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Erfolgreiche Abschlusskonferenz des CHAIN-Projekts am 12. Mai

Foto: © TERRE DES FEMMES Videobotschaft von European Commissioner Helena Dalli

„Below the German text you will find the English version.“

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Am 12. Mai fand die Abschlusskonferenz des zweijährigen EU-Projekts (Laufzeit: Sept.2020- Aug.2022) „CHAIN – Linking the prevention between female genital mutilation (FGM) and early and forced marriage (EFM) in Europe“ statt.
Gemeinsam widmen sich die ProjektpartnerInnen – Action Aid Italy, (AAIT) Save a Girl, Save a Generation (SAGSAG), Equipop, End FGM EU und die Projektkoordination, TERRE DES FEMMES (TDF) – der Präventions- und Interventionsarbeit zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) und Früh- und Zwangsverheiratung (EFM); zwei Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt, die häufig ineinander verschränkt sind. Hierbei werden von FGM und EFM betroffene Communitys durch Trainings, Capacity-Buildung und Sensibilisierung gestärkt. Zudem liegt ein weiterer Schwerpunkt des CHAIN-Projekts auf der institutionellen Ebene: Hier entwickeln politische und zivilgesellschaftliche Stakeholder Handlungsempfehlungen, die Orientierung in Fällen von drohender oder bereits erfolgter Genitalverstümmelung und/oder Früh-/Zwangsverheiratung in Berlin, Mailand, Paris und Madrid geben.

 

Nun fand zum baldigen Ende des Projekts die Internationale Konferenz sowohl in Brüssel als auch online statt. Hierdurch konnten insgesamt 155 Interessierte erreicht werden. Die Veranstaltung wurde mithilfe von DolmetscherInnen in verschiedenen Zoom-Kanäle in Deutsch, Spanisch, Italienisch, Englisch und Französisch übersetzt.

Unter der Moderation von Anna Widegren, Direktorin des Netzwerks End FGM EU, wurden Projektinhalte, Herausforderungen, Eindrücke und wichtige Erkenntnisse aus der erfolgreichen Umsetzung des Projekts ausgetauscht.

Die Konferenz wurde unter anderem durch ein Online-Grußwort von Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, wie auch mit einer Videobotschaft der European Commissioner for Equality, Helena Dalli, eröffnet.
In ihrer Videobotschaft hob Commissioner Dalli die enge Zusammenarbeit mit und innerhalb der Communitys als maßgeblichen Faktor zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes hervor.

2 Adèle Bessoule CHAIN Projektkoordinatorin TDF KopieFoto: © TERRE DES FEMMES Adèle Bessoule, Projektkoordinatorin CHAIN, TDDaran anknüpfend wurde das Projekt, dessen Ziele und Aktivitäten von Adèle Bessoule, Projektkoordinatorin-CHAIN, vorgestellt. In ihrem Vortrag verdeutlichte sie, welch zentrale Rolle den Community TrainerInnen und ihrer Involvierung in alle Prozesse des Projekts zukommt.

Hannah Pfanzelt, externe Evaluatorin des Projekts, liefert zudem vielversprechende Einblicke über die Aktivitäten des Projekts. So konnte unter anderem festgestellt werden, dass bislang die Mehrheit (99%) der Community Mitglieder, die durch Sensibilisierungsmaßnahmen der Community TrainerInnen erreicht wurden, angeben, sich auch in Zukunft mit den Themen FGM und Früh-/ Zwangsverheiratung zu beschäftigen um Veränderungen hervorzubringen – ein bemerkenswertes Ergebnis, laut Hannah Pfanzelt.

Nachdem die Teilnehmenden ein Überblick über das CHAIN-Projekt und dessen bereits durchgeführten Aktivitäten gewinnen konnten, gab es im Rahmen von zwei Panel-Diskussionen sowohl für Community TrainerInnen, als auch für Projektmitarbeitende die Möglichkeit sich genauer über die Bausteine des CHAIN-Projekts auszutauschen. Im ersten Panel wurde das Augenmerk auf folgende Frage gerichtet: „Warum sind öffentlichkeitswirksame und zielgruppenorientiere Kampagnen in der Arbeit gegen FGM und Früh-/ Zwangsverheiratung wichtig?“. Hier wurde vor allem deutlich, dass es von großer Bedeutung ist, Community Mitglieder in den gesamten Prozess der Sensibilisierungskampagne zu involvieren.
Im zweiten Panel lag das Hauptaugenmerk auf der Handlungsempfehlung für Fachkräfte, welche in allen Partnerorganisationen entwickelt wird und wurde. Hierzu diskutierten u.a. Janine Hildenbeutel, CHAIN Projektmitarbeiterin bei TERRE DES FEMMES, darüber, inwieweit solche Empfehlungen einen effektiven und frühzeitigen Schutz für Betroffene und Gefährdete bieten.

