Abschlusskonferenz im Projekt- Wie können sich Männer noch mehr für Gleichberechtigung engagieren?

Bild 1 International ConferenceGruppenbild einiger KonferenzteilnehmerInnen: CHANGE Mediatoren, ProjektkoordinatorInnen und -mitarbeiterInnen sowie ExpertInnen gemeinsam im Gespräch. ©TERRE DES FEMMES

Am 30. Juni 2021 konnte das erfolgreich durchgeführte EU-Projekt „Men Standing Up for Gender Equality“ im Rahmen einer zweistündigen internationalen Konferenz im Online-Format gebührend abgeschlossen werden.

Die Konferenz fand unter dem Titel „Sustainable GBV prevention and capacity building for migrant and refugee men as well as professionals with the aim to end CEFM and FGM/C” (Nachhaltige Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und Weiterbildung von Männern mit Migrationshintergrund und Geflüchteten sowie von Fachkräften mit dem Ziel, CEFM und FGM/C zu beenden) statt und wurde simultan in Englisch, Französisch und Deutsch übersetzt.

 

Einblicke in die Projektarbeit

Über zwei Jahre hinweg haben sich die Projektpartner LESSAN e.V. (Gesamtkoordination), FEMMES ENTRAIDE ET AUTONOMIE und TERRE DES FEMMES aktiv für die Prävention und Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation/cutting-FGM/C) und Früh- und Zwangsverheiratung (child, early and forced marriage-CEFM) eingesetzt, indem insgesamt 30 Männer aus betroffenen Communitys in Hamburg, Berlin und Paris zu CHANGE Mediatoren ausgebildet wurden und nun Aufklärungsarbeit in diesen leisten.

Nach einem kurzen Überblick über die einzelnen Bestandteile des Projekts durch Gwladys Awo (LESSAN e.V.) wurden neben dem Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung auch verschiedene Projekthighlights, wie die Social Media Kampagne und das Handbuch mit Informationen und Interventionsmöglichkeiten speziell für Fachkräfte vorgestellt.

Im Anschluss daran kamen die CHANGE Mediatoren selbst zu Wort: In kurzen Redebeiträgen sprachen sie über Hürden bei ihrem Einsatz in betroffenen Communitys, über Erfolge, die sie durch ihre Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit erzielen konnten und über ihre persönlichen Erfahrungen sowie ihr Know-How, dass sie sich in den letzten Jahren als Multiplikatoren aneignen konnten.

Männer als Schlüsselfiguren im Kampf gegen FGM/C und CEFM

Moderiert und eröffnet wurde die Konferenz von Dr. Pierette Herzberger-Fofana MdEP (Grüne/EFA), stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM), die das Projekt als dessen Schirmherrin über die letzten zwei Jahre stets begleitet und unterstützt hat.

Zusätzlich bot die Konferenz die Möglichkeit, weitere Einschätzungen von AktivistInnen und ExpertInnen aus Politik und Gesellschaft zu hören, die sich seit Jahren auf globaler Ebene für die nachhaltige Prävention der beiden schädlichen Praktiken der weiblichen Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung einsetzen.

In den Beiträgen von Frau Lesia Radelicki, Mitglied des Kabinetts der EU-Kommissarin für Gleichstellung Helena Dalli, Frau Mireille Tsushiminina vom United Nations Population Fund (UNFPA) und Herrn Dr. med. Kouyaté Morissanda, Gründungsmitglied des Inter-African Committee wurde betont, dass Geschlechtergerechtigkeit nicht nur ein Frauenthema sein darf, sondern die gesamte Gesellschaft betrifft. Auch CHANGE Mediator Sajjad Khawari aus Berlin stellte in seiner Rede klar:

Wenn Frauen durch Früh- und Zwangsverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung die Chance auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und Zielen verwehrt wird, verliert man die Hälfte der Gesellschaft!“

Deshalb müssen sich auch in Zukunft weiterhin Männer und Frauen gemeinsam gegen jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt stark machen. Nur so kann ein Umdenken bewirkt werden.

Wir bedanken uns bei allen, die zu der erfolgreichen Umsetzung der Konferenz beigetragen haben sowie bei all jenen, die an der Konferenz teilgenommen haben und hoffen sehr, dass auch weiterhin Projekte wie dieses durchgeführt werden können!

Stand 07/2021