etwa bei der im Anschluss durch Charlotte Weil, Referentin zu weiblicher Genitalverstümmelung bei TERRE DES FEMMES, vorgestellten Dunkelzifferstatistik (PDF-Datei) bereits um die 21.  von TERRE DES FEMMES publizierte Studie dieser Art. Das Fazit lautet auch in diesem Jahr: Tendenz steigend.

Die Anzahl der von weiblicher Genitalverstümmelung betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen nimmt weiter zu. Dies, so Charlotte Weil, läge vor allem an Migration aus Ländern, in denen FGM praktiziert wird.

2019 ist mit einer Zahl von schätzungsweise 70.000 Betroffenen im Vergleich zum vorigen Jahr ein Anstieg um acht Prozent zu verzeichnen. Auch die Zahl der bedrohten Mädchen ist um rund vierzehn Prozent gestiegen. TERRE DES FEMMES geht davon aus, dass etwa 17.600 Mädchen in Deutschland gefährdet sind, einer Genitalverstümmelung unterzogen zu werden.

Mit einer steigenden Prävalenz geht auch ein steigender Handlungsbedarf einher.

Foto: © Martin Funck CHANGE Agents im Interview. Foto: © Martin FunckProjekte, die sich wie Let’s CHANGE für die Prävention von FGM, sowie die bessere Behandlung von bereits Betroffenen einsetzen sind wichtiger denn je. Im Zuge dieses von der EU geförderten Projekts bildet TERRE DES FEMMES in Kooperation mit Plan International, der niederländischen Organisation FSAN und der französischen NGO Equipop seit Oktober 2018 VertreterInnen aus Berliner Diaspora-Communities zu sogenannten CHANGE Agents und CHANGE Trainers aus. Während erstere primär Aufklärungsarbeit in ihren Communitys leisten, fokussieren sich die aus dem Pool der erfahrenen CHANGE Agents rekrutierten CHANGE Trainers auf die Weiterbildung und Sensibilisierung von Fachkräften.

Die zunehmende Nachfrage nach einem solchen Angebot verdeutlicht abermals die Relevanz der Arbeit gegen FGM auch in Deutschland.

Foto: © Martin Funck CHANGE Agent Martha Waithaka im Gespräch mit einer Journalistin. Foto: © Martin FunckNachdem mit der Bekanntgabe der Dunkelzifferstatistik der formelle Teil der Konferenz beendet wurde, bestand für die anwesenden PressevertreterInnen die Möglichkeit in direkten Kontakt mit sechs anwesenden CHANGE Trainern und Agents zu treten und so direkte Erfahrungen und Einschätzungen aus den Communities zu hören.

TERRE DES FEMMES bedankt sich herzlich bei den CHANGE Agents und Trainers für ihr fortwährendes Engagement. Ebenso gilt unser Dank allen TeilnehmerInnen der Pressekonferenz.

Weiter Informationen zur Konferenz finden Sie in unserer Pressemappe.

Presseschau des Pressefrühstücks

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