„Ziel dieser Handlungsempfehlungen ist es, ein interdisziplinäres und koordiniertes Fallmanagement zu gewährleisten, um in der Berufspraxis eine fundierte Orientierung zu haben, welche hilft Frauen und Mädchen effektiv zu schützen.“ (Janine Hildenbeutel, TDF)

 3 Panel 2 Janine Hildenbeutel KopieFoto: © TERRE DES FEMMES Panel- Diskussion 2: (von rechts nach links) Amsatou Ba; Community Trainerin AAIT, Janine Hildenbeutel; Projektmitarbeiterin TDF, Isma Benboulerbah; Projektkoordinatorin End FGM EU, Benedetta Balmaverde; Projektkoordinatorin AAIT

Neben der Wichtigkeit der Sensibilisierung von Fachkräften durch die Handlungsempfehlung, betonte Amsatou Ba, Community Trainerin von Action Aid Italy, wie wichtig es ebenfalls von Seiten der Community Mitglieder ist, sich vereint gegen FGM und Früh- und Zwangsverheiratung zu positionieren.

4 MEP Evin IncirFoto: © TERRE DES FEMMES Evin Incir (S&D)Foto: © TERRE DES FEMMES Evin Incir (S&D)“As Community Trainers, we really have to come together to make a difference to eradicate harmful practices. We can provide women with the support they need.” (Amsatou BA, AAIT)

Auch Sekou Kaba, Community Trainer von TERRE DES FEMMES, unterstreicht die Relevanz der Rolle von Männern und Jungen in der Diskussion über geschlechtsspezifische Gewalt, da diese ebenfalls wichtige Akteure für ein langfristiges Umdenken bezüglich FGM und Früh-/ Zwangsverheiratung spielen. Hierbei seien bereits Fortschritte zu erkennen. Bei vielen Community Treffen zeigen vermehrt Männer zunehmend Interesse daran, sich mit den schädigenden Praktiken nachhaltig auseinanderzusetzten, so Sekou Kaba.

Die in Brüssel anwesenden Community TrainerInnen Sekou Kaba (TERRE DES FEMMES), Amsatou Ba (AAIT) und Sulekha Ismail (SAGSAG) vereinten sich in der Aussage, dass es den Themen nach wie vor an Visibilität fehle und es vor allem darum geht weiterhin und regelmäßig mit den Communitys im Austausch zu stehen.

Zum Abschluss der Internationalen Konferenz berichtete die MdEP Evin Incir (S&D) über das Projekt und die Pläne des Europäischen
Parlaments. Dabei betonte sie, dass geschlechtsspezifische Gewalt, wie FGM und Früh-/ Zwangsverheiratung weiterhin auf der EU-Agenda bleiben muss. Sie ruft dabei zu einer feministischen Außenpolitik auf.

Bis Ende August 2022 läuft das CHAIN Projekt noch.
Auf dem letzten European Exchange Meeting, welches zwischen dem 20. – 21. Mai in Berlin ansteht, wird allen Partnerorganisationen und den Community TrainerInnen noch einmal die Möglichkeit geboten sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.

TERRE DES FEMMES, bedankt sich bei allen ProjektpartnerInnen, sowie Community TrainerInnen für die gelungene Konferenz, wie auch allen Teilnehmenden für Ihr Interesse.

