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Erfolgreiche Nationale Launch- und Pressekonferenz für die Handlungsempfehlung

„Below the German text you will find the English version“

Mit Hinblick auf den internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber Genitalverstümmelung“ stellte TERRE DES FEMMES e.V. am 4. Februar die erste interdisziplinäre Handlungsempfehlung für Fachkräfte in Berlin Intervention bei weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung im Rahmen des EU-CHAIN Projekts vor.

Die PDF-Version der Handlungsempfehlung kann unter diesem Link herunterladen werden.

Bild 1 Cover BroschüreCover der neuen interdisziplinären Handlungsempfehlung „Intervention bei weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-/Zwangsverheiratung“. Foto: © TERRE DES FEMMES.

Rund 260 Interessierte aus verschiedenen Fachrichtungen und aus ganz Deutschland nahmen an der Launch- und Pressekonferenz teil. Eine Umfrage zu Beginn der Konferenz zeigte, dass besonders VertreterInnen aus dem sozialen Bereich (50%), aus Politik und Verwaltung (18%) und aus anderen Nichtregierungsorganisationen (11%) bei der Konferenz anwesend waren. Eine weitere Umfrage ergab, dass außerdem Interessierte aus allen Bundesländern vertreten waren, worin sich der große Bedarf an Informationen und Handlungsempfehlungen zu diesem Thema spiegelte. Dies verdeutlicht noch einmal die Wichtigkeit der Implementierung einer Handlungsempfehlung zu weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-/ Zwangsverheiratung auch in anderen Bundesländern und Regionen Deutschlands.

Während sich die Parlamentarische Staatssekretärin Ekin Deligöz im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie die Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V., Christa Stolle in einem Grußwort an die Teilnehmenden wandten, betonten beide jeweils die Dringlichkeit und Schwere der Situation von betroffenen und gefährdeten Frauen und Mädchen, auch gerade in Europa und in Deutschland. Ihr Appell wurde deutlich: „Wir wollen Verbrechen verhindern, die leider viel zu oft auch hierzulande passieren!“, so Parlamentarische Staatssekretärin Ekin Deligöz im Bundesfamilienministerium denn Essenzielle Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist die körperliche Unversehrtheit.“ so TDF-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle.

Sowohl Frau Stolle als auch Frau Deligöz zeigten sich besonders erfreut über die Veröffentlichung der Broschüre. Dabei stimmten ihnen die verschiedenen ReferentInnen und Mitglieder des Arbeitskreises bezüglich der erarbeiteten Handlungsempfehlung in ihren Beiträgen zu:  Susanne Paukert als eine Vertreterin des Landeskriminalamtes Berlin, Gynäkologin und Chefärztin Dr. med. Mandy Mangler, Fatou Mandiang Diatta als Community Trainerin im Projekt CHAIN sowie eine Mitarbeiterin der anonymen Kriseneinrichtung Papatya. Letztere betonte noch einmal die Notwendigkeit der Broschüre: „Solche Interventionsketten gibt es noch nicht viele, und das wird mehr Handlungssicherheit schaffen.“ 

Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts CHAIN sowie der neuen Handlungsempfehlung anhand einiger Beispiel-Grafiken durch die TDF-Projektmitarbeiterin Janine Hildenbeutel und der einzelnen Redebeiträge der oben genannten SprecherInnen schloss die Konferenz mit einer offenen Fragerunde für alle Teilnehmenden. Dabei kamen noch einmal alle ExpertInnen zu Wort und konnten auf die unterschiedlichen Fragen fachspezifisch eingehen. Auch wenn es nach Ansicht der ReferentInnen noch einiges zu tun gibt, wurden bereits wichtige Schritte des Projektes verwirklicht, um eine Prävention von Früh-/Zwangsverheiratung und weiblicher Genitalverstümmelung zu verbessern. Frau Diatta antwortete dabei auf eine Frage nach notwendigen KulturvermittlerInnen: „Wir sind hier. Wir können diese Arbeit machen. Wir haben nicht die Sprachbarrieren, wir kennen die Community, und wir sind geschult dafür.

Bild 2 Screenshot VertreterInnen

Viele der Teilnehmenden zeigten sich begeistert. Schon während der Konferenz war das Feedback seitens der Teilnehmenden durchweg sehr positiv, einige bedankten sich direkt oder im Nachhinein für die gelungene Präsentation und die Arbeit der Projektmitarbeiterinnen. Ab sofort kann unter diesem Link die Launch- und Pressekonferenz auf dem TDF-YouTube-Kanal angesehen werden! Eine digitale Pressemappe mit ausführlichen Infos ist hier hinterlegt.

Um es in den Worten von Frau Susanne Paukert zu sagen: „Packen wir es gemeinsam an für und mit Betroffenen von EFM und FGM.

