Forum Hebammenarbeit in Leipzig 2020

TDF-Mitfrau Hedwig von Knorre an ihrem Infostand in Leipzig. Foto: © Hedwig von Knorre 2020

Vergangenes Wochenende fand wieder einmal das Forum Hebammenarbeit in Leipzig statt. Angehörige aus dem Gesundheitswesen und der Geburtshilfe kamen vom 6. bis 7.März 2020 im Congresscenter Leipzig zusammen, um aktuelles Wissen zu Themen der Schwangerschaft, Geburt und Frauengesundheit zu teilen.

Unsere TDF-Mitfrau und ehemalige Hebamme, Hedwig von Knorre war wie immer für TERRE DES FEMMES bei der Veranstaltung anwesend und informierte die BesucherInnen über weibliche Genitalverstümmelung. Zweit Tage lang verteilte sie Infobroschüren und Flyer zum Thema FGM und zur Arbeit von der TERRE DES FEMMES in diesem Gebiet und machte vor allem auf die Fortbildungsangebote für Fachkräfte aufmerksam. Bei einem ihrer Gespräche konnte sie sich mit einer Hebamme aus Rastatt bei Baden-Baden austauschen, die bereits mehrere ÄrztInnen zu einer Weiterbildung bei Dr. Dan mon O’Dey bewegen konnte. Sie betreibt ein Geburtshaus in Rastatt und hat in ihrer Arbeit regelmäßigen Kontakt mit betroffenen Communitys. Diese Erfahrung hat sie über die Jahre für das Thema FGM sensibilisiert, weswegen sie nun auch andere Fachkräfte darauf aufmerksam machen möchte.

Ebenso konnte sie sich beim Kongress mit einer Hebamme unterhalten, die viele Jahre in England gelebt und gearbeitet hatte. Dort seien die medizinischen Richtlinien in der Prävention und Intervention von weiblicher Genitalverstümmelung schon deutlich weiter und es würde offener damit umgegangen, so Hedwig. Dort gehöre es bereits zur Anamnese der schwangeren Frau, sie vor der Geburt auf das Thema FGM anzusprechen. In Deutschland hingegen würde FGM oft übersehen, weshalb viele KollegInnen mit der Situation meist überfordert seien. „Das ist schlecht“, sagt Hedwig, „denn wir sind Autoritätspersonen und könnten etwas bewegen.“ Was man brauche sei daher ein Leitlinienkonzept, dass die notwendigen Schritte für medizinisches Personal im Fall von FGM erläutert.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Hedwig von Knorre für ihren intensiven Einsatz und ihr langanhaltendes Engagement in der Aufklärungsarbeit!

 

Stand: 03/2020