5 Gruppenfoto 1 CHAIN Abschlusskonferenz KopieFoto: © TERRE DES FEMMES: Gruppenbild der Partnerorganisationen des CHAIN Projekts


Foto: © TERRE DES FEMMES: Gruppenbild der Partnerorganisationen des CHAIN Projekts

Stand: 05.2022

 

Successful final conference of the CHAIN project on May 12

On May 12, the final conference of the two-year EU project (duration: Sept.2020- Aug.2022) "CHAIN - Linking the prevention between female genital mutilation (FGM) and early and forced marriage (EFM) in Europe" took place.
Together, the project partners- Action Aid Italy, (AAIT) Save a Girl, Save a Generation (SAGSAG), Equipop, End FGM EU and the project coordinator, TERRE DES FEMMES (TDF), are dedicated to prevention and intervention work on female genital mutilation (FGM) and early and forced marriage (EFM); two forms of gender-based violence that are often intertwined. In the CHAIN project, communities affected by FGM and EFM are empowered through training, capacity building and awareness raising. Another focus of CHAIN is on the institutional level: Here, political and civil society stakeholders develop intervention chains that provide guidance in FGM and/or early/forced marriage cases in Berlin, Milan, Paris and Madrid.

Now, at the imminent end of the project, the International Conference took place both in Brussels and online. Through this, a total of 155 interested people could participate. The event was translated into German, Spanish, Italian, English and French with the help of interpreters in various Zoom channels.

Under the moderation of Anna Widegren, director of the End FGM EU network, project content, challenges, impressions and important lessons learned from the successful implementation of the project were shared.

The conference was opened, among other things, by an online greeting from Christa Stolle, executive director of TERRE DES FEMMES, as well as with a video message from the European Commissioner for Equality Helena Dalli.
In her video message, Commissioner Dalli emphasized the close cooperation with and within the communities as a decisive factor for the successful implementation of the project.

Following this, the project, its goals and activities were presented by Adèle Bessoule, Project Coordinator-CHAIN. She made it clear in her presentation that the central role of the Community Trainers and their involvement in all processes of the project is vital to its success.

Hannah Pfanzelt, external evaluator of the project, also provided promising insights into the activities of the project. Among other things, it was found that so far, the majority (99%) of community members reached by awareness-raising activities of the Community Trainers indicate that they will continue to address the issues of FGM and early/forced marriage in the future in order to bring about change - a remarkable result, according to Hannah Pfanzelt.

After the participants had gained an overview of the CHAIN project and its already implemented activities, two panel discussions gave Community Trainers as well as project workers the opportunity to discuss the work packages of the CHAIN project in more detail. The first panel focused on the following question: "Why are high-profile and target group-oriented campaigns important in the work against FGM and early/forced marriage?” Here, it became especially clear that it is of great importance to involve Community Members in the entire awareness campaign process.
In the second panel, the main focus lay on the intervention chains for professionals, which is and has been developed in all partner organizations. Among others, Janine Hildenbeutel, CHAIN project worker at TERRE DES FEMMES, discussed the extent to which such recommendations offer effective and early protection for survivors and those at risk.

"The aim of these recommendations for action is to ensure interdisciplinary and coordinated case management in order to have a well-founded orientation in professional practice, which helps to protect women and girls effectively." (Janine Hildenbeutel, TDF)

In addition to the importance of raising awareness among professionals through the intervention chains, Amsatou Ba, Community Trainer from Action Aid Italy, stressed how important it is also on the part of community members to stand united against FGM and early and forced marriage.

"As Community Trainers, we really have to come together to make a difference to eradicate harmful practices. We can provide women with the support they need." (Amsatou Ba, AAIT)

Sekou Kaba, Community Trainer of TERRE DES FEMMES, also underlines the relevance of the role of men and boys in the discussion on gender-based violence, as they also play important roles in a long-term behavior change towards FGM and early/forced marriage. Progress is already evident in this regard, he said. At many community empowerment activities, more men are showing increasing interest in addressing harmful practices in the long term, Sekou Kaba said.

The Community Trainers present in Brussels, Sekou Kaba (TERRE DES FEMMES), Amsatou Ba (AAIT) and Sulekha Ismail (SAGSAG), united in the statement that the issues still lack visibility and that the most important thing is to continue to be in regular contact with the communities.

At the end of the International Conference, MEP Evin Incir (S&D) reported about the project and the plans of the European Parliament. She emphasized that gender-based violence, such as FGM and early/forced marriage, must remain on the EU agenda. In doing so, she calls for a feminist foreign policy.

The CHAIN project will run until the end of August 2022. At the last European Exchange Meeting, which is scheduled for May 20-21 in Berlin, all partner organizations and Community Trainers will have another opportunity to exchange ideas and network.

TERRE DES FEMMES would like to thank all project partners and Community Trainers for the successful conference as well as all participants for their interest.

Status: 05.2022