Mehr Informationen zur Broschüre „Intervention bei weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-/ Zwangsverheiratung. Eine interdisziplinäre Handlungsempfehlung zur professionellen Arbeit mit gefährdeten oder betroffenen Mädchen und Frauen in Berlin“

Diese Broschüre wurde von TERRE DES FEMMES im Rahmen des EU-Projekts CHAIN zusammen mit einem temporären Arbeitskreis (VertreterInnen verschiedener Einrichtungen und Institutionen aus u.a. sozial-pädagogischen, medizinischen und polizeilichen Bereichen) und MutliplikatorInnen aus dem Projekt (sogenannte Community TrainerInnen) erstellt. Sie beinhaltet ein lokales Interventionsmodell mit Handlungsempfehlungen für Fachkräfte in Berlin, die mit Gefährdeten und Betroffenen in ihrem Berufsalltag in Kontakt kommen können. Ziel ist es, Mädchen und Frauen deutschlandweit effektiv und frühzeitig vor weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung zu schützen. Diese Broschüre ist als Modell konzipiert, um in anderen Bundesländern und Regionen Deutschlands unter Berücksichtigung lokaler Unterschiede angepasst und eingesetzt zu werden.

Stand: 02.2022


Successful National Launch and Press Conference for the Intervention Chain

On the 4th of February and on the occasion of to the International Day of "Zero Tolerance for Female Genital Mutilation", TERRE DES FEMMES e.V. presented the first interdisciplinary guidelines for action for professionals in Berlin "Intervention in cases of Female Genital Mutilation and Early and Forced Marriage" within the framework of the EU-CHAIN project.

The PDF version of the Intervention Chain can be downloaded from this link.

Around 260 participants from different fields and from all over Germany attended the event. A survey at the beginning of the conference showed that especially representatives from the social sector (50%), from politics and administration (18%) and from other non-governmental organizations (11%) were attending. A further survey revealed that interested parties from all federal states were present, which reflected the essential need for information and guidelines for action on this topic. Further, this highlights the importance of implementing the Intervention Chain for female genital mutilation and early/forced marriage in other federal states and regions of Germany as well.

While addressing the participants in a welcoming speech, Parliamentary State Secretary Ekin Deligöz from the Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth and the Executive Director of TERRE DES FEMMES e.V., Christa Stolle, both emphasized the urgency and seriousness of the situation of affected and at risk women and girls, especially in Europe and in Germany. Their appeal was clear: "We want to prevent crimes that unfortunately happen far too often, even here in this country" recalls Eking Deligöz because "the essential precondition for a self-determined life is physical integrity“ says the Executive Director of TDF Christa Stolle.

Both Mrs Stolle and Mrs Deligöz were particularly pleased about the publication of the brochure. In this context, the various speakers and members of the working group agreed with them in their contributions: Susanne Paukert as a representative of the Berlin State Criminal Police Office, gynaecologist and head physician Dr. med. Mandy Mangler, Fatou Mandiang Diatta as a Community Trainer in the CHAIN project as well as one staff member of the anonymous crisis facility Papatya. The latter emphasised the need for the brochure: "There are not many intervention chains like this one yet, and this will create more confidence when acting."

After TDF project worker Janine Hildenbeutel’s  short presentation on the CHAIN project and the new Intervention Chain and the individual speeches of the above-mentioned speakers, the conference closed with an open question and answer session for all participants. This gave all the experts a chance to address the various questions in their specific fields. Even though, according to the speakers, there is still a lot to be done, important steps have already been taken in the project to improve the prevention of early/forced marriage and female genital mutilation. Mrs. Diatta answered a question about the need for cultural mediators: "We are here. We can do this work. We don't have the language barriers, we know the community, and we are trained to do it."

Many of the participants seemed thrilled. Already during the conference, the feedback was very positive. Some of the participants expressed their gratitude for the successful presentation and the work of the project members directly in the conference or afterwards. The launch and press conference can now be viewed on the TDF YouTube channel under this link. A digital press kit with detailed information is available here.

In the words of Susanne Paukert: "Let's do it together for and with people affected by EFM and FGM.“

More information on the brochure "Intervention in cases of female genital mutilation and early/forced marriage. Interdisciplinary guidelines for action for professional work with girls and women at risk or affected in Berlin".

This brochure was created by TERRE DES FEMMES within the framework of the EU project CHAIN together with a temporary working group (representatives of various facilities and institutions from, among others, socio-educational, medical and police fields) and multipliers from the project (so-called Community Trainers). It contains a local intervention model with guidelines for action for key professionals in Berlin who may come into contact with those at risk and affected in their everyday work. The aim is to protect girls and women throughout Germany effectively and at an early stage from female genital mutilation and early and forced marriage. This brochure is designed as a model to be adapted and used in other federal states and regions of Germany, considering local differences.

Status: 02.2022