Mit viel Engagement zum Ziel: Erfolgreiche Durchführung aller Aufklärungsaktivitäten in den Communitys

Ob bei einem gemütlichen Restaurantbesuch, einem gemeinsamen Kochabend oder durch einen Beitrag im Community Radio- die CHANGE Mediatoren im Projekt „Men Standing Up for Gender Equality“ führen seit Oktober 2020 Sensibilisierungsaktivitäten (behavioural change activities- BCAs) in ihren Communitys in Berlin durch und konnten diese nun erfolgreich Mitte Juli 2021 abschließen.

 

In den BCAs klärten die CHANGE Mediatoren über Hintergründe und Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation- FGM) und Früh- und Zwangsverheiratung (early and forced marriage-EFM) auf und leisteten somit wichtige Präventionsarbeit. Dadurch sollen diese beiden schädlichen Praktiken langfristig überwunden werden.

Bild 1 Abschluss der BCAsCHANGE Mediator Muhammed Lamin Jadama im Livestream für seinen Broadcast im Community Radio. ©TERRE DES FEMMESDurch die Corona Pandemie und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen wurde es schwieriger, die BCAs weiterhin persönlich mit mehreren TeilnehmerInnen durchzuführen. Die CHANGE Mediatoren konnten jedoch auch für dieses Problem eine Lösung finden: Muhammed Lamin Jadama organisierte einen Broadcast zum Thema Früh- und Zwangsverheiratung in seinem Community Radio, der auch als Livestream auf Facebook übertragen wurde und insgesamt um die 100 Zuhörer erreichte. „Ich nutze das Radio, damit auch die Stimme der Minderheit gehört wird, vor allem die der betroffenen Communitys. Ich spiele zum Beispiel Musik ab, die mit dem Thema FGM in Verbindung steht, oder lese Artikel über das Thema vor und rege somit in der Sendung zum Dialog an, in welchem die Leute diskutieren, kommentieren und Erfahrungen austauschen können.“


Bild 2 Abschluss der BCAs1CHANGE Mediator Ayham Jneed im Gespräch mit zwei TeilnehmerInnen seiner BCA. ©TERRE DES FEMMESDie beiden CHANGE Mediatoren Abed Al Rahman Arab und Ayham Jneed haben eine BCA gemeinsam geplant und durchgeführt. Zuhause in geschütztem Rahmen sprachen sie mit ihren TeilnehmerInnen aus Syrien und Ägypten über Hintergründe und Folgen von geschlechtsspezifischer Gewalt. Angefangen mit einem kurzen Einstieg zur Frauenrechtslage allgemein vertieften die beiden CHANGE Mediatoren dann das Wissen der Anwesenden sowohl zu FGM als auch zu EFM. Dabei konnten sie ihre inhaltlichen Kenntnisse aus den Trainingseinheiten, die in der ersten Projekthälfte stattgefunden haben, weitergeben und erfolgreich Aufklärungsarbeit leisten.


Bild 3 Abschluss der BCAsCHANGE Mediator Mohamed Issa Mahmoud bei der Vergabe von Flyern zur besseren Prävention von FGM. ©TERRE DES FEMMESCHANGE Mediator Mohamed Issa Mahmoud hat während der Durchführung seiner BCAs die Erfahrung gemacht, dass es besonders wichtig ist, seinen TeilnehmerInnen Fragen zu stellen und deren Standpunkt zu verstehen. Denn um Tabu-Themen wie FGM und EFM zu brechen braucht es mehrere Schritte, viel Zeit und insbesondere Vertrauen. Mit diesem Ansatz hatte er in seiner Community Erfolg: Beim Besuch eines sudanesischen Restaurants klärte er über die Rechtslage zu FGM auf und erhielt viel positives Feedback. „Die meisten Teilnehmer waren mit dem Thema der Veranstaltung zufrieden. Einige von ihnen sagten: Wir hoffen, dass solche Aktivitäten, die direkt mit der Zukunft unserer Kinder zu tun haben, fortgesetzt werden.“ (Mohamed Issa Mahmoud)

Auch wenn sich das Projekt nun dem Ende zuneigt und keine weiteren BCAs mehr stattfinden werden, ist für die CHANGE Mediatoren klar: die wichtige Sensiblisierungs- und Aufklärungsarbeit muss weitergehen, um Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben frei von Gewalt zu ermöglichen. Deswegen werden die Männer auch weiterhin aktiv bleiben und sich für Frauenrechte stark machen!

Stand 08/2021